Zimmerpflanzenpflege

Pflanzen im Haus – so bleiben sie gesund

Sattes Grün kommt nicht nur draussen gut. Pflanzen sind auch im Innenbereich ein echter Hingucker. Sie können aber noch mehr – neben dem Dekoeffekt sorgen sie für ein besseres Klima in den eigenen vier Wänden und steigern das Wohlbefinden.

So ist es nicht verwunderlich, dass Zimmerpflanzen immer mehr an Beliebtheit gewinnen. Im Gegensatz zum Garten muss hier nicht gejätet werden. Dennoch gibt es auch bei den grünen Mitbewohnern einiges zu beachten, damit die Pflanzen gesund und kräftig bleiben. Mit unseren Tipps werden Pflege und Pflanzenwahl etwas einfacher.

 

Checkliste für die Pflanzenwahl

Die Lichtbedürfnisse bestimmen den Standort | © Andermatt Biogarten AG
Die meistens Zimmerpflanzen mögen es hell, durch Aufhängen kann etwas näher ans Fenster gerückt und mehr Platz geschaffen werden. | © Andermatt Biogarten AG

Zimmerpflanzen kaufen – was gilt es zu beachten?

Wer noch nie eine Zimmerpflanze hatte, steht schnell vor der Qual der Wahl: Farben, Formen und Ansprüche sind vielfältig. Damit die Pflanze am neuen Standort gedeiht, lohnt sich ein kurzer Standort- und Pflege-Check vor dem Kauf.

Manche vertragen direkte Sonne, andere gedeihen sogar im Halbschatten. Ein Minimum an Licht braucht allerdings jede Pflanze, in fensterlosen Räumen lieber auf Trockensträusse setzen. Auch der Wasserbedarf und die gewünschte Luftfeuchtigkeit können sich unterscheiden. Damit der Pflanzenkauf nicht zur Herausforderung wird, ist eine gute Vorbereitung sinnvoll. Mit unserer Checkliste können Sie die wichtigsten Fragen beantworten. So stellen Sie sicher, dass Sie einen guten Platz für die richtige Pflanze finden und sich bereits vorher mit den Pflegebedingungen auseinandersetzen.

 

Pflegeleichte Pflanzen für den Start

Sobald klar ist, wo die Pflanze hin soll, ist der nächste Schritt, sie nach Hause zu holen. Die Auswahl der Exemplare scheint dabei unzählig zu sein und kann im ersten Moment überfordernd wirken. Damit man sich hier nicht verliert, kann man zum Beispiel erstmal mit pflegeleichten Arten starten.

Vollsonne: Einblatt oder Sukkulenten (sehr genügsam, brauchen wenig Wasser)

Ohne direkte Sonne, aber hell: Grünlilie, Bogenhanf, Ficus oder Monstera (luftreinigend und robust)

Schattenverträglich: Efeutute oder Glücksfeder (wachsen auch bei weniger Licht)

Für Fortgeschrittene: Calathea, Alocasia, Geigenfeige oder Caladium eignen sich eher für bereits erfahrene Pflanzenbesitzer:innen, da sie etwas heikler und aufwendiger zu pflegen sind.

 

Wer sich an diese Tipps hält, findet ganz leicht die passende grüne Mitbewohnerin für jeden Raum.

Checkliste beim Pflanzenkauf

Eignet sich der gewählte Platz für meine Pflanze?

  • Stimmen die Lichtverhältnisse?
  • Entsteht nicht zu viel Zugluft?
  • Steht die Pflanze nicht zu nah an einer Heizung?
  • Besteht die Gefahr, dass Haustiere oder Kinder an die Pflanze kommen? 
  • Kann die Pflanze auf den Boden gestellt werden oder muss sie allenfalls erhöht werden?
  • Passen Form und Grösse an diesen Standort (wie stark wächst die Pflanze noch)?

Was beim Kauf unbedingt beachtet werden sollte

  • Gibt es Anzeichen für Schädlinge?
  • Gibt es Anzeichen für Krankheiten?
  • Sieht die Pflanze gepflegt aus?
  • Ist die Pflanze korrekt beschriftet?
  • Braucht es noch Zusatzmaterial (Topf, Erde, Stützen, Handschaufel)?

Auch bei Zimmerpflanzen lohnt es sich, in Qualität zu investieren. Was der Blumenladen des Vertrauens in Aufzucht und Pflege investiert, zahlt sich bei der Pflanzengesundheit aus.

Warum bereits beim Kauf die Pflanzengesundheit wichtig ist

Vor dem Kauf gilt: Pflanze gut kontrollieren. Sie kann bereits im Geschäft von Schädlingen oder Krankheiten befallen worden sein. Das kann zum Beispiel beim Transport oder bei der Lagerung passieren.

Sollte es Hinweise darauf geben, wählen Sie eine andere Pflanze. Patienten meldet man am besten dem Verkaufspersonal. Pflanzenkrankheiten sind leicht untereinander übertragbar, weshalb die betroffene Pflanze dann von den anderen entfernt werden sollte. Dies gilt übrigens auch zu Hause.

Nicht nur die Pflanze, auch das Substrat sollte sicherheitshalber begutachtet werden. Hat dieses bereits Schimmelstellen oder sieht völlig ausgetrocknet aus, besser auch hier ein anderes Exemplar suchen.

Kommt ein Exemplar mit nach Hause, lohnt es sich, es in den ersten Wochen etwas isoliert von den anderen zu halten und regelmässig auf Anzeichen für Schädlinge oder Krankheiten zu achten.

Was hat meine Zimmerpflanze?

Wird dabei, oder auch zu einem späteren Zeitpunkt, etwas entdeckt, gilt sofortiges Handeln. Wer unsicher mit der Bestimmung ist, kann die untenstehenden Tabellen zu Hilfe holen. Die gängigsten Schadbilder sind praktisch zusammengefasst.

Bei Unsicherheiten stehen wir natürlich gerne mit unserer Expertise zur Seite. Kontaktieren Sie uns ungeniert, am besten mit einem guten Foto, und wir helfen weiter.

Zimmerpflanzenschädlinge in der Übersicht

Schädling Schadbild Problem Lösung
Spinnmilben Weisse Spuren auf Stamm und Blättern, bei starkem Befall sind Gespinste sichtbar Sie saugen die Blätter aus und können schlimmstenfalls die Pflanze zum Absterben bringen Stark befallene Teile entfernen. Die Pflanze mit Zimmerpflanzenspray* oder Natural behandeln, Phytoseiulus-Raubmilben ausbringen
Weisse Fliegen Sie fliegen auf, wenn man an der Pflanze ankommt Die Fliegen saugen Blätter aus, es kommt zu Blattdeformation und Verkümmerung Florfliegen oder Encarsia-Schlupfwespen können helfen bei der Eindämmung, bei starkem Befall Zimmerpflanzenspray* oder Natural anwenden
Thripse Silbrige, helle Sprenkel auf der Blattoberseite (gelbliche Larven) Durch sie können Deformationen (besonders an jungen Blättern) entstehen und die ganze Pflanze kann erheblich geschwächt werden

Blaufallen zur Prävention einsetzen.

Raubmilben bei Befall einsetzen

Mit Zimmerpflanzenspray* behandeln

Blattläuse kleine Insekten (bis zu 7 mm lang) an Knospen, Trieben und Blattunterseite Verursachen Kümmerwuchs, deformierte Blüten, Wachstumsstörungen Florfliegenlarven, Natural, Insect-Ex oder Marienkäfer einsetzen
Trauermücken schwarze Mücken, die um die Pflanze schwirren Ihre Larven fressen Wurzeln der Pflanze an Gelbfallen zur Erkennung und Dezimierung, Solbac bei leichtem und Traunem bei schwerem Befall

Wollläuse / Schildläuse 

weisse «Wollschicht» auf den Pflanzenblättern, oder einzelne weisse, haarige Punkte, oft in Blattachseln Sie saugen die Blätter aus und fördern den Pilzbefall Cryptolaemus-Marienkäferlarven zur gezielten Beseitigung, Zimmerpflanzenspray*

*Bei der Benutzung darauf achten, dass Katzen den Sprühnebel nicht einatmen oder anderweitig mit dem Spray in Kontakt kommen.​

Häufige Zimmerpflanzenkrankheiten

Krankheit Erkennungsmerkmale Ursache Lösung
Wurzelfäule Welken der Pflanze (gelbe Blätter) oder ähnliche Merkmale wie bei Trockenheit (knusprige Blätter), da durch die matschigen Wurzeln kein Wasser mehr aufgenommen werden kann. Zu viel Wasser. Die Wurzeln faulen ab und die Pflanze kann über die Wurzeln keinen Sauerstoff und keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Vorbeugung durch korrekte Wässerung. Verfaulte Wurzeln radikal wegschneiden und schauen, ob die Pflanze neu austreibt, sonst entsorgen.
Schwärzepilze (auch Russtau) Schwarzer oder dunkelbrauner Pilzbelag auf den Blättern (Flecken) Die Pflanze wird mit grosser Sicherheit von Schädlingen betroffen sein, welche Honigtau absondern, worauf sich Russtau bildet (z.B. Schildläuse, Blattläuse, weisse Fliegen...). Zur Bekämpfung den Schädling zuordnen, und diesen mit der entsprechenden Lösung beseitigen. Der Russtau an sich kann abgewischt werden.
Grauschimmel graubrauner Schimmel auf Trieben und Blättern Meist durch schlechte Luftzirkulation verursachter Pilzbefall. Luftzufuhr verbessern, befallene Teile entfernen, MycoStop, Amylo-X und Kalisan können vorbeugend oder bei ersten Symptomen eingesetzt werden, zusätzlich die Pflanze mit Schachtelhalmextrakt stärken.

Trieb- Stockfäule

Schwarzfärbung knapp über dem Substrat, welche zu den Blättern hochwandert. Betroffene Zimmerpflanzen können verwelken und eingehen. Es gibt kein Gegenmittel, jedoch kann die Pflanze mit guter Pflege eventuell noch gerettet werden. Dazu die Pflanze umtopfen und nur mässig wässern.

Echter Mehltau

Weisslich mehlartiger Belag auf den Blättern Übermässige Bewässerung, hohe Luftfeuchtigkeit, seltenes Lüften Vorbeugend MycoStop, sowie RosaSan und RosaForte verwenden.

Nicht nur bei einer Zimmerpflanze, die von Schädlingen befallen ist, auch bei Krankheiten gilt sofortiger Handlungsbedarf. Wer früh reagiert, verhindert, dass die Pflanze stark leidet oder gar abstirbt. In der obigen Tabelle sind häufige Krankheiten gelistet. Viele Krankheiten haben klare Erkennungsmerkmale, wodurch sie gut identifiziert werden können. Bei einem Krankheitsbefall ist es auch immer wichtig, die umstehenden Pflanzen zu prüfen. Oft können weitere betroffen sein. Je früher man dies bemerkt, desto kleiner die Schäden.

Sind die vierbeinigen Mitbewohner dafür bekannt, Grüner anzuknabbern, lohnt sich der Griff zur ungiftigen Zimmerpflanze. | © Andermatt Biogarten AG

Welche Pflanzen sind für Haustiere geeignet?

Giftige Zimmerpflanzen gibt es leider einige. Und auch wenn man schon von ihren prachtvollen Blättern im eigenen Indoor-Dschungel träumt, sollte man sich bewusst sein, dass diese für Haustiere und Kleinkinder gefährlich sein können.

Wer dem beim Kauf aus dem Weg gehen will, findet hier einige Vorschläge für schöne, ungiftige Pflanzensorten.

Zebrakraut (Tradesciantia zebrina) silbrig schimmernde Pflanzenblätter
Glückskastanie (Pachira aquatica) palmähnliche, pflegeleichte Pflanze
Grünlilie (Chlorophytum comosum) luftreinigend und pflegeleicht

Ufopflanze (Pilea)

wenig Ansprüche und Pflegeleicht

Müssen Zimmerpflanzen gedüngt werden?

Ja – Zimmerpflanzen brauchen regelmässig Nährstoffe. Da sie im Topf bleiben, sind die Vorräte im Substrat rasch aufgebraucht. Ohne Nährstoffnachschub werden sie schwach, wachsen langsamer und sind anfälliger für Krankheiten.

Eine gesunde Pflanze lebt von hoher Bodenfruchtbarkeit und einer aktiven Wurzelumgebung. Dies erreicht man durch hochwertiges Substrat, wie die leichte Bio-Universalerde. Die Zugabe von Mikroorganismen sorgt dafür, dass Nährstoffe aus der Erde aufgeschlossen und für die Wurzeln verfügbar gemacht werden. Mikroorganismen stärken die Pflanzen, fördern das Wurzelwachstum und unterstützen eine bessere Nährstoffaufnahme (z. B. mit dem Wurzelstärkungs-Set aus CarboVit, RhizoPlus und RhizoSan). 

Damit diese Nährstoffe überhaupt vorhanden sind, braucht es einen ausgewogenen Dünger – unser Bio-Zimmerpflanzendünger liefert mit Aminosäuren sowie einem idealen Verhältnis von Stickstoff, Phosphor und Kali alles, was Zimmerpflanzen für kräftiges, gesundes Wachstum benötigen. Nach dem Umtopfen, beim Neukauf oder über den Winter unterstützt zusätzlich ZimmerpflanzenVital die Vitalität und Gesundheit der Pflanzen.

Überdüngung vermeiden: Zu viel Dünger kann den Pflanzen schaden. Typische Anzeichen sind verbrannt aussehende Blattränder oder welk wirkende Blätter.

Je nach Pflanzengattung variieren auch Art und Häufigkeit der Düngung. Was gleich bleibt, ist der folgende Leitfaden:

  • Flüssigdünger vor der Anwendung immer verdünnen (Dosierung gemäss Verpackungsangaben)
  • Das Substrat sollte nach der Düngung gleichmässig feucht gehalten werden
  • Eine neu erworbene Pflanze erst nach ca. 6 Wochen düngen 
  • Nach dem Umtopfen ist die Düngung erst nach ca. 6 Wochen wieder nötig
  • Im Winter ist eine Düngung nicht nötig (wenig Nährstoffbedarf)

Tipp: Pflanzen aus dem Baumarkt oder Gartencenter sollten möglichst bald nach dem Kauf in frisches, qualitativ gutes Substrat umgetopft werden. Giessen Sie sie danach mit ZimmerpflanzenVital an – das stärkt das Wurzelwachstum, fördert die Nährstoffaufnahme und hilft der Pflanze, sich rasch an ihr neues Zuhause zu gewöhnen.

Wie giesst man Zimmerpflanzen richtig?

Der häufigste Pflegefehler bei Zimmerpflanzen? Zu viel giessen. Während die meisten Pflanzen mit (nicht allzu lange anhaltender) Trockenheit gut auskommen, wird Nässe schnell zum Problem. Wird zu viel oder zu oft gegossen, oder kann das Wasser nicht abfliessen, sammelt es sich unten im Topf (Staunässe) und die Wurzeln beginnen zu faulen. Es kommt kein Sauerstoff mehr zu den Wurzeln, und Nährstoffe und Wasser können bald nicht mehr aufgenommen werden; die Pflanze geht ein.

Um dies zu vermeiden, prüft man mit der Fingerprobe, ob die Pflanze wirklich Wasser braucht (Zeigefinger rein, ist die Erde unten noch feucht, wird noch gewartet). Zudem sorgt man mit einer Drainageschicht (unterste Schicht im Topf mit Blähton füllen, darauf ein wasserdurchlässiges Vlies) und einem Loch unten im Innentopf dafür, dass das Wasser gut abfliessen kann.

Ein Trick, um Staunässe zu vermeiden, und auch Trauermücken weniger Möglichkeiten zu geben, sich zu vermehren, ist das Giessen von unten. Dafür stellt man den Innentopf (mit Loch!) in einen Untersetzer und füllt diesen mit Wasser. Auch das Brünneli oder eine Wanne eignen sich, falls man gleich mehrere Pflanzen wässern möchte. Dann lässt man die Pflanze ca. 10 Minuten Wasser ziehen. Sollte sie einmal länger vergessen werden, ist das auch kein Drama. Wichtig ist, dass das übriggebliebene Wasser danach weggeschüttet, die Pflanze gut abgetropft, und erst dann zurück in ihren Übertopf gestellt wird.

Checkliste zur korrekten Zimmerpflanzenpflege

  • Standort mit wenig Zugluft und genügend Licht
  • genügend grosser Topf mit gutem Substrat und Drainageschicht
  • regelmässiges und korrektes Düngen
  • kein übermässiges Giessen
  • Vorbeugung von Krankheiten und Schädlingen durch Pflanzenstärkung
  • regelmässige Kontrolle auf Krankheiten und Schädlinge
  • Staub von glatten Blättern entfernen, damit die Photosyntheseleistung nicht abnimmt (ein feuchtes Tuch genügt, gilt nicht für behaarte Blätter)
  • für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen durch ein regelmässiges Besprühen oder besser Abduschen der Blätter, weitere Pflanzen in der Nähe und das Aufstellen einer Wasserschale oder eines Luftbefeuchters (gilt nicht für trockenheitsliebende Pflanzen wie Kakteen, oder die Pilea)

Keine Sorge, in vielen Fällen führen Zimmerpflanzen ein unbeschwertes Pflanzenleben. Sind Pflege und Verhältnisse passend, ist viel Arbeit schon getan und man braucht nicht gleich zum Pflanzendoktor zu werden. Lichtverhältnisse, Luftfeuchtigkeit und Wassermenge müssen stimmen, damit die Zimmerpflanze gut gedeihen kann.

Mit der Zeit merkt man immer besser, was der Pflanze fehlt. Wer sich konkret damit auseinandersetzen möchte, kann ein Gartenjournal führen. So kann man Informationen festhalten und später darauf zurückgreifen.

Pflege beginnt mit genauer Beobachtung der Zimmerpflanze, wer sich veraenderungen notiert, ist im Vorteil. | © Andermatt Biogarten AG

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