Engerlinge und Larven im Boden bestimmen

Aktualisiert am 16.10.2026

Man sticht ein Beet um, und da liegt sie, dick, weiss und eingerollt wie ein Gipfeli. Schädling oder Nützling? Das hängt ganz davon ab, wer da liegt.

Im Gartenboden leben die Larven von gut einem Dutzend Käfern, Faltern, Schnaken und Mücken. Viele sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Einige fressen Wurzeln von Rasen, Gemüse und Stauden, andere verwandeln Laub und morsches Holz in besten Humus. Wer ohne genaues Hinsehen bekämpft, trifft schnell auch die Falschen. Auch bei einem echten Schädling zahlt sich die genaue Bestimmung aus, denn nur das passende Mittel wirkt. Nützliche Nematoden sind auf bestimmte Larven spezialisiert. Gegen Maikäfer-Engerlinge helfen andere Nematoden als gegen Gartenlaubkäfer oder Dickmaulrüssler, und auch der beste Zeitpunkt ist von Art zu Art verschieden.

Mit ein paar einfachen Merkmalen lassen sich die häufigsten Bodenbewohner selbst bestimmen, ganz ohne Biologiestudium. Zu jedem Tier steht ausserdem, was wirklich hilft und wer im Garten freiwillig mithilft.

Bestimmungshilfe zum Ausdrucken (PDF)

Engerlinge erkennen mit dem Krabbeltest

Engerlinge sind die Larven der Blatthornkäfer. Dazu gehören Maikäfer, Junikäfer, Gartenlaubkäfer, Japankäfer und Rosenkäfer. Ihre Larven sehen sich verblüffend ähnlich. Sie sind weiss bis cremefarben, C-förmig gekrümmt und haben eine braune Kopfkapsel und drei Beinpaare. Die Grösse hilft nur bedingt, denn ein junger Maikäfer-Engerling ist nicht grösser als ein ausgewachsener Gartenlaubkäfer-Engerling.

Mehr verrät der Gang. Dazu legt man die Larve auf eine glatte Unterlage, etwa einen Teller, eine Fliese oder ein Brett, und schaut ihr eine Minute lang zu.

  • Dreht sie sich auf den Rücken und robbt los, ist es sehr wahrscheinlich ein Rosenkäfer. Seine Larve ist hinten dicker als vorne und hat nur kurze Stummelbeine. Sie gehört zurück in den Kompost, wo sie Pflanzenreste zu Humus verarbeitet.
  • Bleibt sie gekrümmt auf der Seite liegen, deutet das auf den Maikäfer. Seine Engerlinge sind die grössten im Rasen, werden bis 6,5 cm lang und haben lange, kräftige Beine.
  • Krabbelt sie auf den Beinen davon, kommen Junikäfer, Gartenlaubkäfer oder Japankäfer in Frage. Welche Art es ist, zeigt ein Blick auf das Hinterende oder die Erinnerung daran, welche Käfer in den letzten Sommern über dem Rasen geflogen sind.

Ganz zuverlässig ist der Test nicht, denn nicht jede Larve hält sich an das Lehrbuch. Es lohnt sich deshalb, auch auf Körperform und Fundort zu achten. Eine dicke Larve im Kompost ist fast immer ein Rosenkäfer, eine Larve unter einem braunen Rasenfleck eher ein Mai-, Juni- oder Gartenlaubkäfer.

Der Blick aufs Hinterende

Sicher bestimmen lassen sich Engerlinge nur am letzten Körpersegment. Auf dessen Unterseite liegt die Afteröffnung, davor sitzen Dörnchen und Borsten. Form und Anordnung unterscheiden sich von Art zu Art. Man hält die Larve zwischen Daumen und Zeigefinger, streckt sie sanft aus ihrer C-Form und schaut mit einer Lupe oder dem Zoom der Handykamera auf das Hinterende.

  • Eine geschwungene Afteröffnung wie ein lachender Mund, der «Smiley», und locker verstreute Borsten gehören zum Gartenlaubkäfer.
  • Eine quer liegende Afteröffnung mit zwei Dörnchenreihen davor, die zusammen ein V bilden, gehört zum Japankäfer. Ein solcher Fund muss dem kantonalen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden.
  • Eine Y-förmige Afteröffnung, der «Mercedes-Stern», gehört zum Junikäfer. Seine beiden kurzen Dörnchenreihen sind ringsum von Borsten umgeben.
  • Eine quer liegende Afteröffnung mit zwei langen Dörnchenreihen, die über das Borstenfeld hinausragen, gehört zum Maikäfer.

Einen zweiten Hinweis geben die Käfer selbst. Maikäfer schwärmen im April und Mai in der Abenddämmerung, Gartenlaubkäfer im Mai und Juni an sonnigen Tagen und Junikäfer von Mitte Juni bis Mitte Juli rund eine Stunde nach Sonnenuntergang. Die Engerlinge im Boden stammen meist von der Art, die dort geflogen ist. Beim Maikäfer kann dieser Flug drei bis vier Jahre zurückliegen, so lange leben seine Engerlinge im Boden.

Eine Larve ohne Beine ist kein Engerling. Kleine, beinlose, weisse Larven mit braunem Kopf in Topf und Beet sind meist Dickmaulrüssler-Larven, graue, beinlose Larven im Rasen meist Wiesenschnaken.

Alle Larven im Boden auf einen Blick

Larve Grösse Erkennungsmerkmal Wo Schädlich?
Dickmaulrüssler-Larve bis 12 mm beinlos, bauchwärts gekrümmt, brauner Kopf Töpfe, Beete, Hochbeete, nicht im Rasen ja, Wurzelfrass
Drahtwurm bis 25 mm gelblich, gestreckt, hart, kleine Beine Beete nach Wiesenumbruch ja, Kartoffeln, Karotten
Erdraupe bis 50 mm grau-braun, rollt sich bei Berührung ein Gemüse- und Salatbeet ja, nachts aktiv
Gartenlaubkäfer-Engerling bis 20 mm krabbelt auf den Beinen, Afteröffnung wie ein «Smiley» Rasen und Wiesen, v. a. 1000–1500 m ja, Rasenwurzeln
Japankäfer-Engerling bis 30 mm krabbelt auf den Beinen, Dörnchen in V-Form Rasen, Wiesen, Beete ja, meldepflichtig
Junikäfer-Engerling bis 45 mm krabbelt auf den Beinen, Y-förmige Afteröffnung kurz gemähter Rasen, Mittelland ja, Rasenwurzeln
Maikäfer-Engerling bis 65 mm liegt meist auf der Seite, lange kräftige Beine Rasen, Wiese, Obst- und Ziergehölze ja, starker Wurzelfrass
Maulwurfsgrille (jung) 20–35 mm wie eine kleine Grille mit Grabschaufeln Gemüsebeet, Rasen ja, Gänge und Wurzelfrass
Rosenkäfer-Engerling bis 50 mm dreht sich meist auf den Rücken, hinten dicker, kurze Beine Kompost, Mulch, Hochbeet meist nützlich
Trauermücken-Larve 3 mm glasig-weiss, schwarzer Kopf Topferde, Zimmerpflanzen ja, an Jungpflanzen
Wiesenschnaken-Larve bis 45 mm grau, beinlos, «Teufelsfratze» am Hinterende Rasen, Wiese ja
Wurzelbohrer-Raupe 20–50 mm weisslich, brauner Kopf, Bauchbeine Salat, Karotten ja

Wann Larve und Käfer im Garten fressen

Bei manchen Arten frisst nur die Larve, bei anderen auch der Käfer. Der Junikäfer selbst ist harmlos, sein Engerling nicht. Beim Gartenlaubkäfer fressen beide, nur zu verschiedenen Zeiten. Wer weiss, wann welches Stadium aktiv ist, handelt im richtigen Moment und spart sich unnötige Massnahmen.

Schädling Stadium Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Dickmaulrüssler Käfer         ● ● ● ●        
Larve     ● ● ●     ● ● ● ●  
Drahtwurm Schnellkäfer       ○ ○ ○ ○          
Larve       ● ● ●   ● ● ●    
Erdraupe Falter         ○ ○ ○ ○ ○      
Raupe         ● ● ● ● ●      
Gartenlaubkäfer Käfer         ● ●            
Engerling       ● ●     ● ● ●    
Japankäfer Käfer         ● ● ● ●        
Engerling       ● ●     ● ● ●    
Junikäfer Käfer           ○ ○          
Engerling       ● ● ● ● ● ● ●    
Maikäfer Käfer       ● ●              
Engerling       ● ● ● ● ● ● ●    
Wiesenschnake Schnake               ○ ○ ○    
Larve     ● ● ●       ● ● ●  

● frisst und richtet Schaden an, ○ unterwegs, aber harmlos

Die leeren Kreise sind eine gute Nachricht. Wer im Frühsommer einen Junikäfer oder Schnellkäfer entdeckt, im Sommer einen Eulenfalter oder im Spätsommer eine Wiesenschnake, muss nichts unternehmen. Die Tiere selbst richten keinen Schaden an, entscheidend ist, was später ihre Larven im Boden tun. Alle Angaben sind Richtwerte für das Mittelland, in höheren Lagen und nach kalten Frühlingen verschiebt sich alles um einige Wochen nach hinten.

Dickmaulrüssler-Larve erkennen (Otiorhynchus sulcatus)

Gefurchter Dickmaulrüssler, ausgewachsener Käfer | © Andermatt Biogarten AG

Der Käfer

  • Grösse: ca. 10 mm
  • Kennzeichen: dunkel gefärbt
  • Schaden: typischer buchtenartiger Frass an Blättern von eher hartlaubigen Pflanzen, Erdbeeren, Reben u. a.
  • Aktiv: Mai bis August, nachtaktiv; kann nicht fliegen
Dickmaulrüssler-Larve, weiss und beinlos mit brauner Kopfkapsel | © Andermatt Biogarten AG

Die Larve

  • Grösse: bis 12 mm
  • Kennzeichen: weisslich mit brauner Kopfkapsel, beinlos und bauchwärts gekrümmt
  • Schaden: frisst Wurzeln von Topf-, Beet- und Hochbeetpflanzen; nicht im Rasen
  • Zyklus: 1 Jahr
Amsel, natürliche Fressfeindin des Dickmaulrüsslers | © Andermatt Biogarten AG

Natürliche Fressfeinde

  • Säugetiere: Igel, Maulwurf, Spitzmäuse
  • Vögel: Amseln, Drosseln, Stare
  • Amphibien: Erdkröten
  • Insekten: Laufkäfer, parasitäre Wespen

Was tun gegen Dickmaulrüssler?

Drahtwurm erkennen (Larve des Schnellkäfers)

Schnellkäfer, das ausgewachsene Tier des Drahtwurms | © Andermatt Biogarten AG

Der Käfer (Schnellkäfer)

  • Grösse: ca. 7–10 mm
  • Kennzeichen: katapultiert sich durch Zurückschnellen des Kopfes in die Luft, dabei entsteht ein klickendes Geräusch
  • Schaden: frisst Blüten und Blätter, Schäden nicht von Bedeutung
Drahtwurm, gelbliche Larve des Schnellkäfers | © Andermatt Biogarten AG

Die Larve (Drahtwurm)

  • Grösse: bis 25 mm
  • Kennzeichen: gelblich, rund, mit dunklem Kopf, kleine Beine
  • Schaden: nagt an Wurzeln und kann zum Absterben der Pflanze führen, v. a. an Erdbeeren, Karotten und Kartoffeln nach Wiesenumbruch
  • Zyklus: 4–5 Jahre
Maulwurf, natürlicher Fressfeind von Drahtwürmern | © Andermatt Biogarten AG

Natürliche Fressfeinde

  • Säugetiere: Igel, Maulwurf
  • Vögel: Hühner
  • Reptilien: Eidechsen
  • Insekten: Laufkäfer, Ameisen

Was tun gegen Drahtwürmer?

Drahtwürmer leben vier bis fünf Jahre im Boden und tauchen gern dort auf, wo früher Wiese war. Beim Absammeln hilft ein alter Gärtnertrick.

  • Halbierte Kartoffeln 5 bis 10 cm tief eingraben und markieren. Nach einigen Tagen ausgraben und die Drahtwürmer entfernen.
  • In den ersten Jahren nach einem Wiesenumbruch keine Kartoffeln und Karotten pflanzen.
  • Laufkäfer und Igel fördern, zum Beispiel mit Laubhaufen und Totholzecken.

Gartenlaubkäfer-Engerling erkennen (Phyllopertha horticola)

Gartenlaubkäfer mit braunen Flügeldecken und metallisch-grünem Halsschild | © Andermatt Biogarten AG

Der Käfer

  • Grösse: ca. 8–12 mm
  • Kennzeichen: Flügeldecken braun, Halsschild metallisch-grün
  • Schaden: Blattfrass an Stauden und niedrigen Sträuchern
  • Flugzeit: Massenflug an sonnigen Vormittagen im Mai und Juni
Gartenlaubkäfer-Engerling, weiss mit brauner Kopfkapsel | © Andermatt Biogarten AG

Der Engerling

  • Grösse: bis 20 mm
  • Kennzeichen: krabbelt auf glatter Unterlage auf den Beinen; Afteröffnung wie ein «Smiley», Borsten locker verstreut
  • Schaden: frisst Wurzeln von Rasen und Wiesenpflanzen, v. a. in den Voralpen von 1000–1500 m
  • Zyklus: 1 Jahr
Igel, natürlicher Fressfeind von Gartenlaubkäfer-Engerlingen | © Andermatt Biogarten AG

Natürliche Fressfeinde

  • Säugetiere: Igel, Spitzmäuse, Fledermäuse, Maulwürfe
  • Vögel: Amseln, Meisen, Stare
  • Amphibien: Frösche, Kröten
  • Insekten: Laufkäfer, parasitäre Wespen, Kurzflügelkäfer

Was tun gegen Gartenlaubkäfer-Engerlinge?

  • Galanem-Nematoden von Juli bis September mit der Giesskanne ausbringen, bei mindestens 12 °C Bodentemperatur. Danach den Boden 10 Tage feucht halten. Die Nematoden dringen in die Engerlinge ein, die nach wenigen Tagen aufhören zu fressen und absterben.
  • Während des Massenflugs im Mai und Juni lockt die Falle Phyllotrap die Käfer mit einem Duftstoff an und fängt sie.

Japankäfer-Engerling erkennen (Popillia japonica)

Japankäfer mit kupfernen Flügeldecken und weissen Haarbüscheln | © Andermatt Biogarten AG

Der Käfer

  • Grösse: ca. 8–12 mm
  • Kennzeichen: Flügeldecken kupfern, Halsschild metallisch-grün, fünf weisse Haarbüschel je Seite und zwei am Hinterende
  • Schaden: frisst Blätter, Blüten und Früchte fast aller Pflanzen
  • Aktiv: Ende Mai bis Ende August
Japankäfer-Engerling, weiss mit brauner Kopfkapsel | © Andermatt Biogarten AG

Der Engerling

  • Grösse: bis 30 mm
  • Kennzeichen: krabbelt auf den Beinen; quer liegende Afteröffnung, davor zwei Dörnchenreihen in V-Form
  • Schaden: frisst Wurzeln von Rasen und Wiesenpflanzen
  • Zyklus: 1–2 Jahre
Spitzmaus, natürliche Fressfeindin von Japankäfer-Engerlingen | © Andermatt Biogarten AG

Natürliche Fressfeinde

  • Säugetiere: Spitzmäuse, Maulwürfe
  • Vögel: verschiedene Vogelarten
  • Insekten: Laufkäfer
  • Grenzen: Sie verringern den Bestand, können die Ausbreitung aber nicht zuverlässig verhindern. Gegen die Larven helfen zusätzlich Nematoden.

Japankäfer gefunden? Bitte melden!

Der Japankäfer ist ein invasiver Neuling und in der Schweiz ein prioritärer Quarantäneorganismus. Es gilt eine Melde- und Bekämpfungspflicht. Je früher ein Fund bekannt ist, desto besser lässt sich seine Ausbreitung bremsen.

  • Fundort und Foto an den Pflanzenschutzdienst des eigenen Kantons melden. Die aktuellen Befallszonen zeigt das Bundesamt für Landwirtschaft.
  • Die Engerlinge mit Galanem bekämpfen, Ende August bis Anfang Oktober und im April und Mai. Dabei die Notfallzulassung beachten.
  • Mehr zu Lebensweise und Massnahmen steht im Portrait des Japankäfers.

Junikäfer-Engerling erkennen (Amphimallon solstitiale)

Junikäfer mit hellbraunem, behaartem Halsschild | © Andermatt Biogarten AG

Der Käfer

  • Grösse: ca. 14–20 mm
  • Kennzeichen: ähnlich wie der Maikäfer, Halsschild hellbraun; Halsschild und Flügeldecken dicht behaart
  • Schaden: keine
  • Flugzeit: an warmen Abenden im Juni und Juli
Junikäfer-Engerling, weiss mit brauner Kopfkapsel | © Andermatt Biogarten AG

Der Engerling

  • Grösse: bis 45 mm
  • Kennzeichen: krabbelt auf glatter Unterlage auf den Beinen; Y-förmige Afteröffnung («Mercedes-Stern»)
  • Schaden: frisst Wurzeln von Rasen und Wiesenpflanzen, liebt kurz geschnittene Rasenflächen; im Mittelland
  • Zyklus: 2–3 Jahre
Mauereidechse mit einem erbeuteten Junikäfer im Maul | © Andermatt Biogarten AG

Natürliche Fressfeinde

  • Säugetiere: Igel, Dachse, Fledermäuse, Maulwurf
  • Vögel: Krähen, Stare, Meisen, Wiedehopf
  • Reptilien: Eidechsen
  • Amphibien: Frösche, Kröten
  • Insekten: parasitoide Wespen und Fliegen

Was tun gegen Junikäfer-Engerlinge?

Junikäfer mögen kurz gemähten Rasen im Mittelland. Ihre Engerlinge fressen die Graswurzeln, bis sich der Rasen wie ein Teppich abheben lässt.

  • Am empfindlichsten sind die jungen Engerlinge. Sie schlüpfen nach dem Flug im Juni und Juli und fressen ab August nahe an der Oberfläche. Jede Massnahme wirkt deshalb im Spätsommer des Flugjahres am besten.
  • Wo ohnehin umgegraben wird, etwa beim Neuanlegen von Rasen oder Beet, lohnt sich das zwischen August und Ende September. Dann sitzen die Engerlinge noch nahe an der Oberfläche, und die Bodenbearbeitung trifft sie.

Maikäfer-Engerling erkennen (Melolontha melolontha)

Maikäfer mit braunen Flügeldecken und weissen Dreiecksflecken an der Seite | © Andermatt Biogarten AG

Der Käfer

  • Grösse: ca. 20–30 mm
  • Kennzeichen: an den Seiten weisse, dreieckige Flecken; Flügeldecken braun
  • Schaden: frisst Blätter von Laubbäumen, selten Äpfel
  • Flugzeit: in der Abenddämmerung von April bis Mai
Maikäfer-Engerling, der grösste Engerling im Rasen | © Andermatt Biogarten AG

Der Engerling

  • Grösse: bis 65 mm
  • Kennzeichen: liegt auf glatter Unterlage seitlich gekrümmt; quer liegende Afteröffnung, zwei lange Dörnchenreihen ragen über das Borstenfeld hinaus
  • Schaden: starker Frass an Wurzeln, Knollen und Rhizomen von Kulturpflanzen, Rasen und Wiese; Vorkommen bis in Höhenlagen
  • Zyklus: 3–4 Jahre
Rabenkrähe, natürliche Fressfeindin von Maikäfer-Engerlingen | © Andermatt Biogarten AG

Natürliche Fressfeinde

  • Säugetiere: Fledermäuse, Wildschweine, Dachse
  • Vögel: Eulen, Krähen, Greifvögel, Grünspechte, Amseln
  • Amphibien: Frösche, Kröten, Molche
  • Insekten: Steinkriecher, Laufkäfer

Was tun gegen Maikäfer-Engerlinge?

Maikäfer fliegen regional alle drei bis vier Jahre in grosser Zahl. Die Weibchen legen ihre Eier in den Boden, und im Herbst nach diesem Flugjahr sind die Engerlinge noch jung und empfindlich. Genau dann wirken Nematoden am besten.

  • Melonem mit der Giesskanne ausbringen, bei mindestens 14 °C Bodentemperatur. Danach den Boden 14 Tage feucht halten.
  • Die Behandlung in den Folgejahren wiederholen, das erhöht die Wirkung.
  • Ein aufgewühlter Rasen ist ärgerlich und zugleich ein gutes Zeichen. Krähen, Grünspechte und Dachse holen sich die Engerlinge.

Rosenkäfer-Engerling erkennen (Cetoniinae)

Rosenkäfer, metallisch grün glänzend | © Andermatt Biogarten AG

Der Käfer

  • Grösse: ca. 15–20 mm
  • Kennzeichen: glänzt intensiv metallisch-grün bis gold-grün
  • Schaden: Blütenfrass, meist unbedeutend
  • Flugzeit: an warmen, sonnigen Tagen von Mai bis August
Rosenkäfer-Engerling, hinten dicker als vorne, Nützling im Kompost | © Andermatt Biogarten AG

Der Engerling

  • Grösse: bis 50 mm
  • Kennzeichen: dreht sich auf glatter Unterlage meist auf den Rücken; hinten dicker als vorne, kurze Beine
  • Schaden: meist nützlich, zersetzt Pflanzenreste im Kompost; nur bei Massenauftreten in Töpfen und Hochbeeten Wurzelfrass möglich
  • Zyklus: 2–3 Jahre
Erdkröte, natürliche Fressfeindin von Rosenkäfer-Engerlingen | © Andermatt Biogarten AG

Natürliche Fressfeinde

  • Säugetiere: Spitzmäuse, Igel, Maulwurf
  • Vögel: Meisen, Spechte, Stare, Drosseln
  • Amphibien: Frösche, Kröten, Molche

Was tun mit Rosenkäfer-Engerlingen?

Am besten nichts. Rosenkäfer-Engerlinge sind die Kompost-Profis unter den Larven und verwandeln Pflanzenreste in Humus. Die metallisch glänzenden Käfer naschen später etwas an Blüten, richten aber kaum Schaden an.

  • Beim Umsetzen gefundene Larven zurück in den Kompost setzen.
  • Treten sie in Töpfen oder Hochbeeten in Massen auf, die Komposterde sieben und die Oberfläche mit Mulchvlies oder Mulchscheiben aus Schafwolle abdecken.

Weitere Larven im Boden

Nicht alles, was im Boden kriecht, ist ein Käfer-Kind. Auch Falter, Schnaken, Grillen und Mücken legen ihre Eier in die Erde. Ihre Larven unterscheidet man am einfachsten an den Beinen. Raupen haben neben den drei Brustbeinpaaren zusätzlich Bauchbeine, Schnaken- und Mückenlarven haben gar keine.

Erdraupe, grau-braune Raupe eines Eulenfalters | © Andermatt Biogarten AG

Erdraupe (Agrotis-Arten)

  • Grösse: bis 50 mm
  • Kennzeichen: grau-braun bis grünlich, unbehaart, rollt sich bei Berührung ein
  • Schaden: frisst nachts Wurzeln, Blätter und Früchte von Salat und Gemüse
  • Erwachsenes Tier: nachtaktiver Eulenfalter, grau-braun, harmlos
  • Was tun: Carponem von Ende April bis September. Mehr im Portrait der Erdraupen.
Maulwurfsgrille oder Werre mit schaufelartigen Vorderbeinen | © Andermatt Biogarten AG

Maulwurfsgrille oder Werre (Gryllotalpa gryllotalpa)

  • Grösse: Jungtier 20–35 mm, erwachsen 40–50 mm
  • Kennzeichen: wie eine kleine Grille mit schaufelartigen Vorderbeinen zum Graben
  • Schaden: gräbt Gänge und frisst Wurzeln an Gräsern, Gemüse und Zierpflanzen
  • Erwachsenes Tier: schädlich wie die Jungtiere, aktiv von Mai bis Juli
  • Was tun: Carponem Ende April bis Mai.
Trauermücken-Larve, glasig-weiss mit schwarzem Kopf | © Andermatt Biogarten AG

Trauermücke (Sciaridae)

  • Grösse: Larve 3 mm
  • Kennzeichen: glasig-weisse, wurmartige Larve mit schwarzem Kopf
  • Schaden: frisst an Wurzeln von Zimmerpflanzen und Setzlingen, die Pflanzen welken
  • Erwachsenes Tier: kleine schwarze Mücke, fliegt beim Giessen auf, harmlos
  • Was tun: Gelbfallen gegen die Mücken, Nematoden gegen die Larven. Mehr im Portrait der Trauermücken.
Wiesenschnake (Tipula paludosa) | © Andermatt Biogarten AG

Wiesenschnake (Tipula paludosa)

  • Grösse: Larve bis 45 mm
  • Kennzeichen: grau, beinlos, zylindrisch, Fortsätze am Hinterende («Teufelsfratze»)
  • Schaden: frisst Rasenwurzeln, Keimlinge und Jungpflanzen
  • Erwachsenes Tier: langbeinige, mückenartige Schnake, sticht nicht und ist harmlos
  • Was tun: Carponem von Mitte September bis Anfang Oktober. Mehr im Portrait der Erdschnaken.
Wurzelbohrer-Raupe, weisslich mit braunem Kopf | © Andermatt Biogarten AG

Wurzelbohrer (Hepialidae)

  • Grösse: Raupe 20–50 mm
  • Kennzeichen: weiss bis hellbraun, brauner Kopf, drei Brustbeinpaare und Bauchbeine
  • Schaden: höhlt Pfahlwurzeln und Wurzelhals aus, häufig an Salat und Karotten
  • Erwachsenes Tier: bräunlicher bis gelblicher Nachtfalter, harmlos
  • Was tun: befallene Pflanzen entfernen, Raupen absammeln, den Boden regelmässig lockern und weniger mulchen.

Nicht jeder Engerling ist ein Bösewicht

Bevor die Giesskanne mit Nematoden zum Einsatz kommt, lohnt sich ein zweiter Blick. Einige der dicksten Larven im Garten fressen keine lebenden Wurzeln, sondern totes Pflanzenmaterial und morsches Holz, und machen daraus Humus. Wer sie erkennt und in Ruhe lässt, sieht später vielleicht einen der schönsten Käfer im Garten.

  • Der Rosenkäfer-Engerling lebt im Kompost und dreht sich auf glattem Grund meist auf den Rücken. Der Käfer glänzt grün-golden und besucht Blüten.
  • Der Nashornkäfer-Engerling ist deutlich grösser als alle Rasen-Engerlinge und lebt in Kompost, Holzhäcksel und morschem Holz. Das Männchen trägt ein Horn auf dem Kopf. Der Nashornkäfer ist in der Schweiz geschützt.
  • Der Hirschkäfer-Engerling lebt mehrere Jahre in morschen Baumstrünken und Wurzeln, vor allem von Eichen. Auch der Hirschkäfer ist in der Schweiz geschützt, alte Strünke bleiben deshalb am besten stehen.
  • Enchyträen sind kleine, weisse Würmchen ohne Beine. Als Verwandte des Regenwurms zeigen sie einen feuchten, humusreichen Boden an.

Als Faustregel gilt, dass eine dicke Larve im Kompost oder in morschem Holz fast immer ein Nützling ist. Eine Larve im Rasen oder an lebenden Wurzeln verdient einen genaueren Blick.

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Produktbild zu «Melonem - Gegen Maikäferlarven»

Melonem gegen Maikäferlarven

Nematoden zur biologischen Bekämpfung von Maikäferlarven. Am wirksamsten im ersten Larvenstadiums des dreijährigen Entwicklungszykluses von Maikäfern.
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Produktbild zu «Galanem® - Gegen Gartenlaub- und Japankäfer»

Galanem

50 Mio. für 50 m2 - Nematoden zur biologischen Bekämpfung von Gartenlaubkäfer-Engerlingen im Rasen & Japankäfern.
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Produktbild zu «Phyllotrap» | © Andermatt Biocontrol Suisse AG

Phyllotrap

Die Phyllotrap-Falle lockt ausgewachsene Gartenlaubkäfer mit einem Duftstoff an und fängt sie.
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Produktbild zu «Meginem® Pro-Nematoden gegen Dickmaulrüsslerlarven»

Meginem Pro-Nematoden

Nematoden zur biologischen Bekämpfung von Dickmaulrüssler-Larven
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Produktbild zu «Meginem Cold-Nematoden gegen Dickmaulrüsslerlarven»

Meginem Cold-Nematoden

Nematoden (Heterorhabditis downesi) zur biologischen und frühzeitigen oder späten Bekämpfung der Dickmaulrüssler-Larven bei kälteren Bodentemperaturen ab 8 °C.
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Produktbild zu «ColeoStop® gegen Dickmaulrüsslerkäfer»

ColeoStop

Das nützlingsschonende ColeoStop-Brett enthält Nematoden, welche die Dickmaulrüsslerkäfer reduzieren. ColeoStop ist eine unterstützende Bekämpfungsart zu Meginem-Pro-Nematoden.
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Produktbild zu «Carponem®» | © Andermatt Biogarten AG

Carponem

Carponem wirkt spezifisch gegen pflanzenschädigende Werren (Maulwurfsgrillen), Erdraupen, Erdschnaken und Wiesenschnaken. Es besteht aus Nematoden, welche die Schädlinge natürlich bekämpfen.
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Produktbild zu «AquaNemix für Nematoden»

AquaNemix für Nematoden

Mit dem praktischen Dosiergerät lassen sich grössere Mengen an Nematoden einfach und schnell ausbringen.
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Produktbild zu «Biogarten Fledermauskasten» | © RAZ Werkatelier

Biogarten Fledermauskasten

Der Kasten aus Holz dient verschiedenen kleinen Fledermausarten als Sommer- und Winterquartier.

Häufige Fragen zu Engerlingen und Larven im Boden