Japankäfer

Eine steigende Zahl an invasiven Insekten – darunter auch Schädlinge – erobern durch den Klimawandel neue Gebiete. Darunter auch der Japankäfer. So faszinierend die glänzenden Tiere auch ausschauen, sie werden sich zur Plage entwickeln, wenn man ihren Bestand nicht eindämmen kann.

Der Japankäfer ist bezüglich Nahrung alles andere als wählerisch. Im Grunde genommen frisst er sich durch das beinahe komplette Nahrungsangebot, welches im Garten oder auf Feldern angebaut wird.

Das verursacht oberirdisch Ernteverluste durch die Käfer – und als ob das nicht bereits genug wäre, fressen sich die Japankäferlarven an den Wurzeln der Pflanzen in Beeten und Rasen satt.

Der Japankäfer (Popillia japonica) wurde in der Schweiz das erste Mal um 2017 im Tessin entdeckt und seither verbreitet sich der Käfer in unseren Breiten. Im Juni 2023 wurde dieser auch nördlicher (bei Kloten/ZH) gefunden und dokumentiert. Der invasive Käfer wurde als blinder Passagier eingeschleppt und kann sich, gemäss Agroscope, vom Fundort pro Jahr im Umkreis von 1–20 Kilometer ausbreiten. Andere Quellen sprechen von einer Ausbreitung des flugfähigen Käfers bis zu 24 Kilometer pro Jahr. 

Der Käfer gilt als sogenannter «prioritärer Quarantäneorganismus». Somit gibt es eine Melde- und Bekämpfungspflicht in der Schweiz (Pflanzenschutzdienst der jeweiligen Kantone).

Erkennungsmerkmale Japankäfer

Japankäfer gleichen unseren einheimischen Gartenlaubkäfern. Die auffälligen weissen Haarbüschel verraten ihn jedoch und lassen ihn zweifelsfrei erkennen. Bei den Larven ist die Unterscheidung zwischen Maikäfern und dem Japankäfer auf den ersten Blick etwas schwieriger. 

Käfer:

  • Tagaktiv
  • Grösse ca. 8–12 mm lang, ca. 5–7 mm breit
  • Metallisch-schimmernde, kupferne Flügeldecken
  • Changierender, grün-kupferner, metallisch schimmernder Halsschild
  • An Hinterleibseite jeweils fünf markante weisse, kleine Haarbüschel
  • Am Hinterteil-Ende (Abdominalsegment) 2 breitere weisse Haarbüschelflecken, getrennt durch einen schwarzen Bereich
  • Ende Mai bis Ende August in der Schweiz unterwegs
  • Droh-/Alarmverhalten ähnlich wie bei Hummeln: Der Japankäfer streckt ein Beinpaar seitlich aus und verharrt in dieser Stellung
  • Lebenserwartung: ca. 1–1.5 Monate

Larven:

  • Ähnliche C-förmige Haltung wie die Maikäferlarven
  • Abdominalsegment (Hinterteil) mit V-förmig angeordneten Borsten

Mit Nützlingen gegen Schädlinge. Die natürlichste und wirksamste Bekämpfung der Japankäferlarven findet im Boden statt. Mit der Hilfe von mit Giesswasser ausgebrachten Nematoden kann man gezielt gegen die Larven des Japankäfers vorgehen. Sobald es kühler wird, ziehen sich die Larven im Spätherbst in tiefere Bodenregionen zurück und überwintern passiv im Boden. Sobald die Temperaturen wieder ansteigen, werden die Tiere wieder aktiv und setzen ihren verheerenden Wurzelfrass fort. Idealerweise sind die Nematoden ab einer Temperatur von 12° C auch wieder einsatzbereit.

Für alle, welche die höchstmögliche Eindämmung der Larven erreichen möchten, empfehlen wir die Ausbringung von Nematoden im Frühherbst wie auch im Frühling, sobald die nötigen Temperaturen erreicht werden.

Speisekarte des Japankäfers

Der Käfer ist wie erwähnt alles andere als wählerisch bei seinem Speiseplan. Er frisst sich gerne quasi «einmal quer durch den Garten». Frassspuren sind auf Blättern (skelettiert), Blüten und Früchten zu finden. Dabei ist es egal, ob es sich um Beeren, Obst, Mais, oder gar Rosen handelt.

Oft sammeln sich die adulten Käfer zu ganzen Gruppen und fressen sich gemeinsam von oben nach unten. Findet man skelettierte Blätter an den Pflanzen, sollte man den Garten gut im Auge behalten.

Die Larve frisst sich derweilen während der aktiven Phase quer durch die feuchten Wiesen- und Rasenflächen. Sie macht jedoch auch vor den Wurzeln vieler Kulturpflanzen nicht halt.

Massnahmen gegen den Japankäfer

  • Bei Entdeckung des Käfers Meldung machen
  • Fernhaltebarrieren an Kulturen mit Hilfe von feinmaschigen Netzen gegen den Käferbefall und eine mögliche Eiablage in den Beeten
  • Ende Juli / anfangs August (bis Oktober) und April/Mai Nematoden gegen die Larven ausbringen
  • Bei freien Flächen und Beeten nur giessen, wo nötig (Japankäfer bevorzugen für die Eiablage feuchten Boden – ein Weibchen legt zwischen 40–60 Eier)

Hinweis: Bei einer Japankäfer-Sichtung im Garten ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass eine Eiablage erfolgt und ab Spätsommer Larven im Boden vorhanden sind. Daher ist bei einem Käferfund die Behandlung aller Rasenflächen und Gartenbeete mit Nematoden empfehlenswert.