Die besten Pflanzzeiten für eine Hecke sind Mitte September bis Ende Oktober sowie März und April. Eine Hecke aus einheimischen Sträuchern schützt vor Wind und Blicken und trägt Blüten, Beeren und Nüsse.
Wer eine Hecke pflanzt, pflanzt allerdings mehr als ein paar Sträucher. Hier entsteht eine Wohngemeinschaft für Vögel, Igel und unzählige Insekten, und zwar für die nächsten Jahrzehnte. Eine Hecke wächst nicht über Nacht, sondern wird mit jedem Jahr dichter, vielfältiger und belebter. Umso mehr lohnt sich vor dem ersten Spatenstich etwas Planung.
Diese Anleitung führt von der Idee bis zum ersten Schnitt und erklärt unterwegs die Hintergründe. Denn kein Garten gleicht dem anderen. Wer weiss, warum etwas so gemacht wird, findet auch für die schattige Ecke oder den schmalen Streifen am Zaun die passende Lösung.
Inhalt
| Thema | Kurzbeschreibung |
|---|---|
| Pflanzzeit | Mitte September bis Ende Oktober oder März und April, nicht bei Frost oder in nassen Boden |
| Abstand | Freiwachsende Hecke 0,5 bis 1,5 m zwischen den Sträuchern, je nach Endgrösse der Art, und rund 1 m zwischen den Reihen; geschnittene Ligusterhecke 3 bis 5 Pflanzen pro Meter |
| Anordnung | Hohe Sträucher in die Mitte oder nach hinten, niedrige an den Rand, gleiche Arten in Gruppen |
| Dornensträucher | Rund ein Drittel der Pflanzen |
| Nach dem Pflanzen | Kräftig angiessen, auch bei Regen, und den Boden mit Mulch abdecken |
| Dünger | Nicht nötig |
| Schnitt | In den ersten zwei Jahren meist keiner; danach alle zwei bis drei Jahre auslichten, zwischen November und Februar |
Am Anfang steht die Frage, welche Aufgabe die Hecke übernehmen soll. Sichtschutz beim Sitzplatz, Windschutz an der Grundstücksgrenze, ein Naschgarten mit Wildobst oder ein Rückzugsort für Vögel?
Oft lassen sich mehrere Wünsche verbinden. Ein lückenloser Sichtschutz ist meist nur auf wenigen Metern nötig, und dort darf die Hecke dichter und gepflegter sein als anderswo.
Die meisten Sträucher kommen als handliche Topfpflanzen in den Garten, werden je nach Art aber 1,5 m bis über 5 m hoch. Eine freiwachsende Hecke aus niedrigen Sträuchern wird 1 bis 3 m breit, mit grossen Sträuchern und kleinen Bäumen deutlich breiter. Wer von Anfang an mit der Endgrösse plant, erspart sich später viel Schnittarbeit. Das gilt auch für Wege. Bleibt beim Pflanzen genug Abstand, ist der Weg auch Jahre später noch frei.
Sonne oder Schatten, trockener Kiesboden oder schwerer, feuchter Lehm? Diese Bedingungen entscheiden darüber, welche Sträucher sich wohlfühlen. Pflanzen am passenden Standort wachsen kräftiger und brauchen weniger Pflege.
Wie weit eine Hecke von der Grundstücksgrenze und von Strassen entfernt sein muss und wie hoch sie dort werden darf, regeln Kantone und Gemeinden. Auskunft gibt die Gemeindeverwaltung. Ein kurzer Anruf vor dem Pflanzen erspart später manche Diskussion über den Zaun.
Soll die Hecke regelmässig mit der Heckenschere in Form gebracht werden, oder darf sie frei wachsen? Davon hängen Pflanzenwahl und Abstände ab.
Eine lebendige Hecke besteht aus einheimischen Arten, ist gemischt und enthält einen guten Anteil an Dornensträuchern. Die Gründe dafür liegen in der Tierwelt.
Viele Insekten sind auf ganz bestimmte Pflanzen angewiesen. Die Raupen des Zitronenfalters zum Beispiel fressen fast ausschliesslich an Faulbaum und Kreuzdorn. Fehlen diese Sträucher, fehlt auch der Falter. Einheimische Sträucher sind zudem an Klima und Boden angepasst. Viele Pflanzen in unserem Sortiment sind Schweizer Ökotypen. Ihr Ausgangsmaterial, also Samen oder Stecklinge, stammt aus der Schweiz. Die Gemeine Berberitze hat ihre Wurzeln in Ausserberg im Wallis, der Gemeine Schneeball in Toffen im Kanton Bern.
Eine Hecke aus mehreren Arten blüht über einen längeren Zeitraum und trägt zu unterschiedlichen Zeiten Früchte. So finden Insekten und Vögel über viele Monate Nahrung. Fällt eine Art wegen einer Krankheit aus, bleibt die Hecke trotzdem geschlossen.
Im Geflecht von Schwarzdorn, Kreuzdorn oder Wildrosen sind Vogelnester gut vor Fressfeinden geschützt. Der Neuntöter nutzt die Dornen sogar als Vorratskammer und spiesst dort seine Beute auf. Fachstellen empfehlen, dass rund ein Drittel der Sträucher Dornen trägt.
Einige Heckensträucher tragen giftige Früchte, darunter Pfaffenhütchen, Faulbaum, Rote Heckenkirsche und Blutroter Hartriegel. Essbare Früchte haben zum Beispiel Kornelkirsche, Felsenbirne, Haselnuss und Wildrosen. Die Beeren des Schwarzen Holunders sind roh unverträglich und werden nur gekocht verwendet.
Seit dem 1. September 2024 dürfen Kirschlorbeer und weitere invasive gebietsfremde Pflanzen in der Schweiz nicht mehr verkauft oder weitergegeben werden. Kirschlorbeer breitet sich bis in die Wälder aus und verdrängt dort einheimische Pflanzen. Bestehende Hecken dürfen stehen bleiben. Eine einheimische Alternative, die sich gut schneiden lässt, ist der Gemeine Liguster. Er hält sein Laub in milden Lagen oft bis weit in den Winter, und seine duftenden Blüten werden im Frühsommer von vielen Insekten besucht.
Einige Heckensträucher können Krankheiten oder Schädlinge auf Kulturpflanzen übertragen.
Holunder, Liguster und Felsenbirne sind Flachwurzler und machen Nachbarpflanzen im Beet das Wasser streitig. Sanddorn, Blutroter Hartriegel und Schwarzdorn bilden Ausläufer und breiten sich mit der Zeit seitlich aus. In einer grossen Wildhecke ist das erwünscht, neben Wegen oder Gemüsebeeten eher nicht. Dort hält eine Wurzelsperre die Ausläufer in Schach.
| Standort | Geeignete Sträucher |
|---|---|
| Sonnig, eher trocken | Felsenbirne, Sanddorn, Schwarzdorn, Alpen-Johannisbeere, Strauchwicke, Apfel-Rose |
| Halbschatten bis Schatten | Rote Heckenkirsche, Blutroter Hartriegel, Faulbaum, Kreuzdorn, Mehlbeere |
| Feucht | Purpur-Weide, Traubenkirsche |
| Wenig Platz (bis etwa 2 m hoch) | Alpen-Johannisbeere, Essigrose, Alpen-Hagrose, Bibernellrose, Strauchwicke |
| Geschnittene Hecke | Gemeiner Liguster, Kornelkirsche, Blutroter Hartriegel |
| Dornig, als Vogelschutz | Schwarzdorn, Kreuzdorn, Berberitze, Sanddorn, Wildrosen |
Wuchshöhe, Pflanzabstand und Standortansprüche jeder Art stehen bei der jeweiligen Pflanze im Shop. Fertig zusammengestellte Kombinationen, von der kleinen Hecke für wenig Platz bis zur grossen Wildobsthecke, finden sich weiter unten und in den Pflanzbeispielen für wilde Hecken.
Die besten Zeiten für eine Hecke aus Topfpflanzen sind der Herbst, von Mitte September bis Ende Oktober, sowie März und April. Im Herbst ist der Boden noch warm. Die Sträucher bilden bis zum Winter neue Wurzeln und starten mit einem Vorsprung in die erste Saison. Auf schweren, eher nassen Böden ist der Frühling oft die bessere Wahl.
Topfpflanzen lassen sich auch im Frühsommer noch setzen. Dann brauchen sie in den ersten heissen Wochen allerdings regelmässig und kräftig Wasser.
In gefrorenen, schneebedeckten oder vernässten Boden wird nicht gepflanzt. Klebt die Erde am Spaten wie Knetmasse, lohnt es sich, ein paar trockene Tage abzuwarten.
Bis Ende November lassen sich nur noch nacktwurzlige Sträucher pflanzen, also Pflanzen ohne Topf und Erdballen. Was dabei zu beachten ist, steht auf der Seite Wurzelnackt – wenn Pflanzen barfuss gehen.
Wie viele Pflanzen es braucht und wie sie stehen, hängt davon ab, welche Art von Hecke entstehen soll. Vom schmalen Saum ums Gemüsebeet bis zur breiten Wildhecke gibt es vier Grundformen.
Eine niedrige Einfassung ist gewissermassen die Hecke im Miniformat. Lange war der Buchs dafür die erste Wahl. Seit der Buchsbaumzünsler vielerorts ganze Einfassungen kahl frisst, sind Alternativen gefragt.
Eine einheimische Möglichkeit ist der Echte Gamander. Er wird bis 40 cm hoch, blüht im Sommer violett und ist bei Bienen und Schmetterlingen beliebt. Gepflanzt wird er im Abstand von 20 cm, also mit etwa fünf Pflanzen pro Meter, an einem sonnigen Platz mit durchlässigem Boden.
Wer am Buchs festhalten möchte, kann ihn mit biologischen Mitteln vor dem Zünsler schützen.
Entlang eines Zauns oder einer schmalen Grundstücksgrenze wird in einer einzigen Reihe gepflanzt. Für eine geschnittene Hecke, etwa aus Liguster, braucht es je nach Grösse der Jungpflanzen 3 bis 5 Pflanzen pro Meter.
Soll die Hecke frei wachsen, richtet sich der Abstand nach der Endgrösse der Sträucher. Niedrige Arten wie Alpen-Johannisbeere oder Wildrosen stehen 0,5 bis 1 m auseinander, grosse wie Schwarzdorn oder Holunder rund 1,5 m. Stehen sie zu eng, muss schon nach wenigen Jahren die Hälfte wieder raus. Die einreihige Hecke braucht am wenigsten Platz, bietet Tieren aber auch am wenigsten Deckung.
Mit zwei Reihen wird die Hecke dichter und vielfältiger. Die Reihen liegen rund 1 m auseinander. In der Reihe richtet sich der Abstand wie bei der Zaunhecke nach der Grösse der Sträucher. Die Pflanzen der zweiten Reihe werden versetzt gesetzt, also auf Lücke. Die höheren Sträucher kommen nach hinten, die niedrigeren nach vorne.
Wer genug Platz hat, pflanzt drei Reihen, wiederum versetzt und mit rund 1 m Abstand zwischen den Reihen. In die mittlere Reihe gehören die hohen Sträucher und, wenn gewünscht, einzelne kleine Bäume wie die Vogelbeere, die entsprechend mehr Platz bekommen. Die beiden äusseren Reihen bleiben den niedrigeren Sträuchern vorbehalten. So entsteht eine gestufte Hecke, die auf beiden Seiten bis zum Boden dicht ist und vielen Tieren Nahrung, Nistplätze und Deckung bietet. Mit den Jahren wird eine solche Hecke mehrere Meter breit.
Unabhängig vom Heckentyp werden gleiche Arten in Gruppen gepflanzt, damit sich schwachwüchsige Arten neben kräftigen Nachbarn behaupten können. Bewährt haben sich Gruppen von drei bis fünf Sträuchern derselben Art. Grosse Sträucher stehen besser einzeln oder zu zweit bis dritt. Beim Sanddorn braucht es zudem beide Geschlechter. Er ist zweihäusig, und die weiblichen Sträucher tragen nur Beeren, wenn eine männliche Pflanze in der Nähe steht.
Was am Anfang licht aussieht, schliesst sich mit den Jahren. Zu eng gesetzte Sträucher nehmen sich dagegen gegenseitig das Licht, verkahlen von unten und brauchen mehr Schnitt. Bei jeder Pflanze im Shop stehen Endhöhe und Wuchsbreite. Daran lässt sich ablesen, wie viel Platz ein Strauch braucht.
Weitere Beispiele für attraktive und vielfältige Hecken sind auf der Wilde (H-)Ecken Seite zu finden.
Bei Topfpflanzen genügt es, beim Pflanzen beschädigte Triebe zu entfernen.
Im ersten Jahr braucht die junge Hecke etwas Aufmerksamkeit. Danach kommt sie weitgehend allein zurecht.
In Trockenperioden wird die Hecke wiederholt und durchdringend gegossen. Seltene, grosse Wassermengen sind besser als täglich ein wenig, denn so wachsen die Wurzeln in die Tiefe, wo der Boden länger feucht bleibt. Gut eingewachsene einheimische Sträucher kommen meist ohne zusätzliches Wasser aus.
Die Mulchschicht hält den Boden feucht und unterdrückt Gräser. In den ersten Jahren wird der Bewuchs zwischen den Sträuchern kurz gehalten, damit die Jungpflanzen nicht überwachsen werden. Auch Wühlmäuse siedeln sich dann weniger an.
Ein Dünger ist nicht nötig. Einheimische Wildsträucher kommen mit dem aus, was der Boden bietet.
Am Fuss der Hecke darf ein Saum aus Stauden und Wildkräutern wachsen. Wird er abschnittsweise und möglichst spät im Jahr gemäht, finden Insekten dort Nahrung und Unterschlupf. Walderdbeeren eignen sich gut als Bodendecker am Heckenrand und tragen Früchte für Mensch und Tier. Das Laub darf im Herbst unter den Sträuchern liegen bleiben. Es verbessert den Boden, und der Igel braucht ein Laubnest für den Winterschlaf.
In den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung ist meist kein Schnitt nötig. Danach werden die Sträucher je nach Platz alle zwei bis drei Jahre geschnitten.
Geschnitten wird ausserhalb der Brutzeit, am besten im Winter zwischen November und Ende Februar. Dann werden die Vögel nicht gestört, und das Astgerüst ist gut zu erkennen.
Sträucher mit vielen Früchten bleiben möglichst lange unberührt, weil sie im Winter eine wichtige Nahrungsquelle sind. Sie kommen zuletzt an die Reihe, im Februar oder spätestens Anfang März, und nur nach einem prüfenden Blick auf frühe Nester.
Für Hecken entlang von Strassen und Grundstücksgrenzen gelten oft Vorschriften der Gemeinde.
Eine Wildhecke wird nicht in Form geschnitten, sondern ausgelichtet. Dabei wird pro Strauch höchstens ein Drittel der älteren, dicken Äste bodennah entfernt. Das bringt Licht ins Innere, und von unten wachsen junge Triebe nach. Bei dornigen Sträuchern wie Schwarzdorn, Kreuzdorn oder Wildrosen lohnt es sich, immer an derselben Stelle zu schneiden. Dort verzweigt sich der Strauch stark und bildet geschützte Nistplätze.
Das Zurückschneiden ganzer Sträucher bis knapp über den Boden, das sogenannte Auf-den-Stock-Setzen, eignet sich vor allem für lange Hecken in der offenen Landschaft. Für kürzere Hecken im Siedlungsgebiet empfehlen Vogelschutzfachleute stattdessen das Auslichten.
Eine Formhecke, zum Beispiel aus Liguster, wird ein- bis zweimal im Jahr geschnitten. Der Hauptschnitt erfolgt im Winter. Wer im Sommer nachschneidet, sucht die Hecke vorher sorgfältig nach Nestern ab und verschiebt den Schnitt, wenn Vögel brüten. Damit die unteren Zweige genug Licht bekommen, wird die Hecke unten breiter geschnitten als oben. Wird sie jedes Jahr auf Höhe geschnitten, sollte sie nicht niedriger als 1 m werden. Nach dem Schnitt, aber auch nach Trockenheit oder Frost, unterstützt ein Blattdünger wie Rasen- und HeckenGrün die Hecke beim Regenerieren.
Ast- und Zweigschnitt muss nicht entsorgt werden. Am Rand der Hecke aufgeschichtet, entsteht ein Asthaufen, in dem Kleinsäuger, Amphibien und Reptilien Unterschlupf finden. Aus viel Material lässt sich eine Benjeshecke aufbauen, ein lockerer Wall aus Totholz.
Eine gemischte Hecke aus einheimischen Sträuchern am passenden Standort ist robust. Blattläuse und Raupen gehören dazu, denn sie sind Nahrung für Marienkäfer, Schwebfliegenlarven und junge Vögel. Gerade bei jungen Hecken kann es vorkommen, dass Dickmaulrüsslerlarven die Pflanzen schädigen. Ist bekannt, dass Dickmaulrüssler im Garten sind, ist es sinnvoll die Hecke und auch andere Beete und Rabatten mit Meginem Pro zu behandeln. Welken die Triebspitzen von Weissdorn, Felsenbirne, Mehlbeere oder Vogelbeere plötzlich und sehen wie verbrannt aus, kann Feuerbrand dahinterstecken. Ein Verdacht gehört zur kantonalen Pflanzenschutzstelle.
Im England der Tudor-Zeit waren Knotengärten in Mode. Niedrige, streng geschnittene Hecken bildeten darin kunstvoll verschlungene Muster, als wären Bänder ineinander geknotet. Gepflanzt wurden sie anfangs nicht aus Buchs, sondern aus Kräutern wie Lavendel, Thymian, Ysop und Gamander. Eine Beeteinfassung aus Gamander knüpft also an eine über 400 Jahre alte Tradition an.
Hecken können sogar Theater spielen. Im Grossen Garten von Hannover-Herrenhausen entstand zwischen 1689 und 1691 eine Bühne ganz aus Hecken. Nach heutigem Forschungsstand ist es das erste Heckentheater in Deutschland. Geschnittene Hainbuchenhecken dienen dort bis heute als Kulissen und sogar als Umkleidekabinen, und im Sommer wird auf der Bühne noch immer gespielt.
Die Benjeshecke trägt den Namen der Brüder Hermann und Heinrich Benjes. Die beiden Landschaftsgärtner machten in den 1980er-Jahren eine alte bäuerliche Praxis bekannt. Schnittgut wird zu einem Wall aufgeschichtet, Vögel und Wind tragen Samen hinein, und mit der Zeit wächst daraus eine lebendige Hecke. Aus totem Holz wird so ein Zuhause für Igel, Zaunkönig und viele andere.