Nützlinge lassen sich in biodiversen Gärten besonders gut beobachten und helfen bei der Schädlingskontrolle. | © Andermatt Biogarten AG

Biodiversität
entdecken & fördern
im Juni

Natur entdecken – Abenteuer erleben – Vielfalt verstehen.

Im Juni stehen viele Wiesen und Staudenbeete in voller Blüte, gleichzeitig beginnen erste trocken-warme Phasen und es wird in Hecken, Wiesen und Bodenbereichen eng für viele Tiere.

 Jetzt lohnt es sich, Strukturen zu erhalten und neue Rückzugsorte zu schaffen: gestufte Mähflächen, Käferburgen, Igel-Durchgänge, artenreiche Beete und neue Blühpflanzen für das nächste Jahr.

Jungtier-Saison zwischen blühenden Wiesen und wärmenden Sonnenstrahlen

 

Beobachtung / Erlebnis Naturraum Aktion für die Biodiversität
Kräuter blühen, wenn man sie lässt Kräuterbeet, Hochbeet, Balkon Nicht alles sofort abschneiden, sondern verschiedeneKräuter (z.B. Thymian, Oregano, Schnittlauch) blühen lassen als Nahrung für Insekten.
Mauern und Steinhaufen erwärmen sich in der Sonne Trockenmauer, Steingarten, Böschung Trockenmauer oder Steinhaufen anlegen, bei bestehenden Fugen offen lassen – sie bieten Unterschlupf und Nistplatz für Insekten, Reptilien und Spinnen. Bepflanzung darf natürlich sein.
Fassaden oder Balkonbrüstung werden in der Sonne heiss Fassade, Balkon, Pergola Kletterpflanzen oder Fassadenbegrünung pflanzen – bietet Schatten, kühlt das Umfeld und schafft zusätzliche Lebensräume für Insekten.
Wiese wird hoch und blütenreich Wiese, Wildblumenrasen Wenn, dann in Etappen mähen und immer mindestens ein Drittel der Fläche stehen lassen, damit Insekten und Kleintiere in den ungemähten Teil ausweichen können.
Igelspuren (mit Jungtieren auf Futtersuche) Gartenzäune, Grundstücksgrenzen Igel-Durchgänge in Zäunen schaffen (mind. ca. 13 x 13 cm) und Zäune partiell durchlässig gestalten, damit Igel grössere Reviere nutzen können.
Freie Beete oder leerer Platz Gemüse- und Blumenbeete Zweijährige Sommerblüher wie Fingerhut, Bartnelken, Stockrosen oder Königskerzen aussäen, damit sie sich bis nächsten Sommer zu kräftigen Jungpflanzen entwickeln.
Leuchtende Glühwürmchen an warmen Juniabenden Wiese, Gebüsch, Waldrand, Garten mit Hecken, Friedhof Gartenbereiche nachts dunkel lassen und über mehrere Jahre hinweg strukturreiche, feuchte Ecken mit hohem Gras, Laub und Totholz erhalten – Glühwürmchen haben 2-3 Jahre Entwicklungszeit und brauchen deshalb langfristig stabile Kinderstuben.

 

Das Wetter spielt nicht mit?  Dann ist jetzt eine gute Zeit, die Balkon- und Fassadenbegrünung durchdenken: Grundriss vom Balkon oder von einer Fassade zeichnen und einplanen, wo Kletterpflanzen, Kräuterregale oder hängende Töpfe Platz finden könnten. Das bringt nicht nur mehr Platz zum bepflanzen. sondern, je nach Dichte und Menge des grüns, auch willkommene Kühlung an heissen Tagen. Natürlich gibt es noch viel mehr Tipps für den Klimagarten

Juni Garten-DIY

  • Mini-Trockenmauer bauen: Aus übrig gebliebenen Natursteinen eine kleine, lockere Mauer aufschichten, Fugen offen lassen und mit heimischen Mauerpflanzen bepflanzen.

  • Kräutertreppe für Insekten: Mehrstöckige Kräutertöpfe oder -kisten mit unterschiedlichen, blühenden Kräutern anlegen, die nacheinander blühen.
  • Balkonbegrünung nach oben: Rankhilfe bauen und montieren für Kletterpflanzen wie Clematis, Wilder Wein oder andere passenden Arten (erst im Herbst pflanzen, wenn die Bedingungen wieder besser sind), um vertikale Lebensräume zu schaffen.

Schon gewusst? 

  • Untersuchungen zeigen, dass naturnah bewirtschaftete Kleingärten ähnlich viele oder sogar mehr Wildbienen‑ und Schmetterlingsarten beherbergen können als manche Schutzgebiete in der Umgebung. Besonders entscheidend ist dabei die Kombination aus hoher Pflanzenvielfalt, mehreren Schichten (Bäume, Sträucher, Stauden, Wiese) und nur moderater Pflege. Hochgerechnet auf alle Privat‑ und Kleingärten einer Stadt ergibt sich ein zusammenhängendes Netz von Trittsteinen, das für viele Arten ein lebenswichtiges Rückzugsgebiet bildet.

  • Ökologische Studien zur sogenannten „mittleren Störungshypothese“ zeigen, dass eine moderate Nutzung – also weder ständige Mahd noch völlige Brache – die höchste Artenvielfalt bringt. Für Wiesen im Siedlungsraum bedeutet das: 2–3 Schnitte pro Jahr, in Teilflächen versetzt gemäht, fördern mehr Pflanzen‑ und Insektenarten als sowohl sehr häufiges Mähen als auch das völlige Nichtstun. Besonders wertvoll sind Mosaikflächen, bei denen nie alles gleichzeitig geschnitten wird – so bleiben Nektar, Samen und Verstecke immer irgendwo vorhanden.
  • Glühwürmchen erzeugen ihr Licht durch einen Leuchtstoff, das Luziferin, der mit einem Stoff namens Luziferase und mit Sauerstoff zum Leuchten gebracht wird. Zum Strahlen bringt das etwa 10 Millimeter lange Glühwürmchen den unteren Teil seines Hinterteils – dieser hat eine durchsichtige Haut, durch die das Licht nach aussen scheint. Den Vorgang, dass Tiere leuchten können, nennt die Wissenschaft «Biolumineszenz». Auch andere Lebewesen können so leuchten, zum Beispiel Quallen, Fische der Tiefsee oder Pilze wie der Hallimasch.

Hier findest Du viele weitere Infos rund um die Biodiversität