BIOGARTEN-BLOG | Nadine's kreatives Gartenabenteuer

Hummel tief in einer orangefarbenen Kapuzinerkresse-Blüte – typischer Hotspot im naturnahen Garten | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Fotosafari im Garten – auf zu den blühenden Hotspots

Ich bin im Garten regelmässig auf der Pirsch mit ehrenhaften Absichten und einer Kamera. Meine Super-Models? Hummeln, Bienen und alles, was sich auf den Blüten niederlässt und dabei so tut, als bemerke es mich nicht – im Idealfall. Aber natürlich gibt es auch sehr scheue Individuen. Die bekomme ich nur mit einer sportlichen Einheit "Dreiecklaufen" aufs Bild – oder wenn sie mich durch pures Glück zu spät sehen und mein Finger schneller war als ihre Flügel ;-) Dazu kommen die Diven, die Zurückstarrenden und jene, die konsequent falsch posieren und partout nicht in die Kamera "lächeln" wollen....

Willkommen zu Nadine's Next Top-Bee ;-)

Es gibt Gartenmomente, da sitze ich eigentlich nur kurz auf der Bank, um durchzuatmen. Und dann hängt da plötzlich ein dicker Hummelhintern in der Kapuzinerkresse und es brummt aus dem Blütenkelch, wie wenn die Hummel feststecken würde. Ich halte die Luft an, springe ins Haus, schnappe die Kamera – und bin dann auf dem "bin mal weg-Modus". Aus „kurz Luft schnappen" wird eine Fotosafari, denn es bleibt nie bei der einen Hummel...

Es gibt Pflanzen, an denen immer etwas los ist. Laufstege, auf denen sich das Gartenleben Tag für Tag in Pose wirft. Meine persönlichen Hotspots fürs Beobachten und Fotografieren von Hummeln und Bienen möchte ich heute mit euch teilen. Keine Kenia-Reise nötig, der Garten reicht – egal wie gross, respektive klein.

PS: Ich erkläre in diesem Blog keine technischen Aspekte. Ich habe mittlerweile davon keine Ahnung mehr. Ich habe eine 20 Jahre alte Digitalkamera und 2 Objektive. Der Rest ist Geduld, Übung und Glück. Ich arbeite mit den Voreinstellungen meiner Kamera für Makro- und Sportaufnahmen. Und auf beiden Objektiven ist ein POL-Filter. Das ist alles. Ansonsten zählt nur, dass der Akku aufgeladen ist und die Speicherkarte steckt. Und nicht immer ist die Kamera griffbereit, oder die Gefahr zu gross, dass das "Objekt der Begierde" weiterzieht, bevor ich mit meiner Knipskiste zurück bin. Dann hilft der Griff zum Handy...manchmal ;-)

Auch punkto Weiterverarbeitung der Bilder habe ich keine Lust Stunden vor dem PC zu verbringen für irgendwelche Optimierungen am Bild. Die maximale Anpassung, die ich mache ist das Zuschneiden. Das muss reichen - schliesslich sind meine Bilder für mich eine Art Fototage- oder Gästebuch. Ich muss Freude dran haben und ab und an auch einfach eine "Setcard", damit ich ab und an in meinen Büchern oder online herausfinden kann, wer mich da genau besucht hat. Aber mit Insektenarten ist es bei mir wie mit den Namen von Menschen "Aaah und flups..."...

Bepflanzter Holzfass-Garten mit Insektenmagneten – mein bisheriges Fotosafari-Studio | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Vom alten "Studio" zum neuen – meine Location-Inventur

Mein bisheriges „Outdoor-Natur-Studio" musste leider weichen. Umzug. Kisten packen, Töpfe schleppen, Pflanzen ausbuddeln, verschenken oder mitnehmen – nervenzehrend und mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Was bleibt, ist die Vorfreude auf den neuen Garten und ein aus allen Nähten platzendes Moodboard im Notizbuch - was diesmal auf jeden Fall wieder einen Platz bekommen muss und was ja diesmal vielleicht auch noch Platz hätte ;-) Aber das Thema "Eine geht noch" habe ich ja bereits im "Multi-use-Pflanzen"-Blogbeitrag erörtert – daran hat sich gar nichts geändert.

Bei der Planung frage ich mich regelmässig: Welches waren eigentlich meine verlässlichsten Hotspots? Jene Pflanzen, an denen immer etwas los war, an denen ich Stunden mit der Kamera verbracht habe, ohne dass mir langweilig wurde?

Welche Bühnen muss ich im neuen Garten unbedingt wieder aufbauen, damit Hummeln, Bienen & Co. wieder Schlange stehen und sich in Pose werfen? Beim Sortieren ist diese kleine Liste entstanden. Eine Art persönliches Best-of – meiner Lieblings-Laufstege fürs Garten-Casting.

Die beste Tageszeit fürs Fotografieren im Garten

Biene an Apfelblüten im Abendlicht – die beste Tageszeit fürs Fotografieren im Garten | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Morgenstund hat Gold im Mund

Auch wenn ich Kaffee in rauhen Massen konsumiere und eigentlich nicht ansprechbar bin, bevor ich mein erstes "Brackwasser" intus habe: Aber wenn ich draussen im Garten frühmorgens was Spannendes entdecke, steh ich vor der ersten Tasse im Garten.

Sehr zur Belustigung zahlreicher Nachbarn, welche auch zu frühen Unzeiten unterwegs sind und ich dann zum Kuriosum werde, weil ich natürlich eigentlich nicht "rausgehfein" und meine Bewegungen und Reflexe noch etwas unkoordiniert wirken.

Was natürlich nur daran liegt, dass sie den Schmetterling, der durch die Nacht auf einer Blüte übernachtet hat und noch richtig klamm ist und auf die ersten wärmenden Sonnenstrahlen wartet, nicht sehen. Der hockt ja nie da, wo ich mich bequem hinstellen und auf Augenhöhe fotografieren kann.

Aber eines ist sicher - frühmorgens im Garten ist die beste Zeit zum fotografieren. Man kann mit dem entstehenden Licht arbeiten. Hat im Winter und Frühling noch charmante Frostkristalle an den Pflanzen.

Und wie erwähnt - viele der Insekten hocken klamm irgendwo im Garten und warten darauf, dass die nächtlichen Temperaturen weichen, damit sie wieder aktiv im Garten rumwuseln können. Diese "Kältestarre" verhindert, dass mir die Tiere "abhauen" ;-) Oder ich entdecke ihre Schlafplätze, denn manche der Insekten sind wahre "Wiederholungstäter" und übernachten über längere Zeit an denselben Blüten, Nacht für Nacht.

Auf meinem Gartentisch steht immer mindestens ein Topf mit Insektenmagneten und regelmässig entdecke ich Übernachtungsgäste darauf.

Sanftes Abendlicht zum Tagesende

Wenn man den Morgen "verpasst" hat, ist der Abend mit dem Sonnenuntergang auch eine wunderbare Zeit fürs Fotografieren. Das Licht wird wieder sanfter und mit dem weichenden Sonnenlicht gibt es tolle Effekte mit durchscheinenden Blütenblätter und ihren Besuchern.

Das ist meine "Meditationszeit" im Garten, wo ich mich nach dem Feierabend in eine Gartenecke setze oder entspannt durchflaniere und schaue welche Shows auf den einzelnen Bühnen gerade stattfinden.

Dann entdecke ich lauernde Krabbenspinnen, jagende Hornissen, revierverteidigende Wollbienen und je dunkler es wird, desto mehr Ruhe kehrt ein. Könnte man meinen.

Während sich meine Stammgäste an den Blütenblättern an der Geranie auf dem Tisch festbeissen, tauchen die ersten Fledermäuse auf. Mit ihnen auch die Motten und im Unterholz raschelt es von nach Käfern suchenden Igeln.

Im letzten Gegenlicht tummeln sich Silhouetten von zahreichen Gartenbewohnern und dann - dann ist meine Fotozeit durch ;-) 

Ich geniesse die einkehrende Ruhe (von der Akustik her) und lausche in die Nacht. Da hört man knabbernde Käfer, mampfende Igel und mehr. Manchmal nehm ich die Taschenlampe und geh hin. Aber meistens merk ich mir einfach die Richtung und gucke am nächsten Morgen, ob da was am Schlafen ist.

In Ruhe schau ich mir die Bilder durch und merke mir die guten und die weniger guten Winkel fürs nächste Mal. Ich freue mich über die Vielfalt meiner Models – und versuche herauszufinden, wer das eine oder andere ‚Ufo' im Garten war.

Die beliebtesten Bühnen in meinem Garten

Von der Komödie, über den Krimi bis hin zum Drama - auf den Schauplätzen im Garten passiert viel

Jeder Garten hat verschiedene Zonen und rein schon durch die Bepflanzung ändern sich auch die Szenen und Darsteller, welche die Hauptrollen einnehmen. Anbei eine kleine Auflistung meiner Lieblingsschauplätze im Garten in Bezug auf Pflanzen.

Hummel an den violetten Glockenblüten des Beinwells | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Meine Nummer 1: Beinwell (Symphytum officinale)

Standort: sonnig bis halbschattig, frisch bis feucht, nährstoffreich, gerne lehmig-tiefgründig; an Bachufern, Gräben, Waldrändern

Blütezeit: Mai – Juli (bei Rückschnitt zweite Blüte bis September möglich)

Insekten: Gartenhummel und andere langrüsselige Hummeln, Pelzbienen, Wollbienen, Honigbienen (oft als «Nektardiebe» durch seitliches Anbohren), Schmetterlinge

Notizen: Der heimliche Tiefbohrer im Garten: Seine Pfahlwurzel reicht bis zu 2 Meter in die Erde und holt Nährstoffe aus Schichten, die anderen Pflanzen verschlossen bleiben. Daraus lässt sich eine der besten natürlichen Pflanzenjauchen überhaupt ansetzen – kalireich, gratis, und deine Tomaten werden dich lieben.

Das Hummeleldorado schlechthin - und eine Multi-use Pflanze vom Feinsten. Vom frühen Morgen bis zum Sonnenuntergang hat der Beinwell regelmässig Hummel- und Bienenbesuch.

Und da gibt es etwas unglaublich Faszinierendes zu «hören». Ab und an tönt es beim Beinwell, wie wenn eine Hummel oder Biene feststeckt. Ich hab schon aufgeregt gesucht, um der armen Biene aus ihrem Gefängnis zu helfen :D Dabei ist es ein sehr cooler Trick der Bestäuber. Die sogenannte Vibrationsbestäubung (Sonikation). 

Bei manchen Pflanzen – Beinwell gehört dazu, genauso wie Tomaten, Heidelbeeren, Nachtschatten – sitzt der Pollen nicht offen auf den Staubgefässen, sondern in kleinen röhrenförmigen Staubbeuteln, die nur an der Spitze eine winzige Öffnung haben. Quasi ein umgedrehter Salzstreuer.

Um da ranzukommen, machen Hummeln Folgendes:

  • Sie klammern sich fest an die Blüte (deshalb sieht's aus wie «festgesteckt»)
  • Sie entkoppeln die Flugmuskulatur von den Flügeln – die Flügel stehen still, aber die Muskeln im Thorax vibrieren weiter
  • Diese Vibration überträgt sich auf die Blüte und schüttelt den Pollen regelrecht aus den Röhren
  • Der Pollen rieselt auf den Bauch und das Fell der Hummel

Das Geräusch, das du da hörst, ist also nicht das normale Flug-Brummen, sondern ein anderer, intensiverer Ton – meist etwas höher und «bohrender». Es ist das Geräusch des Vibrierens selbst, der reinen Muskelarbeit ohne Flug.

Das Verrückte daran: Honigbienen können das nicht. Ihnen fehlt die Technik – sie schaffen es nicht, ihre Flugmuskulatur so gezielt zu entkoppeln und zu vibrieren. Deshalb sind Hummeln die einzigen Tomaten-Profis in unseren Gärten (und deshalb werden im kommerziellen Gewächshaus-Tomatenanbau echte Hummelvölker eingesetzt – Honigbienen wären wertlos). Einmal mehr ein Moment, wo uns die Hummel zum Staunen bringt ;-)

Beim Beinwell mischen sich die Techniken. Die langrüssligen Hummeln gehen vorne in die Blüte rein und holen sich ihren Nektar klassisch – und machen nebenbei die Vibrations-Nummer für den Pollen. Die Kurzrüssligen dagegen sind zu klein für den direkten Zugang. Die werden zu Nektarräuberinnen: Sie beissen einfach seitlich ein Loch in den Blütenkelch und zapfen den Nektar von aussen an – ohne die Blüte zu bestäuben. Und Honigbienen? Die nutzen die fertigen Löcher als eine Art kostenlose Zapfstelle.

Rosa und blaue Blüten des Lungenkrauts mit Wildbiene – Frühlingstracht für den Halbschatten | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Meine andere Nummer 1: Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Standort: halbschattig bis schattig, frisch, humos, nährstoffreich; unter Laubgehölzen, an Waldrändern

Blütezeit: März – Mai (wichtige Frühlingstracht!)

Insekten: Gehörnte Mauerbiene, Gartenwollbiene, Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes), Hummelköniginnen beim Aufbau ihrer Völker, langrüsselige Wildbienen

Notizen: Der Name kommt nicht von ungefähr: Nach der mittelalterlichen Signaturenlehre glaubte man, die gefleckten Blätter würden an Lungengewebe erinnern – und wo etwas wie ein Organ aussieht, muss es diesem auch helfen. So kurios die Theorie, so richtig lag sie hier tatsächlich: Lungenkraut enthält Schleim- und Gerbstoffe, die sich beruhigend auf gereizte Schleimhäute legen. Ein Aufguss aus den Blättern ist bis heute ein sanfter Hustentee für Kratzhälse – Gartenapotheke vor der Haustür.

Upsi - da waren's plötzlich 2 Nummer eins. Nein, kein Schreibfehler. Eine Nummer eins für die Sonne und eine Nummer 1 für den Halbschatten. So geht das ;-) Ich konnte mich nicht entscheiden. Das getüpfelte Lungenkraut hab ich bereits auf dem Balkon immer dabei - das darf eigentlich nie fehlen. Es ist ebenfalls ein totaler Hummelmagnet - aber die Bienen sind hier auch voll mit dabei. Ein echter Place-to-bee ;-) 

Und wie könnte es anders sein - auch zum Lungenkraut gibt es etwas Spannendes zu erzählen. Ab Ende März, manchmal sogar schon im Februar, tauchen die ersten Blüten auf – und prompt sind auch die ersten Hummeln da. Vor allem die langrüssligen unter ihnen, die es schaffen, in die tiefen Blütentrichter hineinzukommen, wo der Nektar sitzt. Für mich als Fotografin bedeutet das: Kamera bereithalten, denn an sonnigen Frühlingstagen ist am Lungenkraut immer was los.

Das eigentlich Faszinierende entdeckt man erst, wenn man länger davor sitzt und genau hinschaut. Denn am Lungenkraut blühen rosa und blaue Blüten gleichzeitig. Auf derselben Pflanze. Nebeneinander. Und ich hab mich jahrelang gefragt, ob das zwei verschiedene Sorten sind, die sich vermischt haben. Oder ob eine Seite mehr Sonne abbekommt als die andere. Oder ob's einfach ein Laune-der-Natur-Ding ist. Nichts davon. Es ist ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem.

Rosa heisst «Tisch bereit», Blau heisst «schon weg». Beim Aufblühen sind die Blüten rosa – und genau dann haben sie den meisten Nektar. Nach ein paar Tagen wechseln sie zu einem klaren Violettblau. Der Grund ist chemisch ziemlich cool: Der pH-Wert im Zellsaft der Blüte verändert sich, und das lässt den Farbstoff umschlagen. Ähnlich wie bei Rotkohl, der beim Kochen je nach Säuregrad die Farbe ändert – nur dass das Lungenkraut es lebendig auf dem Stängel macht.

Und das ist kein Zufall. Die Farbe ist ein Signal an die Bestäuber: «Hey, die Rosa da – da gibt's noch was. Die Blau sind schon leergefuttert, spart euch die Anreise.» Hummeln und Bienen steuern gezielt die rosafarbenen an, die blauen werden weitgehend ignoriert. Eine Art eingebautes Ampelsystem zwischen Pflanze und Insekt – und wenn man erst mal weiss, worauf man schauen muss, sieht man's bei jedem Besuch. Beide Seiten haben was davon. Die Hummel spart Zeit und Energie, weil sie nicht an leeren Blüten vorbeifliegen muss. Die Pflanze sorgt dafür, dass ihre Bestäuber sich auf die Blüten konzentrieren, wo noch frischer Nektar ist und wo der Pollen wirklich weitergetragen wird. Ein kleines, perfekt abgestimmtes System, an dem sich seit Jahrmillionen offenbar nichts hat verbessern lassen.

Das Lungenkraut hat übrigens noch einen Cheat-Modus, was die Verbreitung der Samen angeht. Aber das kommt ein anderes Mal - vielleicht kommt das ja mal ins Sortiment und wir küren es zur Pflanze des Monats, dann kann ich dir dazu mehr erzählen ;-) 

Goldglänzender Rosenkäfer auf der weissen Blütendolde des Baldrians | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Baldrian - Valeriana officinalis

Standort: sonnig bis halbschattig, frisch bis feucht, nährstoffreich

Blütezeit: Mai - Juli

Insekten: Rosenkäfer (im Bild), Schwebfliegen, Wildbienen, Nachtfalter

Notizen: Was Katzen entzückt und Insekten anzieht, beruhigt uns Menschen: Der Baldrian enthält ätherische Öle, die zu den ältesten Schlafmitteln der Welt gehören.

Taubenschwänzchen im Schwirrflug am blühenden Lavendel – Fotosafari im naturnahen Garten | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Echter Lavendel - Lavandula angustifolia

Standort: vollsonnig, trocken, durchlässig, gerne kalkhaltig

Blütezeit: Juni - August

Insekten: Taubenschwänzchen / Schwärmer (im Bild), Hummeln, Wildbienen, Honigbienen, Tagfalter

Notizen: Achtung! Viele gezüchtete Lavendelsorten sehen üppig aus, bieten aber kaum Nektar und Pollen – sie sind für Insekten die Blumenbeet-Version eines Schaufensters ohne Ware. Wer Wildbienen und Schwärmern etwas Gutes tun will, greift zum klassischen Echten Lavendel.

Dickkopffalter auf den pinken Blütenähren des Heilziests | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Heilziest - Betonica officinalis

Standort: sonnig bis halbschattig, frisch, mässig nährstoffreich

Blütezeit: Juni - August

Insekten: Dickkopffalter (im Bild) und weitere Tagfalter, Hummeln, langrüsselige Wildbienen (z.B. Rophites algirus)

Notizen: Der Heilziest ist eine heimische Rarität mit Geschichte: Im Mittelalter galt er als Universal-Heilmittel gegen gefühlt alles von Kopfweh bis Hexerei. Heute ist er vor allem für langrüsselige Wildbienen unersetzlich – seine tiefen Blüten sind eine Tankstelle, an die Honigbienen gar nicht rankommen.

Zitronenfalter an den violetten Blütenkerzen des Blutweiderichs | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Blutweiderich / Feuerkerze - Lythrum salicaria

Standort: sonnig, feucht bis nass (ideal für Teichränder)

Blütezeit: Juli - September

Insekten: Zitronenfalter (im Bild), Hummeln, Wildbienen (z.B. Melitta nigricans), Tagfalter

Notizen: Die violetten Blütenkerzen sind nicht nur Insektenmagnet, sondern auch essbar: Die Blüten geben Salaten und Desserts einen dezent herb-süsslichen Geschmack und eine hübsche rosa-violette Farbe – früher wurde mit ihrem Saft sogar Zucker eingefärbt. Mit der Blutweiderich-Sägehornbiene (Melitta nigricans) hat der Blutweiderich eine eigene Spezialistin unter den Wildbienen, die bevorzugt hier Pollen sammelt.

Hummel an den gelben Schmetterlingsblüten des Honigklees (Steinklee) | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Steinklee - Melilotus officinalis

Standort: vollsonnig, trocken bis frisch, mager, gerne kalkhaltig; Pionierpflanze auf Ruderalflächen, Kies- und Schotterstandorten 

Blütezeit: Juni - September

Insekten: Hummeln, Honigbienen, Wildbienen (u.a. Steinklee-Schmalbiene Lasioglossum sexnotatum), Bläulinge und andere Tagfalter

Notizen: Im frischen Zustand geruchlos, beim Trocknen plötzlich intensiv nach Waldmeister und Heu – das ist das Cumarin, dem der Honigklee seinen Namen verdankt. Als zweijährige Pionierpflanze besiedelt er gerne karge Stellen und macht sie blütenreich, bevor andere Arten nachziehen.

Ackerhummel auf der zartrosa Blüte der Bergminze – wertvolle Spätblüherin | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Bergminze - Calamintha nepata

Standort: vollsonnig, trocken, durchlässig, kalkhaltig

Blütezeit: Juli – Oktober

Insekten: Ackerhummel (im Bild), Wildbienen, Schwebfliegen, späte Tagfalter

Notizen: Eine der wertvollsten Spätblüherinnen überhaupt: Wenn im Hochsommer anderswo schon Pause ist, liefert die Bergminze bis in den Oktober hinein Nektar. Für Hummelköniginnen, die sich für den Winter fett fressen müssen, ist sie pures Gold – und ganz nebenbei eine der besten Tees gegen flaue Mägen.

Kleiner Fuchs (Tagfalter) auf der violetten Blüte der Taubenskabiose | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Taubenskabiose - Scabiosa columbaria

Standort: sonnig, trocken bis frisch, mager, kalkhaltig

Blütezeit: Juni – September

Insekten: Kleiner Fuchs (im Bild) / Tagfalter, Wildbienen (u.a. Scabiosen-Hosenbiene), Schwebfliegen, Hummeln

Notizen: Die Taubenskabiose hat ihre eigene Exklusiv-Biene: die Skabiosen-Hosenbiene (Dasypoda hirtipes), die mit ihren dicht behaarten «Pluderhosen» an den Hinterbeinen Pollen sammelt wie kaum eine andere. Ohne Skabiosen im Garten – keine Chance, diese kleine Clownin je zu sehen.

Malven-Langhornbiene auf einer rosa Malvenblüte – spezialisierte Wildbiene | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Malve - Malva sylvestris / moschata

Standort: sonnig, frisch, nährstoffreich, durchlässig

Blütezeit: Juni – September

Insekten: Malven-Langhornbiene (im Bild, spezialisiert!), Hummeln, Tagfalter

Notizen: Die Malven-Langhornbiene (Eucera macroglossa) ist buchstäblich auf Malven angewiesen – und man erkennt die Männchen an ihren extrem langen Fühlern, die fast wie Antennen aus einem Science-Fiction-Film wirken. Ein Malvenbeet ist also automatisch eine Partnervermittlung für eine unserer schönsten Wildbienen.

Schwalbenschwanz an den pinken Blüten der Rauen Nelke (Dianthus armeria) | © @zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Raue Nelke - Dianthus armeria

Standort: sonnig, trocken bis frisch, mager, gerne lehmig-sandig; Waldränder, Säume, Magerwiesen

Blütezeit: Juni - August

Insekten: Schwalbenschwanz (im Bild), Tagfalter, Schwärmer, langrüsselige Wildbienen und Hummeln

Notizen: Sie steht in der Schweiz auf der Roten Liste als «verletzlich» – wer sie im Garten ansiedelt, leistet also ganz konkret einen Beitrag zum Arterhalt. Als zweijährige Pflanze braucht sie etwas Geduld: Im ersten Jahr nur Blattrosette, dann im zweiten Jahr der grosse Auftritt.

Warum gerade diese Bühnen? Ein Blick durch die Augen einer Biene

Fällt dir was auf? Viel Violett, viel Blau, viel Lila – und so gut wie kein Rot in der Runde. Kein Zufall. Bienen und Hummeln sind farbenblind für Rot. Eine knallig-rote Tulpe ist für sie ein dunkler Fleck im Garten. Dafür sehen sie etwas, was uns verborgen bleibt: ultraviolettes Licht.

Viele Blüten, die für uns einfarbig gelb oder weiss wirken, sind in Bienen-Augen kleine Flughäfen mit Leuchtmarkierungen, die geradewegs zum Nektar führen. Man nennt das Saftmale - ein «Bienenleitsystem». Eine Biene sieht dort quasi eine Schrift: «Hier entlang bitte, Service unten links.» 

Die grosse Ausnahme sind die Schmetterlinge: Sie sehen als Einzige auch im Rotbereich – manche sogar mit fünf Farbrezeptoren (wir Menschen haben drei). Deshalb findet man sie auch an Mohn, Rotklee oder purpurnen Phloxsorten, welche Bienen links liegen lassen.

Farbe lockt, Duft bestätigt, Nektar belohnt 

Insekten entscheiden in Millisekunden: Farbe und UV-Muster als Fernsignal («da ist was»), Duft zur Bestätigung («lohnt sich»), Nektar als Belohnung beim Landen. Genau deshalb sind Pflanzen wie Lavendel und Heilziest solche Magnete – sie liefern auf allen drei Ebenen. Noch ein Detail, wo sich nicht alle darüber bewusst sind: Nektar ist der Energydrink für die erwachsenen Besucherinnen. Pollen dagegen ist die Babynahrung und geht an die Larven. Die besten Hotspots liefern beides.

Nicht jede Biene passt an jede Blüte - das Kompatibilitätsproblem

Der Rüssel entscheidet mit. Honigbienen und Erdhummeln haben kurze Rüssel und brauchen offene, flache Blüten. Gartenhummeln und Steinhummeln kommen auch an tiefe Kelche wie Beinwell oder Taubnessel. Schmetterlinge übertrumpfen alle – mit ihrem langen Rüssel erreichen sie selbst tiefe Blütenkelche, an die niemand sonst rankommt – sie erreichen sogar die tiefen Phloxblüten.

Der Eisenhut heisst übrigens nicht umsonst so: Seine helmförmigen Blüten sind nur für Hummeln zugänglich. Jede Pflanze eine eigene Türe, jede Biene ein anderer Schlüssel.

Schön ist nicht gleich nützlich

Bei gefüllten Blüten  wurden die Staubblätter durch Züchtung in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt. Heisst: weder Pollen noch Nektar sind erreichbar oder verfügbar. Für uns eine Augenweide, für die Biene eine Mogelpackung. 

Daher wachsen in meinem Garten hauptsächlich einfache Blüten, bei denen die gelben Staubgefässe in der Mitte noch zu sehen sind. Trotzdem findet man auch Pflanzen mit gefüllten Blüten, nur nicht viele. Wenn es genug Buffets hat, ist das auch kein Verbrechen - schliesslich ist eine alte historische Rose mit ihrem schweren Duft ein «Riechmal» für Nadine ;-) ...und das darf auch sein. Wichtig ist das Verhältnis – ein Garten, in dem das Buffet reich gedeckt ist, verträgt auch ein paar Deko-Stücke ohne Inhalt.

Blüten-Bühnen und mehr für die Gartensafari aus unserem Sortiment

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Echter Beinwell | © Hospenthal-Kägi AG

Echter Beinwell

Die Blüten sind beliebte Bienen- und Hummeltankstellen, während die Blätter als Mulch oder Jauchematerial verwendet werden können.
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Echter Lavendel | © Hospenthal-Kägi AG

Echter Lavendel

Die pflegeleichte «Südländerin» ist vielseitig: Sie gilt als Heil- und Gewürzpflanze und die getrockneten Blüten werden in Duftsäckchen gerne im Kleiderschrank aufbewahrt.
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Heilziest | © Hospenthal-Kägi AG

Heilziest

Der Heilziest – auch Echte Betonie genannt – ist eine anspruchslose Zier- und Heilpflanze. Die rispenförmigen Blüten erstrahlen von Juli bis August in einem bezaubernden Purpurrosa.
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Feuerkerze / Blutweiderich | © Hospenthal-Kägi AG

Feuerkerze / Blutweiderich

Die Feuerkerze oder auch Blutweiderich Lytrhrum salicaria ist eine beliebte, einheimische Staude, die sehr gerne an sonnigen, feuchten Stellen oder an Teichen wächst.
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Wald-Bergminze | © Hospenthal-Kägi AG

Wald-Bergminze

Die Wald-Bergminze ist eine echte Bereicherung für jeden Garten. Ihr Minzduft und ihre hellvioletten Blüten verführen Augen und Nase. Beliebte Bienenweide von Juli bis Oktober.
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Tauben-Skabiose Nana | © Hospenthal-Kägi AG

Tauben-Skabiose Nana

Die Tauben-Skabiose ist eine Liebhaberpflanze. Aus den verzweigten Blütenständen wachsen zahlreiche tellerförmige, nach Honig riechende Blüten.
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Wilde Malve | © Hospenthal-Kägi AG

Wilde Malve

Die Malve gehört zu den ältesten und bekanntesten Nutzpflanzen. Malvenblätter als auch -blüten können in der Küche vielfältig verwendet werden.
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Karthäuser-Nelke | © Hospenthal-Kägi AG

Karthäuser-Nelke

Die Karthäuser-Nelke – auch Stein-Nelke genannt – ist eine einzigartige Vertreterin ihrer Art und eine farbenfrohe Bereicherung für jeden Garten.
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Produktbild zu «Schmetterlinge in meinem Garten» | © Buchzentrum AG

Schmetterlinge in meinem Garten

Schmetterlinge kann man nicht genug im eigenen Garten haben. Die Farbenpracht dieser faszinierenden und wunderschönen Wesen bereichert jeden Garten, jeden Balkon und jede Terrasse.
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Produktbild zu «Mein Bienengarten» | © Buchzentrum AG

Mein Bienengarten

Unsere Gärten werden für Wildbienen und Hummeln immer wichtiger.

1-Topf-Kombinationen für Blühinseln als Bühne für die Gartenfotografie

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