Lieblingsprojekt:
Unser neustes Projekt, den weiteren Naturteich mit Tiefenbereich, in dem man etwas mehr beobachten kann. Wasserläufer, Ruderwanzen und Wasserschnecken sind nicht nur für die Kleinen spannend, auch die Erwachsenen schauen da gerne zu.
Auch das Stauden selber ziehen hat mich gepackt; die Trockenmauer konnte mit selbstgezogenen Wildstauden gestaltet werden, das ist natürlich super erfreulich.
Benjamin Rubeli: Der Grüne Daumen begleitet uns schon länger, daher haben wir nach einem passenden Plätzli für uns geschaut, wo man auch selber etwas schaffen kann. Der Cousin meiner Frau ist in der Landschaftsgestaltung tätig und konnte natürlich gut beraten. Die erste Trockensteinmauer haben wir mit ihm zusammen geplant, danach vieles in Eigenleistung erstellt und einfach mal gebaut - ein bisschen schlau gemacht, klar, aber dann einfach mal machen. Die meisten Sachen kann man sich gut selber beibringen, Infos gibt es genug, und Menschen, die ihr Wissen gerne weitergeben, auch.
Mir gefällt auch einfach, wie ein biodiverser Garten aussieht; ich mag das Unaufdringliche lieber, als das krass gefüllte, überladene. Wildrosen und Wildblumen sind einfach schön.
Ich persönlich habe mit dem Bau einer Trockenmauer begonnen. Sie war mein erstes Biodiversitätsprojekt in unserem Garten, weil wir einen Aussenplatz mit Abendsonne schaffen wollten. Für den Einstieg ins Naturgärtnern würde ich empfehlen, sich einfach ein Projekt auszusuchen, das gut zum eigenen Garten, den persönlichen Möglichkeiten und den Bedürfnissen passt. Das kann, wie bei mir, eine Trockenmauer sein, aber genauso gut ein Teich, ein Sandarium, ein Magerbeet, eine Hecke mit einheimischen Wildsträuchern oder eine Benjeshecke. Wichtig ist, überhaupt anzufangen. Jedes einzelne Element schafft neuen Lebensraum und macht den Garten Schritt für Schritt vielfältiger. Mit der Zeit ergeben sich von selbst weitere Ideen und Projekte.
Die Armenische Brombeere- davon entfernen wir jeden Herbst gefühlt bergweise. Sie wurde vor vielen Jahren einmal extra angepflanzt, da konnte noch keiner ahnen, wie gut es ihr gefällt und wie sie wuchert. Deshalb: Augen auf bei der Pflanzenwahl. Am Anfang hat sie alles überwuchert, und die Pfaffenhütchen kamen erst zum Vorschein, als die Brombeere etwas beiseite geschafft wurde. Katzen sind natürlich ein Problem, und im Gemüsegarten die Wühlmäuse und die Schnecken (muss man jeden Tag absammeln). Im Naturgarten hingegen gibt es weniger solcher Probleme. Der Naturgarten kann man im Vergleich zum Gemüsegarten mehr sich selber überlassen und muss nur kontrollierend eingreifen, falls nötig.
Sobald Wasser da ist, kommen die Tiere (Kröten, Libellen, ...), dieses Element scheint der Grösste Boost zu sein. Seit (Tot)holz rumliegt, kommen die nützlichen Tigerschlegel und auch die Weinbergschnecke und die Holzbienen. Jetzt wünschen wir uns eigentlich noch, dass der Igel bei uns einzieht. Zahlreiche Asthaufen stehen für ihn bereit, aber bis jetzt hat er es noch nicht bis hierher geschafft.
Die Böschung hinter dem Haus darf noch etwas vielfältiger werden, und einzelne Ecken noch etwas wilder belassen. Der Weg wächst jetzt noch etwas zu, das passt ganz gut, und die Stauden wandern etwas nach unten. Sprich es ist wie gesagt: einfach mal machen lassen. Entfernen nur, was muss, wie zum Beispiel die Gewöhnliche und die Fünffingerige Jungfernrebe, ein invasiver Neophyt (manchmal auch Wilder Wein genannt, ist aber nicht zu verwechseln mit der Wilden Weinrebe, die hier heimisch ist).
Das Totholz und der Ziegelturm bieten Wildbienen, Schlupfwespen, Laufkäfern und Spinnen Nistplätze und Verstecke, während die Wildrosen im Hintergrund Pollen und Nektar für Insekten sowie Schutz und Hagebutten für Vögel liefern.
Oben: Der Nistturm steht sonnig, trocken und gut zugänglich – ideal für solitär lebende Wildbienen, Grabwespen und andere Nützlinge, die warme, geschützte Hohlräume brauchen.
Unten: Statt einer Kräuterspirale gibt es hier die Gemüsespirale: Rund um den Hügel wird Gemüse angebaut, und zuoberst startet die Rutschbahn, so profitieren alle.
Der Steinturm aus unterschiedlich grossen Steinen bietet Spalten, Hohlräume und sonnenwarme Flächen als Rückzugsort für Eidechsen. Durch das lockere Schichten der Steine entsteht wichtiger Lebensraum und ein Wärmespeicher. Sind die Hohlräume bei Steinhaufen gross genug, werden sie auch von Wieseln gerne genutzt.
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Auf der Ausschreibung zum Biodiversitätsgarten sind alle Informationen inklusive Link zur Anmeldung zu finden. Wir freuen uns!