Giftpflanze des Jahres 2026
Phaseolus vulgaris – Gartenbohne
Die Gartenbohne? Giftig?! Das kann doch nicht sein – die kommt doch regelmässig auf den Teller! Und genau das macht die Wahl so spannend: Was wir täglich essen, birgt roh tatsächlich eine ernst zu nehmende Gefahr.
Rohe Bohnen enthalten Phasin, ein giftiges Lektin, das die roten Blutkörperchen verklumpen lässt. Bereits wenige rohe Bohnen können zu Vergiftungserscheinungen führen – Übelkeit, Bauchkrämpfe, Erbrechen und Durchfall treten meist zwei bis drei Stunden nach dem Verzehr auf.
Die gute Nachricht: Beim Kochen (mindestens 10 bis 15 Minuten bei 100 Grad) wird das Phasin vollständig zerstört. Danach ist das beliebte Gemüse völlig unbedenklich und steckt voller wertvoller Eiweisse, Ballaststoffe und Mineralstoffe.
Wichtig für Gärtner·innen: Wer Bohnen im Garten anbaut, sollte besonders aufpassen, wenn kleine Kinder in der Nähe sind. Die hübschen, farbigen Bohnensamen können verlockend aussehen – und der direkte Rohverzehr im Garten ist die häufigste Ursache für Bohnenvergiftungen.
Die Wahl zeigt einmal mehr: Giftig heisst nicht schlecht. Es heisst einfach: wissen, wie man's richtig macht. Und bei der Bohne gilt seit jeher die einfache Regel: erst kochen, dann geniessen.
Gekürt durch den Botanischen Sondergarten Hamburg-Wandsbek