Wanzen im Portrait

Im Spätfrühling fallen uns plötzlich überall Wanzen auf: an Hauswänden, an Stauden, im Gemüsegarten. Manche beeindrucken vor allem durch ihr Auftreten in grosser Anzahl oder ihre farbwechselnden Nymphen, und stören höchstens mal mit ihrem Duft (daher auch bekannt als Stinkkäfer).

Andere wiederum sitzen unauffällig an Tomaten, Bohnen oder Beeren und saugen – mit Folgen für unsere Ernte. Besonders die beiden eingeschleppten Arten Marmorierte Baumwanze und Grüne Reiswanze können im Hausgarten wie im Erwerbsanbau spürbare Schäden verursachen.

Gleichzeitig leben bei uns zahlreiche heimische Wanzenarten, die kaum Schaden anrichten oder sogar als Nützlinge wichtig sind. Es macht also einen grossen Unterschied, welche Wanze man vor sich hat – mit diesem Portrait gelingt das Einordnen.

Die Eier der invasiven Marmorierten Baumwanze sollten abgelesen und vernichtet werden. | © Andermatt Biogarten AG
Speziell bei invasiven Wanzen zeigen sich Schäden an Kulturpflanzen, wie verformte Früchte und Beeren, sowie Verfärbungen. | © Andermatt Biogarten AG

Schadbild Wanzen

Invasive Wanzen (u.a. Marmorierte Baumwanze, Grüne Reiswanze) 

  • Saugen an jungen Früchten, Schoten und Trieben von Kulturpflanzen wie Tomaten, Bohnen, Paprika, Beeren, Kern- und Steinobst.
  • Verformte Früchte, harte, verkorkte Flecken («Korkschäden») und unregelmässige Verfärbungen; oft erst zur Ernte gut sichtbar und z.T. mit grossen Ausfällen.

Heimische Wanzen

  • Saugen ebenfalls Pflanzensaft, aber meist an Wildpflanzen oder vereinzelt an Gemüse, Obst oder Beeren (z. B. Grüne Stinkwanze, Streifenwanze) oder an Samen von Malvengewächsen und Linden (z. B. Feuerwanze). 
  • Im Garten verursacht ihr Saugverhalten in der Regel nur leichte Deformationen oder Verfärbungen an einzelnen Früchten, die Beeren erhalten z.T. einen etwas sonderbaren Geschmack – selbst in grossen Ansammlungen geschehen aber kaum nennenswerte Schäden, oft eher ein Vorteil durch die «Aufräumpolizei».

Erkennungsmerkmale - häufige Wanzenarten

Die Marmorierte Baumwanze sieht der heimischen Grauen Gartenwanze sehr ähnlich, hat aber keinen Dorn auf der Bauchseite. | © Andermatt Biogarten AG

Marmorierte Baumwanze (invasiv)  (Halyomorpha halys)

  • 12–17 mm, braun-grau marmoriert
  • Hell-dunkel gefleckter Seitenrand des Hinterleibs
  • keinen Dorn auf der Bauchseite (im Gegensatz zur sonst sehr  ähnlichen  heimischen Grauen Gartenwanze
  • Fühler mit deutlich schwarz-weiss geringelten Segmenten 
Die Grüne Reiswanze ist invasiv und kann grosse Schäden an Kulturpflanzen verursachen. | © Andermatt Biogarten AG

Grüne Reiswanze (invasiv) (Nezara viridula)

  • 11–16 mm, sattgrün, schildförmig
  • Drei helle Schwielen und kleine schwarze Punkte auf dem vorderen Teil des Rückenschilds
  • Eier fassförmig in geordneten «Päckli» auf der Blattunterseite (gelblich, vor dem Schlupf oft rosa)
Die Grüne Stinkwanze ist ungefährlich und verursacht selten grössere Schäden. | © Andermatt Biogarten AG

Grüne Stinkwanze (heimisch) (Palomena prasina)

  • 12–14 mm, einheitlich grün (im Herbst bräunlich)
  • Fühlerenden rötlich, ohne die typischen Schwielen der Grünen Reiswanze 
  • Eier klein, hellgrün in grösseren, runden Gelegen
Die Feuerwanze ist bei uns heimisch und ein häufiger und gern gesehener Frühlingsbote. | © Andermatt Biogarten AG

Gemeine Feuerwanze (heimisch) (Pyrrhocoris apterus)

  • Knallrot mit schwarzer Zeichnung, meist in Gruppen am Boden oder an Baumfüssen
  • Oft in grossen Gruppen (auch an der Hausmauer)
Die Steifenwanze ist häufig auf Doldenblütlern wie Fenchel oder Karotten zu finden. | © Andermatt Biogarten AG

Streifenwanze (heimisch) (Graphosoma italicum)

  • Rot-schwarz längsgestreift
  • auffällig auf Doldenblütlern (z. B. Fenchel, Dill)

Vorbeugung und Bekämpfung im Garten

Wanzengefährdete Kulturen wie Bohnen, Paprika und Tomaten frühzeitig mit feinmaschigen Kulturschutznetzen abdecken; Netze lückenlos über gesunde Jungpflanzen legen und am Rand gut befestigen:

Nützlinge fördern: vielfältige Blühmischungen, strukturreiche Bereiche, Überwinterungsplätze und konsequenter Verzicht auf chemisch-synthetische Insektizide.

Früh und dicht anlegend über die Kulturpflanzen gespannt, haben die Wanzen keine Chance. | © Andermatt Biogarten
Die Eier der invasiven Grünen Reiswanze erkennt man an ihrer Fassform und Färbung, und sollten abgesammelt werden. | © Andermatt Biogarten AG

Direkte Massnahmen bei Wanzenbefall

  • Pflanzen regelmässig kontrollieren (Blattunterseiten, Triebe, Früchte), vor allem im Sommer.
  • Eigelege und Nymphen der Marmorierten Baumwanze und Grünen Reiswanze absammeln (die der Einheimischen bei kleinem Befallsdruck stehenlassen).
  • Bei lokal starkem Befall: konsequentes Absammeln der adulten Tiere am frühen Morgen, wenn sie noch wenig beweglich sind.
  • Brennnesseljauche als Vergrämung einsetzen, da ihr intensiver Geruch abschreckend wirkt.

Nützliche Wanzen und ihre Rolle im Biogarten

Viele Wanzen sind keine Schädlinge, sondern nützliche Mitbewohner im Garten. Räuberische Wanzen (z. B. Blumenwanzen, Orius-Arten, Macrolophus) fressen Blattläuse, Thripse, Spinnmilben, Weisse Fliegen und andere weichhäutige Insekten und werden im professionellen Bio- und Gewächshausanbau gezielt eingesetzt. Auffälligere Arten wie Streifenwanzen oder diverse Kleinwanzen saugen an Wildkräutern und Blüten und sind Nahrung für Spinnen, Laufkäfer, Vögel und Kleinsäuger.

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Produktbild zu «Insektenschutz-Taschen Gemüse» | © Andermatt Biogarten AG

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