Frostspanner

Der Kleine Frostspanner (Operophtera brumata) befällt fast alle Obstgehölze, darunter Süsskirsche, Apfel, Birne oder Pflaume, aber auch Zier- oder Forstgehölze. Wenn an einem Baum keine Nahrung mehr vorhanden ist, lassen sie sich an einem Faden baumeln und zu einem Nachbarsbaum hinüberwehen.

Der Kleine Frostspanner kommt ursprünglich aus dem europäischen Raum und ist in der Schweiz weit verbreitet. Grosse Schäden treten meist nur bei einem sehr starken Befall in einzelnen Jahren auf.

Der Grosse Frostspanner spielt im Obstbau eine kleinere Rolle, da dieser weniger häufig auftritt als der kleine Frostspanner. Deshalb konzentriert sich dieses Portrait auf den Kleinen Frostspanner.

Der Falter des Kleinen Frostspanners tritt mit den ersten Frostnächten auf und befällt Obstbäume. | © Andermatt Biogarten AG
Die Raupe des kleinen Frostspanners richtet nur in grossen Gruppen Schaden an | © Andermatt Biogarten AG

Erkennungsmerkmale Kleiner Frostspanner

Eier, Raupen und Puppen

  1. Frostspanner-Eier sind zuerst blassgrün, später ein schmutziges orange-rot bis leuchtend orange
  2. Die Raupen sind kurz nach dem Schlüpfen ziemlich klein: 5 - 10 mm, später bis zu 25 mm.
  3. Die Raupe des Frostspanners erkennt man leicht an ihrer Fortbewegungsart. Durch das Formen eines "Katzenbuckels" kommt die Raupe vorwärts.
  4. Die Raupen sind hellgrün mit weisslich-gelben Längsstreifen.
  5. Die Puppen sind braun und ca. 7 - 8 mm lang.

Falter

  1. Die Männchen sind beigebraun bis graugelb mit bis zu 20 - 45 mm Flügelspannweite und einer Körperlänge von 5 - 7 mm
  2. Männchen zeigen sich mit welligen, dunklen Querbändern auf den Flügeln
  3. Die Weibchen sind graubraun mit ca. 5 - 15 mm Körperlänge und mandelförmig
  4. Die Flügel der Weibchen sind zu Stummeln zurückgebildet, somit unterscheiden sie sich deutlich von den Männchen (Sexualdimorphismus)

Der Lebenszyklus des Frostspanners

Die Frostspanner-Männchen starten ihre Flüge mit den ersten Frostnächten und sind von Mitte Oktober bis Ende Dezember aktiv, daher der Name.

Nach der Paarung legt das Weibchen noch im Winter seine Eier auf Triebspitzen und uns Ritzen in der Rinde von Bäumen und Sträuchern. Dies verlangt dem flugunfähigen Weibchen einiges an Aufwand ab, denn seine Flügel sind stark zurückgebildet und es muss den Stamm oder Strauch hinaufkrabbeln.

Die Larven schlüpfen, sobald die Knospen austreiben, zwischen April und Mai. Bis Juni fressen sich die Raupen satt, danach seilen sie sich zum Boden ab, wo die Verpuppung stattfindet, bevor im Herbst die Falter wieder schlüpfen.

Schadbild und Vorgehen bei Befall vom Kleinen Frostspanner

Die Raupe des Frostspanners kann grosse Schäden bis zum Kahlfrass anrichten, sie schädigt Blätter, Blüten, Früchte und Blattknospen. Knospen sind oft angefressen, zudem zum Teil versponnen oder von innen ausgehöhlt, sodass sie sich nicht entfalten können.

Ideal ist, möglichst früh einem Befall entgegenzuwirken und im Herbst Raupenleimringe um den Stamm der Bäume anzubringen. Wird der Befall erst im Frühling festgestellt, können spezifische Bakterien gezielt gegen den Frostspanner eingesetzt werden.

Die im Delfin gegen Schadraupen enthaltenen Bakterien (Bacillus thuringiensis var. kurstaki) werden von den Raupen beim Fressen aufgenommen und bringen diese gezielt zum Absterben.

Tipp

Der Paarungsort und die spezifische Eiablage in den Bäumen erlaubt es mit einfachen mechanischen Methoden einzugreifen, beispielsweise mit dem Anbringen eines Raupenleimrings. Klebt man diesen im Herbst (Ab September) satt um den Stamm, sowie um die Stützen, führt fast kein Weg daran vorbei und das Frostspanner-Weibchen bleibt vor der Eiablage kleben. Ein regelmässiger Austausch des Leimrings ist wichtig, da die Eiablage auch auf dem Ring möglich ist.

Vorbeugende biologische Massnahmen gegen den Frostspanner

  • Nützlinge fördern: Die Larven werden von Schlupfwespen, Raupenfliegen und verschiedenen Vögel dezimiert.
  • Frassfeinde anlocken: die Puppen im Boden werden von Käfern, Ameisen oder Pilzen in Schach gehalten.
  • Auch Spinnen zählen zu ihren natürlichen Feinden, sie gehen vor allem auf die Weibchen.
  • Raupen am Boden zusammenlesen und die Bäume nach Raupen absuchen und absammeln.
  • Im Herbst und über den Winter Leimringe anbringen und regelmässig austauschen.
Der Goldlaufkäfer ist ein guter Gartennützling welcher Schädlinge abhält

Produkte gegen den Frostspanner

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Produktbild zu «Raupenleimring» | © Schacht F.  GmbH & Co. KG

Raupenleimring

Gegen Raupen. Nach dem ersten Frost im Herbst kriechen die ungeflügelten Weibchen des Frostspanners die Stämme von Obst- und Ziergehölzen hoch. In den Baumkronen legen sie ihre Eier ab.
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Produktbild zu «Delfin® gegen Schadraupen» | © Andermatt Biogarten AG

Delfin gegen Schadraupen

Das biologische Insektizid wirkt gegen Frostspanner, Gespinstmotten, Trägspinner und weitere Schadraupen.
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Produktbild zu «Sprühgerät RPD 15» | © Birchmeier Sprühtechnik AG

Sprühgerät RPD 15

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Produktbild zu «Foxy Plus» | © Birchmeier Sprühtechnik AG

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