Im Kampf gegen die lästige Tigermücke kommen die wirksamsten Helfer oft aus unerwarteter Ecke: winzige, unscheinbare Krebstiere, die im Wasser auf die Jagd gehen.
Einheimische Ruderfusskrebse wie Megacyclops viridis machen aus Regentonnen, Kübeln und Zisternen echte „Gefahrenzonen“ für Mückenlarven – lange bevor die ersten Stechmücken im Garten unterwegs sind.
Wie man diesen natürlichen Räuber einsetzt und von einer stillen, hocheffizienten Form der biologischen Mückenbekämpfung profitiert, zeigen wir hier.
Das bietet dieses Portrait über Ruderfusskrebse
Fun Fact: Der Namensbestandteil „-cyclops“ erinnert nicht von ungefährt an die einäugigen Riesen aus der griechischen Mythologie; auch diese Ruderfusskrebse besitzen ein einzelnes, mittig sitzendes Auge.
Ruderfusskrebse (Copepoden) sind winzige, nur wenige Millimeter grosse Krebstiere. Sie leben als Teil der natürlichen Wasserfauna in eher kleinen, stehenden oder langsam fliessenden Gewässern. Vorkommen können sie von Pfützen und Gräben über Regentonnen bis zu Wasserbecken.
Die meisten Arten ernähren sich von Algen, Einzellern und anderen Kleinstlebewesen, grössere cyclopoide Arten wie Megacyclops viridis fressen zusätzlich kleine Wirbellose und erbeuten auch gezielt junge Mückenlarven.
Einheimische Ruderfusskrebse wie Megacyclops viridis halten sich vor allem dort auf, wo sich am Gewässerboden organisches Material und Kleinstlebewesen sammeln, bewegen sich ruckartig durch das Wasser und reagieren auf Bewegungsreize ihrer Beute.
Bei guter Nahrungsgrundlage bauen sie stabile Populationen auf, vermehren sich und tragen so langanhaltend zur natürlichen Regulation verschiedener Mückenarten bei, insbesondere der frühen Larvenstadien in künstlichen Wasserbehältern.
Sie sind somit ideal für den Einsatz in der biologischen Kontrolle der Asiatischen Tigermücke und der Japanischen Buschmücke. Sie eignen sich optimal für den präventiven Einsatz, da sie über alternative Nahrungsquellen verfügen.
Untersuchungen zeigen, dass cyclopoide Ruderfusskrebse besonders effiziente Räuber von Mückenlarven in kleinen Wasseransammlungen und künstlichen Behältern sind.
Sie werden in verschiedenen Ländern gezielt zur biologischen Kontrolle behälterbrütender Stechmücken eingesetzt und haben sich dort als sehr wirkungsvolle Nützlinge bewährt.
CopEx bietet die erste Methode in der Schweiz, mit Nützlingen gegen invasive Stechmücken vorzugehen.
Besonders relevant ist ihr Einsatz gegen invasive, behälterbrütende Stechmücken wie:
Studien zeigen, dass Megacyclops viridis:
[Pauly, I., Jakoby, O. & Becker, N. (2022), Russell, M. C. (2023)]
Damit ergibt sich eine einfache Arbeitsteilung: Kleine Wasserstellen wie Untersetzer oder Giesskannen leert man konsequent aus.
Und dort, wo das Wasser dauerhaft bleiben muss, in der Regentonne, im Wasserfass, in der Zisterne oder im Schlammsammler, übernehmen die Ruderfusskrebse (zusammen mit Mollex).
Wichtig ist, dass diese Wasseransammlungen nicht regelmässig vollständig geleert werden – nur so kann sich die Ruderfusskrebs-Population halten und ihre Wirkung über längere Zeit entfalten.
Die Tigermücke braucht keine grossen Tümpel, ihr genügt ein Topfuntersetzer, eine vergessene Giesskanne, eine verstopfte Dachrinne.
Wer diese Kleinstgewässer im Griff hat, unterbricht die Vermehrung genau dort, wo sie stattfindet. In der Praxis läuft das auf drei Handgriffe hinaus:
Verdächtige Mücken melden. Über muecken-schweiz.ch läuft das nationale Überwachungsprogramm – jede bestätigte Meldung hilft mit, die Ausbreitung nachzuvollziehen und einzudämmen.