Natur entdecken – Abenteuer erleben – Vielfalt verstehen.
Im Oktober reifen die letzten Wildfrüchte, Stauden ziehen sich zurück und viele Tiere sichern sich ihre Wintervorräte oder Quartiere.
Jetzt entscheidest du mit jeder Schere, jedem Spatenstich und jeder Zwiebel im Boden, wie artenreich der Start ins nächste Jahr wird. Frühblüher, Winterquartiere und „stehengelassene“ Strukturen sind die versteckten Hauptrollen in diesem Monat.
| Beobachtung / Erlebnis | Naturraum | Aktion für die Biodiversität |
| Erste kalte Nächte, Wildfrüchte wie Schlehen und Mispeln werden weich | Hecke, Waldrand, Wildobsthecke | Einen Teil der Früchte hängen lassen, damit Vögel und Kleinsäuger Winterfutter finden; nur so viel ernten, wie du wirklich verarbeitest. |
| Es gibt Platz im Beet und Topf | Gemüsebeet, Hochbeet, Balkon | Frühblüher-Zwiebeln setzen (z.B. Krokus, Hyazinthe, Hasenglöckchen, Zierlauch), damit im Frühling früh Nahrung für Wildbienen bereitsteht. |
| Stauden wirken braun und „verblüht“ | Staudenbeet, Bauerngarten | Verblühte Stauden mit Samenständen stehen lassen, nur störende/ faule Teile schneiden – sie bieten Winterfutter, Verstecke und Niströhren für Insekten. |
| Falllaub sammelt sich unter Sträuchern und Hecken | Hecke, Baumscheiben, wilde Ecke | Laub dort liegen lassen oder zu Haufen zusammenschieben: Winterquartier für Igel, Insekten und Bodenlebewesen, natürlicher Frost- und Bodenschutz. |
| Mehr Vögel im Garten, Meisen inspizieren Bäume | Bäume, Sträucher, Balkon | Nistkästen kontrollieren und reinigen, neue Kästen oder natürliche Nischen anbieten. |
| Boden wirkt „müde“, Beete sind offen | Gemüse- und Blumenbeete | Gründüngung wie Phacelia oder andere geeignete Arten einsäen: Sie schützen den Boden, füttern Bodenlebewesen und liefern im Frühling Humus. |
Das Wetter spielt nicht mit? An einem grauen Tag den Grundriss von Beet, Balkon oder Hochbeet skizzieren und mit Buntstiften planen, wo welche Frühblüher-Zwiebeln gesetzt werden sollen (Farben, Blühzeit, Höhe). Dazu könnt ihr gemeinsam passende Sorten im Shop auswählen und ein kleines „Bienen-Frühstücks-Büffet“ für Februar bis April zusammenstellen.
In einem gut versorgten, lebendigen Gartenboden können pro Quadratmeter mehrere Hundert Regenwürmer und insgesamt bis zu 1,5 Tonnen Bodenorganismen pro Hektar leben – also grob so viel Lebendmasse im Boden wie an Pflanzen darüber. Das bedeutet: Wenn du Staudenreste, Laub und Gründüngung stehen oder liegen lässt, fütterst du unter deinen Füssen ein ganzes „Verborgenen Zoo“, der Nährstoffe recycelt, den Boden lockert und Wasser speichert.
Viele Wildbienenarten sind nur rund vier bis sechs Wochen im Jahr aktiv – einige starten bereits im Februar oder März. In dieser Zeit entscheidet ein kleines Extra an Frühblühern pro Quadratmeter oft darüber, ob sie genug Nahrung finden, um ihren Nachwuchs grosszuziehen. Jede jetzt gesetzte Zwiebel wird im Frühling zur Mini-Lebensversicherung für frühe Wildbienen.