Inspiration Pflanze des Monats - ein Blick zurück

Archiv mit unseren monatlichen Biogarten Pflanzenempfehlungen für Garten, Terrasse und Balkon

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2023: März | April | Mai | Juni | Juli | August | September | Oktober | November | Dezember

(G-)Wunderwelt der Kräuter

Pflanze des Monats April 2024

Heute geht es in die wunderbare Welt der zauberhaften Kräuter. Zu jenen Pflanzen, welche nicht nur einen verspielten Charakter in unsere Gärten bringen, sondern auch die Gartenküche bereichern. Kräuter sind ein Fest für Bienen und Schmetterlinge und unterstützen uns dabei, gesund zu bleiben oder zu werden.

Die Geschichte der Kräuter ist so alt wie jene der Menschheit selbst. Sie rankt sich als «grüner Faden» durch sämtliche Epochen und Kulturen. In all der Zeit wurden zahlreiche Pflanzen in den Alltag integriert. Als Nahrung, Würze, Heilmittel, für Farbstoffe, Rituale und vieles mehr.

Nicht nur die Menschen haben die Welt der Kräuter für sich entdeckt. Wildtiere nutzen seit jeher Kräuter, um sich selbst zu heilen und zu pflegen. Sie besitzen einen erstaunlichen Instinkt, der ihnen sagt, welche Pflanzen gut für sie sind. Das zeigt, wie eng die Verbindung zwischen Flora und Fauna ist. Und Kräuter unterstützen auch andere Pflanzen. In Mischkulturen halten sie Schädlinge durch Duftblockaden oder -verwirrung von ihren Pflanznachbarn fern und fördern so deren Gesundheit.

Kräuter sind dankbare und meist robuste Pflanzen. Solange die Lichtverhältnisse passen und der Wasserhaushalt stimmt, benötigen sie kaum Aufmerksamkeit. Sie lassen sich fast überall pflanzen – sei es im Beet oder in einer Kräuterschnecke im Garten, in Töpfen auf dem Balkon oder sogar auf der Fensterbank in der Küche. Für jede Situation gibt es passende Kräuter. Daher gibt es keinen Grund, keine Kräuter zu haben. Und viele leckere, angenehme und wohltuende Argumente dafür!

Die Auswahl an Kombinationen ist riesig. Hier ein paar Beispiele, die helfen, einen individuellen Kräutergarten zu kreieren:

Das BBQ-Beet fürs ultimative Grillaroma

mit Rosmarin, Thymian, Oregano und Salbei hat man alle Grundzutaten für Gemüse, Marinaden oder italienische und griechische Gerichte. Damit jede Grillparty ein kulinarisches Festmahl mit unvergleichlichem Geschmackserlebnis wird.

Tea-Time – das Teeliebhaber-Beet

mit Pfefferminze, Kamille, Melisse, Salbei und Lavendel. Als kleine Überraschung und fruchtige Note zwischendrin: Walderdbeeren. Alles, was man zur Erfrischung, nach einem üppigen Mahl, zur Beruhigung und Entspannung und für Hals und Stimme braucht. Diese Kräuter sind eine Einladung, einen Moment innezuhalten, sich zu entschleunigen und an einem leckeren Tee zu nippen. Wer etwas mehr Platz hat, nimmt sich Baldrian und Zitronenverbene dazu.

Das Duft-Beet zum Verweilen

Lavendel, Zitronenmelisse, Rosmarin, Thymian und Duftnessel sorgen für ein entspanntes und tiefes Durchatmen mit beruhigenden, süssen und kräftigen Noten. Ein Beet, dass eine besondere und wohltuende Atmosphäre schafft. Natürlich gibt es viele Duftpflanzen abgesehen von Kräutern, die man bestens «vergesellschaften» kann, sofern der Platz vorhanden ist.

Fly-through-Buffet – das Schmetterling- und Bienenparadies

Blühender Lavendel, Thymian, Salbei, Schnittlauch, Heilziest und Borretsch begeistern nicht nur uns, sondern bilden kleine Inseln für Bienen und Schmetterlinge. Für ein garantiertes Luftballett, Summen und Brummen – eine Biodiversitätsoase für Fluggäste. Und Schnittgut für die Gartenküche – davon haben alle etwas. Wer den Geschmack von Senfölen liebt und gerne Hummeln anlocken möchte: Keine Hummel kann einer Kapuzinerkresseblüte widerstehen. 

Das wohltuende Wellness-Beet – Naturheilkraft aus dem Garten

Ringelblume, Johanniskraut, Echinacea, Pfefferminze, Zitronenmelisse, Thymian, Lavendel und Schafgarbe bilden eine wohltuende Truppe mit vielen Qualitäten für Salben, Tees, Tinkturen, Kräuterwein und mehr. Sie stärken die Gesundheit und das Wohlbefinden. Wer Platz und ein Fleckchen frischen Boden hat, eröffnet zusätzlich ein kleines Beet mit dem Trio Baldrian, Beinwell und Mädesüss.

Das Kräuterbeet für Sonnenanbe(e)ter – ein Hauch von Süden

Basilikum, Rosmarin, Oregano, Thymian und Lavendel bieten eine attraktive Grundlage für die mediterrane Küche und sind allesamt sonnenhungrige, aber genügsame Kräuter, die viel zu bieten haben. Mit ihnen lassen sich viele kulinarische Köstlichkeiten verfeinern, aber auch einen leckeren und stärkenden Tee aus Thymian kredenzen. Basilikum ist übrigens ein guter Pflanzpartner für Tomaten. Im Sonnenbeet pflanzt man ihn am besten so, dass er nicht die pralle Sonne abbekommt, sondern von seinen Partnerpflanzen etwas schattiert wird – sonst kann der grossblättrige Südländer leicht einen Sonnenbrand davontragen.

Stäbchenalarm!! Das Asia-Beet für kulinarische Fernreisen

Zitronengras, Ingwer, Kurkuma, Vietnamesischer Koriander, Thaibasilikum, Minze und Schnittknoblauch bilden die Grundlage für die kulinarische Reise durch die reiche Palette an Geschmäckern und Aromen. Dieses Beet ist nicht nur ein Highlight für die Gartenküche, sondern eine attraktive Ergänzung für den Garten oder Balkon, welche die Sinne belebt und zum Experimentieren einlädt.

 

In unserem Sortiment findet man die Kräuter bei den mehrjährigen Stauden wie auch bei den Setzlingen und beim Saatgut. Während die Stauden im Frühling erst den Winterschlaf abschütteln und austreiben müssen und das Saatgut keimen muss, sind die Kräuter-Setzlinge ab Mai für alle Küchen-, Wellness- und Wohlfühltaten bereit.

Wer einen vielfältigen und grösseren Kräutergarten anlegen möchte, aber nicht über viel Fläche verfügt, kann auf eine Kräuterschnecke setzen. Darin lässt sich, durch die runde Form und die verschiedenen Höhen, für jeden Kräuteranspruch den Sonnen- und Feuchtigkeitsbedarf der Kräuter regeln. Balkongärtner nutzen die Vertikale mit Topftürmen oder anderen Möglichkeiten, in die Höhe zu pflanzen. Und auch in den Balkonkästen, rund um die Balkonbrüstung, lässt sich eine bunte Kräutervielfalt gestalten und geniessen.

Ein Kräutergarten, egal in welcher Grösse, ist ein kleines Stück lebendige Natur, welches einfach im Alltag zu integrieren ist. Man kann ihm beim Wachsen zuschauen, ihn pflegen und hegen, einatmen, durchatmen, den Geschmack von frischen Kräutern auf dem Gaumen geniessen und einfach sein. Man kann klein beginnen, mit ihm wachsen und die Magie der Kräuter Stück für Stück für sich entdecken und damit die ganze Wunderwelt der Kräuter.

Mehr zur Konservierung und Ernte der Kräuter haben wir in den Gartenthemen festgehalten. Wer über den Luxus einer Uferzone verfügt oder lehmigen Boden hat, sollte den Blutweiderich (Staude des Jahres) genauer anschauen. Vielleicht wird's eine kulinarische Entdeckung.

BlühzeitMai - August
Überwinterung

Winterhart

WuchshöheJe nach Sorte 60 - 130 cm
Wuchsstärke
WurzelwuchsTiefwurzler
Blüte

weiss bis gelblich

Standort

Sonne - Halbschatten

Besonderes
  • Robustes mehrjähriges Gemüse
  • Blätter als Mulchmaterial verwendbar
  • Für süsse und herzhafte Gerichte in der Küche


Rhabarber – Rheum rhabarbarum

Pflanze des Monats März 2024

Der Rhabarber trat seinen Siegeszug in europäische Gärten im 11. Jahrhundert an. Das Knöterichgewächs aus dem Himalaya gelang durch die abendländische Medizin zu uns. Erst später wurde er als Nahrungsmittel «entdeckt» und in privaten Küchengärten angebaut.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Varianten davon und er ist aus einem Bauerngarten nicht mehr wegzudenken. Ob für Erdbeer-Rhabarber-Marmelade, einen leckeren Kuchen, Kompott, Sirup, Sorbet, Eintöpfe oder im Garten frisch geerntet und in Zucker getupft – Rhabarber ist lecker! Vielen ist er zu sauer – aber mit der Hilfe einer Bleichglocke oder dem Kochen nach der Ernte verliert der Stängel seine Säure und wird milder. Man kann Rhabarberstängel problemlos einfrieren, wenn man keine Zeit fürs Einkochen hat. So hat man das ganze Jahr etwas davon.

Übrigens: Nicht nur die Stängel eignen sich für die Gartenküche. Auch die Rhabarberblüten schmecken ausgebacken oder wie Brokkoli zubereitet lecker. Schon probiert?

Rhabarberstängel sind reich an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Rhabarber enthält auch Oxalsäure. Diese Säure kann in hohen Dosen toxisch sein. Sie kommt vor allem in den Blättern vor – in den Stängeln ebenfalls. Hier gilt wie immer: Die Menge macht's. Personen mit Nierenproblemen sollten vorsichtig sein, auch wenn das Bleichen, Backen oder Kochen den Säuregehalt reduziert. Wer mehr über das Bleichen von Rhabarber erfahren will: Wir haben eine Infoseite, um diese alte Anbautradition für sich zu entdecken. 

Die Rhabarberwurzel war früher ein natürliches Färbemittel von Textilien. Mit der Wurzel erzeugt man Gelb- und Brauntöne.

Im Garten kann man die grossen Rhabarberblätter zum Mulchen verwenden. Die ausladenden Blätter schattieren den Boden und helfen so, den Boden feucht zu halten und das Spriessen von Unkraut zu reduzieren. Mit dem Laub kann eine Brühe angesetzt werden. Diese soll gegen Blattläuse wirken – wir nehmen dafür aber lieber unsere Nützlinge ;-)

Die robuste und mehrjährige Pflanze bevorzugt einen durchlässigen Boden. Sie zieht über den Winter komplett ein. Rhabarber gedeiht an der Sonne wie im Halbschatten. Dabei ist sie im Küchengarten, beim Kompost und in einem Staudenbeet oder auf einer Baumscheibe in der Pflanzgilde eine Bereicherung. Neben der Beschattung durch ihre grossen Blätter lockert sie mit ihrer tiefen Wurzel den Boden auf. Unter anderem der Oxalsäuregehalt kann helfen, Schädlinge von Nachbarpflanzen fernzuhalten. Zusätzlich bringt der Rhabarber mit seiner Form eine interessante Struktur in den Garten. 

«Topf-Gärtner» können den Rhabarber anbauen, wenn genügend Platz für die ausladend wachsende Pflanze da ist. In einem tiefen Topf, Trog oder Fass mit ausreichend Nährstoffen (Starkzehrer) und regelmässig gegossen gedeiht sie gerne.

Rhabarber gehört einfach in einen Naschgarten – nicht nur wegen den kulinarischen Genüssen. Aber wer kann schon nein sagen zu einer leckeren Rhabarbertorte in feinster Mürbeteighülle, einer delikaten Rhabarber-Marzipanfüllung und einem Streuseltopping mit einem Hauch von gerösteten Nüssen? 

Für alle Süssspeisenverächter: Rhabarber ist auch eine unterschätzte Zutat bei Eintöpfen. Summa summarum: Es lohnt sich den Rhabarber zu entdecken – für den Garten und auf dem Teller. Viel Spass dabei!

 

BlühzeitFebruar- März
Überwinterung

Winterhart

WuchshöheVeredelt bis ca. 500 cm
Unveredelt bis ca. 600 cm
Wuchsstärke40 - 90 cm / Jahr
WurzelwuchsFlachwurzler
Blüte

Gelbe Kätzchen (männlich), unscheinbar bei den Knospen (weiblich)

Standort

Sonne - Halbschatten

Besonderes
  • Top 10 Pflanze für die Biodiversität
  • Sehr robust auch für das städtische Klima
  • Verkanntes kulinarisches Schatzkästchen


Die Hasel(-nuss) – Corylus avellana

Pflanze des Monats Februar 2024

Die Zeit, in denen «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» über die Fernsehbildschirme flimmerte, ist vorbei. Jetzt schlägt die Stunde für die Hasel selbst. Das einheimische Gehölz hat einiges zu bieten. 

Als Frühblüherin spendet sie mit ihren Kätzchen – die Katerchen heissen müssten, weil es männliche Blüten sind – vielen Insekten Starthilfe. Ihre Zweige und das dichte Blattwerk bieten Nistplätze und Schutz. Das herabfallende ist Laub Nistmaterial fürs Winterlager und die reifen Nüsse im Spätherbst sind bei den Gartenbewohnern als gesundes (Winter-)Futter beliebt.

Nicht nur der C-Falter schätzt die kulinarischen Vorzüge der Blätter. In der Gartenküche werden aus dem jungen Laub gefüllte Blattsäckchen gewickelt, bis die Weinblätter im Garten soweit sind. Die Haselkätzchen lassen sich in der Küche zu Leckereien verarbeiten. Es gibt viele Rezepte mit Blättern, Blüten und Haselnüssen zu entdecken. 

Die Hasel gilt als Pioniergewächs. Sie ist anspruchslos, windfest und ein Schatz für die Biodiversität. Man findet sie mit grüner und roter Belaubung. Als Selbstbefruchterin braucht es keine weiteren Haseln, um im Herbst Nüsse zu ernten. Man muss nur schneller sein als Vögel, Eichhörnchen und andere tierische Nussfans. Dazu bei jedem Gartenrundgang die Nüsse, welche nicht wurmstichig sind, sammeln und kühl und trocken lagern. Bei einer gewissen Menge kann man sie schälen und rösten. Das macht sie haltbarer für die leckere Gartenküche.

Ein weiterer Pluspunkt der Hasel sind ihre Zweige. Ihre biegsamen Ruten eignen sich nicht nur zum Basteln, sondern für zahlreiche kreative Gartenprojekte. Vom dekorativen Kranz, über Beeteinfassungen und Zäune bis hin zu Rankhilfen und Stützen für kleinere Pflanzen. Durch die Wuchsfreudigkeit der Haseluss ist Nachschub an Ruten Jahr für Jahr gesichert, sobald sie eine gewisse Grösse erreicht hat. Wenn, dann wird im Herbst geschnitten. Auf keinen Fall im Winter vor der Blütenbildung, denn Hummeln, Wildbienen & Co. sind auf den Frühjahrssnack angewiesen.

Als «wilder» Flachwurzler ist die Hasel auf Dauer nur bedingt für die «Topfkultur» geeignet. Wer die Hasel dennoch kultivieren will und Platz hat, kann sie in einem Trog, Kübel oder Topf pflanzen. In diesem Fall wird die Hasel nicht so üppig wachsen und nicht die Dimensionen annehmen wie im Freiland. Im Boden muss man die Haselnuss nur in der ersten Gartensaison giessen – im Topf regelmässig.

Summa Summarum: Wer mehr als 3 Nüsse haben will und auf Gartenmagie setzt, kommt um eine Hasel nicht herum. Mit ihr tanzt man zwar nicht auf einem Ball im glänzenden Kleid - aber ein Fest für die Sinne und ein kleiner Gartenschatz ist sie allemal ;-) 

BlühzeitDezember- April
Überwinterung

winterhart

WuchshöheBis ca. 200 cm
Wuchsstärke20 - 30 cm / Jahr
WurzelwuchsFlachwurzler
Blüte

crèmeweiss

Standort

Sonne - Halbschatten

Besonderes

Süsser Duft und Blüte im Winter


Die Winterheckenkirsche – Lonicera purpusii

Pflanze des Monats Januar 2024

Noch bevor die ersten hungrigen Hummeln durch die Gärten brummen, öffnet die Winter-Heckenkirsche um die Weihnachtszeit ihre eleganten crèmeweissen Blüten und verströmt ihren süssen Duft. Tauchen im Februar mit den wärmer werdenden Sonnenstrahlen die ersten Bestäuber auf, finden sie das Insektenbuffet bereits üppig gedeckt. 

Der hübsche Zierstrauch macht nicht nur als Solitärgehölz eine gute Form. Dank seines dicht verzweigten Wuchses und seiner Schnittverträglichkeit gibt er wunderbare Sichtschutzhecken ab. Einen besonderen Blickfang bietet die Winter-Heckenkirsche kombiniert mit Frühblühern wie Krokus, Schneeglöckchen oder Winterlingen, welche das schlichte Farbenspiel aufgreifen und die Wirkung verstärken.

Als unkomplizierte Gartenbewohnerin passt die Heckenkirsche an fast jeden Standort. Weder an den Boden noch an die Besonnung stellt sie hohe Ansprüche. Bodenbearbeitung im Wurzelbereich sollte man unterlassen, da sie als Flachwurzler sonst verletzt würde. Dafür schätzt sie eine ordentliche Mulchschicht zum Schutz vor Hitze und Trockenheit im Sommer und starken Frösten im Winter.

Auch Balkone und Terrassen ziert die Winter-Heckenkirsche mit ihrer dezenten Schönheit. In Kübeln und Trögen gedeiht sie prächtig und bringt winterlichen Blütenschmuck in den Urban Garden. Mit ihrer kompakten, leicht überhängenden Wuchsform lässt man sie gern über ein Geländer wachsen. Da sie ihr Sommerlaub erstaunlich lange in den Spätherbst hinein behält, bietet sie fast das ganze Jahr über dichten Sichtschutz.

Die meisten Blüten bildet die Heckenkirsche, wenn sie im Sommer nicht zu lange trocken hatte. Bei anhaltender Trockenheit rechtzeitig zu giessen fördert also die Blüte im Winter. Da die Pflanze den Sommer für die Vorbereitung ihrer Blütenknospen nutzt, sollte man im Herbst nicht mehr schneiden. Vielmehr kann man sie im Frühling alle paar Jahre direkt nach dem Abblühen etwas auslichten. 

Das Geheimnis ihrer süss duftenden Winterblüte verdankt die mit den rankenden Geissblättern verwandte Winter-Heckenkirsche ihren biologischen Eltern. Sie entstand im frühen 20. Jahrhundert bei einer Kreuzung zweier chinesischer Geissblatt-Arten. Von der einen hat sie die Eigenschaft der frühen Blüte geerbt, von der anderen den lieblichen Duft, der bis heute viele Gartenfans verführt.

Von ihrem Namen sollte man sich übrigens besser nicht täuschen lassen: Die roten, kirschartigen Früchte sind für uns nicht essbar und sogar leicht giftig. Vögel hingegen lieben die saftigen Beeren. Die Winter-Heckenkirsche ist also nicht nur eine prima Bienenweide sondern auch ein tolles Vogelnährgehölz und in jedem Fall ein Gewinn für die Biodiversität im Garten.

BlühzeitMärz- April
Überwinterung

winterhart

WuchshöheBis ca. 300 cm
Wuchsstärke15 - 30 cm / Jahr
WurzelwuchsHerzwurzler
Blüte

unscheinbar

Standort

Sonne - Halbschatten

Besonderes

Für vitaminreiche Frischekicks im Spätherbst


Die Kaki – Diospyros kaki

Pflanze des Monats Dezember 2023

Ursprünglich aus Ostasien stammend, hat der Kakibaum inzwischen seinen Weg in unsere Breitengrade gefunden und erfreut sich grosser Beliebtheit. Doch was macht diese Pflanze so besonders?

Der Kakibaum ist bekannt für seine leuchtend orangen und wohlschmeckenden Früchte. Auch wenn der Anbau von Kaki in ihren Ursprungsländern weit in die Geschichte zurück reicht, kam sie verhältnismässig spät in Europa an. Vorerst wurden Kakibäume in Italien und Südfrankreich kultiviert. 

Dank des gemässigten Klimas in unseren Weinbauregionen eignen sich diese Gebiete auch für den Anbau von Kakibäumen. Die Früchte reifen hierzulande und erfreuen uns mit ihrem süssen und leicht würzigen Geschmack. Kakibäume sind trotz ihrer eher exotisch anmutenden Früchte äusserst robust und gelten als winterhart.

Neben dem kakitypischen Geschmack hat es die Frucht auch inhaltstechnisch «in sich». Vitamin-C, Kalzium, Kalium, Magnesium und Beta-Carotin machen aus der orangen Frucht ein wertvolles Nahrungsmittel. Man spricht der Kaki allerlei positive heilende Wirkungen bei Krankheiten zu – aber wir geniessen sie einfach, weil sie lecker ist.

Da Kakis Selbstbefruchter sind, eignen sie sich auch gut für den Topf auf Balkon und Terrasse. Am besten etwas geschützt vor Wind und Wetter – so haben die Früchte ausreichend Zeit, bis zum Spätherbst auszureifen. Vor allem im Spätherbst ist ihr Aussehen beinahe skurril mit dem laubfreien Geäst, an denen die auffällig-orangen Kakis hängen und auf die Ernte warten.

Wer den Luxus an Platz hat, kann eine Befruchtersorte wie die Lotuspflaume dazu platzieren. Das kann den Ernteertrag steigern. Aber auch eine einzelne Kaki auf dem Balkon wird Früchte tragen - ohne Befruchtersorte.

Kakis sind eine leckere Delikatesse im Spätherbst. Sobald das Quecksilber im Thermometer sinkt, sorgen Fröste dafür, dass der herbe Geschmack der saftigen Süsse weicht. Wer Zeit und Musse hat, sollte den ersten Frost für die Ernte abwarten – es lohnt sich. Es ist wichtig zu beachten, dass reife Kakis nicht lange gelagert werden können. Sie sollten innerhalb weniger Tage genossen oder verarbeitet werden. 

Falls es mit dem Reifwerden der Früchte nicht ganz gereicht hat, kann man sie einzeln in Zeitungspapier einwickeln und zusammen mit einem reifen Apfel in eine Kiste betten und regelmässig kontrollieren. Die Früchte werden in wenigen Tagen und Wochen nachreifen. Danach heisst es genussvoll reinbeissen und geniessen!