Aktualisiert am: 05.10.2026
Marienkäfer sind beliebt und gelten als Glücksbringer. Tatsächlich bringen sie Glück, ganz besonders im Garten. Im Frühling, wenn sich Blattläuse rasend schnell vermehren, sind Marienkäfer oft die ersten, die es mit den Schädlingen aufnehmen. Kaum ein Insekt räumt so gründlich unter Blattläusen auf und wird dabei so gern gesehen.
Eine Marienkäferlarve vertilgt hunderte von Blattläusen bis zur Verpuppung. Es lohnt sich, die nützlichen Gartenbewohner schon im Frühjahr mit blühenden einheimischen Pflanzen anzulocken. So sind die Weibchen in den Startlöchern zum Eierlegen, wenn die ersten Blattläuse auftauchen.
Entdecke, wie die kleinen Käfer leben, woran sich ihre Larven erkennen lassen und was einen Garten für sie attraktiv macht. Wer einen akuten Blattlausbefall gezielt bekämpfen will, findet im Nützlingsportrait Marienkäfer alles zum Einsatz.
Das bietet diese Seite zum Thema Marienkäfer
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Familie | Käferfamilie Coccinellidae mit weltweit rund 5000 Arten, davon etwa 80 in der Schweiz |
| Im Garten häufig | Zweipunkt-, Siebenpunkt- und Asiatischer Marienkäfer |
| Grösse | 3,5 bis 8 mm bei den drei häufigen Arten |
| Speisekarte | Blatt- und Schildläuse, im Frühjahr auch Pollen. Der 22-Punkt-Marienkäfer ernährt sich vor allem von Mehltaupilzen |
| Werdegang | Ei, vier Larvenstadien, Puppe, Käfer. Meist vergehen 30 bis 60 Tage, im Jahr sind bis zu zwei Generationen möglich |
| Lebensdauer | Je nach Art ein bis drei Jahre |
| Winter | Als erwachsener Käfer in Winterstarre, versteckt in Laub, Rindenritzen und Mauerspalten |
| Schutz | Warnfarben und ein bitteres Wehrsekret |
| Feinde | Vögel, Eidechsen, Frösche, Laufkäfer, Raubwanzen, Ameisen und parasitische Wespen |
Kaum eine Käferfamilie weckt bei uns Menschen so viele Sympathien wie die Marienkäfer. Wir schätzen sie als Nützlinge, denn die meisten Arten vertilgen als Larve und als Käfer dutzende Blatt- oder Schildläuse am Tag.
Einzelne Marienkäferarten fressen zwar Blätter und ein besonderer Spezialist nagt Pilzrasen von Mehltau ab. In unseren Gärten am häufigsten anzutreffen sind jedoch der Zweipunkt-, der Siebenpunkt- und der Asiatische Marienkäfer, allesamt Blattlausjäger.
Blattläuse vermehren sich rasend schnell und werden wegen ihres süssen Sekrets von Ameisen gehätschelt und verteidigt. Umso schöner zu wissen, dass auch sie nur Teil der Nahrungskette im Garten sind. Wo Blattläuse sitzen, stellen sich bald ihre Fressfeinde ein, von Marienkäfern und Florfliegen bis zu Vögeln, die ihre Jungen mit Insekten füttern. Marienkäferlarven und Käfer ernähren sich vor allem von Blattläusen und halten die Kolonien so biologisch und naturnah in Schach.
Es gibt nicht einfach den Marienkäfer. Weltweit sind rund 5000 Arten beschrieben, in der Schweiz leben rund 80. Typisch für die meisten Marienkäfer ist die Anzahl Punkte auf ihren Deckflügeln. Einige tragen ihre Punktezahl sogar stolz im Namen, vom bescheidenen Zweipunkt- über den berühmten Siebenpunkt-Marienkäfer bis zum 22-Punkt.
Wer einfach die Punkte auf dem Rücken der Käfer zählt und dann Bescheid zu wissen glaubt, täuscht sich allerdings. Beim Zweipunkt entscheidet das Erbgut, ob ein Käfer rot mit schwarzen Punkten oder schwarz mit roten Flecken zur Welt kommt. Beide Formen leben nebeneinander. Ältere Untersuchungen fanden im Winter mehr rote und im Sommer mehr schwarze Zweipunkte, neuere Studien bestätigen das nicht unbedingt.
Farbvariationen kennt auch der Asiatische Marienkäfer, dessen Grundfarbe von hellgelb über orange bis rot variiert. Seine oft 19 Punkte können dabei so gross werden, dass die Grundfarbe schwarz erscheint mit ein paar rötlichen Flecken. Anderen wiederum fehlen die Flecken ganz und sie sind einfach rot. Die Punkte verraten weder Alter noch Geschlecht. Sie gehören zur Art und zur Farbform. Nur frisch geschlüpfte Käfer sind zunächst blass, weil ihre Deckflügel erst aushärten.
Der gelb grundierte 22-Punkt-Marienkäfer mit exakt 11 Punkten auf jeder Flügeldecke ist nicht nur in Sachen zuverlässiger Färbung ein Spezialfall. Er macht sich nützlich, indem er den Pilzrasen auf den Blättern mehltaubefallener Pflanzen abnagt. Mehr dazu unter Mehltau.
Der Siebenpunkt ist der Klassiker unter den Marienkäfern. Drei Punkte sitzen auf jeder Flügeldecke, einer gemeinsam vorne in der Mitte. Zusammen macht das sieben, daher der Name.
Der Zweipunkt gehört bei uns zu den bekanntesten Arten und wird nur bis 5,5 mm gross. Er kommt rot mit schwarzen Punkten und schwarz mit roten Flecken vor, dazwischen gibt es viele Zwischenformen mit mehreren Flecken.
| Art | Erkennen | Grösse | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Zweipunkt (Adalia bipunctata) | Rot mit je einem schwarzen Punkt pro Flügeldecke oder schwarz mit roten Flecken, Unterseite schwarz | 3,5 bis 5,5 mm | Einheimisch, häufig in Siedlungsnähe, wird für den Nützlingseinsatz gezüchtet |
| Siebenpunkt (Coccinella septempunctata) | Rot mit sieben schwarzen Punkten | 5,2 bis 8 mm | Wohl die bekannteste Art, rund 400 Blattläuse während der Larvenzeit |
| Asiatischer Marienkäfer (Harmonia axyridis) | Sehr variabel von hellgelb bis rot oder schwarz, null bis 19 Punkte, oft M- oder W-förmige Zeichnung auf dem Halsschild | 6 bis 8 mm | Eingeschleppt, kann einheimische Arten verdrängen |
| 22-Punkt (Psyllobora vigintiduopunctata) | Leuchtend gelb mit 22 schwarzen Punkten | 3 bis 4,5 mm | Frisst als Käfer und Larve den Pilzrasen von Echtem Mehltau |
Eier. Gelb bis orange, länglich und aufrecht in kleinen Gruppen an Blattunterseiten, meist direkt neben einer Blattlauskolonie. Beim Siebenpunkt liegen 10 bis 30 Eier in einem Gelege.
Larven. Langgestreckt, dunkelgrau bis schwarz, mit Warzen, Dornen und je nach Art orangen oder gelben Flecken. Wer sie zum ersten Mal sieht, hält sie leicht für Schädlinge. Dabei sind sie die eigentlichen Hauptdarsteller im Kampf gegen die Blattläuse. Zwischen den vier Larvenstadien häutet sich das Tier jeweils, und in dieser Zeit fressen die Larven mehrere hundert Blattläuse.
Puppen. Zur Verpuppung klebt sich die Larve mit dem Hinterleib an ein Blatt. Die Puppe sitzt regungslos, oft orange oder gelb mit dunklen Zeichen, und schlüpft nach ein bis zwei Wochen. Der frisch geschlüpfte Käfer ist zuerst blass und ohne Punkte. Erst nach einigen Stunden härten die Deckflügel aus, und Farbe und Punkte treten hervor. Wo Larven oder Puppen sitzen, verzichtet man besser auf jede Spritzung.
In Europa wird der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) seit 1982 in Gewächshäusern gegen Blattläuse eingesetzt. Einige Tiere entkamen ins Freie. In der Schweiz war die Art nie für den biologischen Pflanzenschutz zugelassen und tauchte trotzdem 2004 in Basel erstmals in der Natur auf. Heute ist sie im ganzen Land verbreitet.
Am sichersten erkennt man ihn am Halsschild, der oft eine M- oder W-förmige Zeichnung trägt. Die Farbe hilft dagegen wenig, denn sie reicht von hellgelb über orange und rot bis schwarz, mit null bis 19 Punkten.
Seine Larven sind grösser als die einheimischer Arten und schnappen den kleineren oft die Läuse weg. Bei Gelegenheit frisst er auch Eier und Larven anderer Marienkäfer. Im Herbst sammeln sich Asiatische Marienkäfer gern in grosser Zahl an Hauswänden und in Gebäuden.
Als Blattlausjäger ist auch er im Garten nützlich. Einheimische Arten profitieren von Blüten, Verstecken und dem Verzicht auf breit wirkende Insektizide. Die im Shop erhältlichen Marienkäfer gegen Blattläuse sind einheimische Zweipunkt-Marienkäfer.
Ganz egal, wie viele Punkte den Marienkäfer zieren, wunderbare «Biowaffen» im Kampf gegen Blattläuse sind sie alle.
Wenn Blattlauspopulationen im Frühling förmlich explodieren, kommen auch Marienkäfer rasch in Fahrt. Nach einem langen Winter, den die Käfer in Ritzen versteckt froststarr überdauert haben, brauchen sie als erstes ordentlich Futter. Da kommen die Frühblüher mit ihrem nahrhaften Pollen gerade recht. Auch die ersten Blattläuse verspeist der kleine Käfer noch selbst.
Angekurbelt durch das eiweissreiche Futter reifen im Weibchen rasch Eier heran. Die länglich-ovalen, orange-gelben Eier klebt es in Gelegen zu etwa 10–30 Eiern auf der Blattunterseite direkt neben den Blattläusen ab. Frisch geschlüpfte Marienkäferlarven taumeln der Welt blind entgegen.
Wie gut, dass sie nicht weit krabbeln müssen, bis sie zufällig mit einer Blattlaus kollidieren. Das Opfer wird sogleich angestochen und genüsslich ausgesogen. Angestochene Blattläuse geben Duftstoffe ab, die Marienkäferlarven anlocken. Geschwister in der Nähe finden so leichter zur Beute. Um die 400 Blattläuse verzehrt eine Marienkäferlarve während ihrer rund 20-tägigen Entwicklungszeit, an einem hungrigen Tag können es bis zu 100 sein. Ganz ungestört gelingt das selten, denn Blattläuse haben Leibwächter, und die haben nichts gegen eine Rauferei. Die Ameisen kommen weiter unten.
Marienkäfer und Rosenblattlaus leben im Takt der Jahreszeiten. Sechs Stationen zeigen, wer gerade die Nase vorn hat. Die Lebenszyklen anderer Blattlausarten können davon abweichen. Es gibt beispielsweise Arten, die keine geschlechtlichen Generationen mehr ausbilden und sich ausschliesslich über Parthenogenese (Jungfernzeugung) vermehren.
Frühling I. Ab Temperaturen von 10 °C kommen die Marienkäfer aus dem Winterversteck und suchen Blüten, um Pollen zu fressen. Sobald die Rosen zu treiben beginnen, schlüpfen die ersten Grossen Rosenblattläuse aus den Eiern. Sie zapfen die Saftbahnen der jungen Triebe an und schaffen damit Eintrittspforten für Schaderreger. Sobald die Marienkäfer die ersten Blattläuse entdecken, machen sie sich hungrig über sie her.
Frühling II. Während die Marienkäfer sich paaren und Eier legen, «gebären» die Blattläuse ohne vorangehende Paarung fertige Jungtiere. Es gibt keine Männchen, alle sind Weibchen und kriegen Nachkommen. Aus den Eiern der Marienkäfer schlüpfen Larven, die sich fast ausschliesslich von Blattläusen ernähren. Damit stoppen sie die rasante Vermehrung der Blattläuse.
Frühsommer. Während der Puppenruhe der Marienkäfer «gebären» die verbliebenen Blattläuse weiterhin Junge, und die Blattlausbestände erholen sich wieder etwas. Dann schlüpft aus den Puppen die erste Generation Marienkäfer. Auch diese Käfer ernähren sich von Blattläusen.
Sommer. Die neue Generation der Marienkäfer paart sich und legt Eier. Aus ihnen schlüpfen Larven, die sich fast ausschliesslich von Blattläusen ernähren und sie täglich zu Dutzenden vertilgen. Die Blattläuse «gebären» weiterhin Jungtiere, ohne sich zu paaren. Es können nun auch geflügelte Weibchen auftreten, welche die Rosen verlassen und andere Wirtspflanzen aufsuchen, wie Karden, Baldrian, Skabiosen oder Witwenblumen.
Herbst. Während der Puppenruhe der Marienkäfer «gebären» die verbliebenen Blattläuse weiterhin Junge. Diese wachsen nun zu Männchen und Weibchen heran. Die geschlechtliche Generation der Blattläuse trägt Flügel. Sie paaren sich, und die Weibchen legen Eier zur Überwinterung auf Rosen. Die Marienkäfer ziehen sich ins Winterversteck zurück.
Winter. Ruhe kehrt ein. Die Marienkäfer schlummern als ausgewachsene Käfer in Ritzen und Spalten, von den Blattläusen warten meist nur die robusten Eier auf den Rosentrieben. Wintergoldhähnchen, Schwanzmeisen und Baumläufer suchen Zweige und Rinde nach überwinternden Insekten und ihren Eiern ab. Wer Zweige, Hecken und rissige Rinde im Winter stehen lässt, deckt ihnen den Tisch, und der Kreis schliesst sich.
Um ihren Fressfeinden immer einen Schritt voraus zu sein, haben Blattläuse eine clevere Strategie entwickelt. Im Frühling klonen sie sich selbst, denn Jungfernzeugung (Parthenogenese) macht Männchen überflüssig. Dazu kommt die Lebendgeburt (Viviparie), denn Blattläuse legen keine Eier, sondern gebären fertige Jungtiere. So trägt eine Blattlaus schon ihre Enkelinnen im Bauch.
Rund 100 Nachkommen in drei Wochen schafft ein Weibchen auf diese Weise, und weil ein Winzling innerhalb von zwei Wochen selbst gebärfähig wird, werden aus ein paar wenigen Blattläusen in kurzer Zeit tausende. Nun sind unsere Marienkäferlarven gefordert. Mehr zu den Blattläusen steht auf der Seite Blattläuse biologisch bekämpfen.
Das grandiose Drama vom Fressen-und-gefressen-Werden spielt sich alljährlich im Frühling ab, wobei das Wetter eine grosse Rolle spielt. Ist das Frühjahr regenreich, schiesst beim Austrieb der Pflanzen Saft in Hülle und Fülle in die jungen Triebe. Die Blattlaus, die als Ei auf einem Zweig überwintert hat und nun durstig schlüpft, zapft die Saftbahn des zarten Sprosses ungeniert an. Durch den reichhaltigen Pflanzensaft reift sie rasch zum gebärfähigen Weibchen heran.
Folgt in diesem Moment eine sonnig-warme Phase, kennen die Blattläuse kein Halten mehr. Die Wärme beschleunigt sämtliche Lebensfunktionen und sie ermöglicht in immer schnellerem Tempo die Entstehung junger Blattläuse. Zudem beginnt auch die zweite Generation, sich zu vermehren und bald entstehen die berühmt-berüchtigten Blattlauskolonien mit mehreren hundert Blattläusen. Durch ihre Saugtätigkeit können sie die Triebe so stark beschädigen, dass sich die Blätter einrollen. Für Marienkäferlarven sind solche Kolonien ein Schlaraffenland.
Doch nicht jeder Frühling hält Futter in Hülle und Fülle bereit. Ein kalter, trockener Frühling oder ein Wetterumschwung im falschen Moment können das Futter für die Marienkäfer knapp werden lassen. Hat es nur wenig Blattläuse, ist auf der Pflanze schnell aufgeräumt. In dieser Situation schrecken die Larven nicht davor zurück, ihre Artgenossen zu verspeisen, seien das schwächere Larven oder wehrlose Eier.
Wer solch gefrässige Feinde wie die Marienkäfer hat, muss sich etwas einfallen lassen, und so holen sich Blattläuse Verstärkung bei den Ameisen. Die Ameisen kommen gern in Scharen, um den Honigtau zu saugen, einen zuckerhaltigen Saft, den Blattläuse über zwei Hinterleibsröhrchen ausscheiden.
Für Blattläuse ist Zucker ein Abfallprodukt, denn der Pflanzensaft, den sie beständig saugen, ist viel zu süss und wässrig. Sie filtern die interessanten Nährstoffe heraus, der Überschuss an Wasser und Zucker muss weg.
Die Ameisen haben verständlicherweise keine Freude, wenn ihre Sirup-Bar durch gefrässige Marienkäfer und ihre Larven bedroht wird. Sie schubsen die Larven unzimperlich vom Stängel und nehmen es mit vereinten Kräften sogar mit ausgewachsenen Käfern auf.
Klebrige, russtaugeschwärzte Blätter und von Wespen umschwärmte Pflanzen sind ein eindeutiges Zeichen für Blattläuse. Manchmal tropft Honigtau auf die darunter liegenden Blätter und lockt Wespen an, und Russtaupilze besiedeln gern die zuckersaftbesudelten Blätter und verfärben sie schwarz. Mehr zum Thema steht auf der Seite Ameisen im Portrait.
Vögel, Eidechsen und andere Insektenliebhaber führen Marienkäfer auf dem Speiseplan. Dagegen versuchen sich die Marienkäfer auf zwei Arten zu schützen. Ihre gelb-rote Färbung mit schwarzen Punkten signalisiert im Tierreich Giftigkeit und soll Feinde «von blossem Auge» abschrecken. Zudem können sie im Körper giftige Stoffe (Alkaloide) produzieren, die bitter schmecken. Da lässt manche Meise beim zweiten Mal lieber den Schnabel davon.
Gegen Parasiten wie Erz- und Schlupfwespen, die ihre Eier in die Eier oder Larven der Marienkäfer legen und den werdenden Marienkäfer von innen auffressen, nützen die Warnfarben nichts. Auch stark schwankende Temperaturen sind für Marienkäfer im Winter problematisch. Wird es im Versteck zu warm, aktiviert sich der Stoffwechsel und der Käfer verbraucht Energie, die er nicht ersetzen kann. In der Natur wird der kleine Zweipunkt meist nicht älter als ein bis zwei Jahre. Der deutlich grössere Asiatische Marienkäfer hingegen kann sogar drei Jahre alt werden.
Wer schon einmal zugesehen hat, wie ein Rosentrieb innert einer Woche unter Blattläusen verschwindet, weiss, was ein hungriger Marienkäfer wert ist. Und er will nicht viel, im Frühling etwas Pollen, im Herbst ein Versteck und das ganze Jahr hindurch ein bisschen Mut zur Unordnung. Dafür räumt er nicht nur unter Blattläusen auf, auch Schildläuse landen auf seinem Speiseplan. Fördern heisst vor allem, entspannter zu reagieren.
Sobald sich die ersten Blattläuse zeigen, sind die Marienkäfer meist nicht weit, und wer jetzt nicht gleich zu Spritzmitteln greift, eröffnet das Buffet für Marienkäfer, Florfliegen und Co. Der Kräutergarten verträgt ein Upgrade, und in manchem Eck darf der Garten einfach mal tun, was er will.
Wie der eigene Garten für Marienkäfer zum Top-Resort wird, in dem sie, egal mit wie vielen Punkten, den Blattlauskolonien fleissig das Leben schwer machen und ihre Eier dort ablegen, wo der Nachwuchs gleich den Tisch gedeckt findet, zeigen die Tipps nach Jahreszeiten.
Ob man gezielt Blühstreifen mit einer grossen Vielfalt nützlingsfreundlicher Pflanzen ansät oder lieber hie und da einen Strauch pflanzt, ein paar einheimische Stauden ins Blumenbeet integriert und «Unkräuter» blühen lässt, ist Geschmackssache.
Für den Marienkäfer ist nur entscheidend, dass ständig Blüten mit proteinreichen Pollen verfügbar sind. Damit können die Käfer blattlausarme Zeiten überbrücken. Zu den beliebten Blühpflanzen zählen Küchenkräuter wie Dill, Gewürzfenchel, Knoblauch, Koriander, Kümmel, Liebstöckel und Schnittlauch, Teekräuter wie Kamille, Minze, Ringelblume und Schafgarbe sowie der Schwarze Holunder. Linden werden weniger wegen der Blüten besucht, sondern weil sie fast ständig Blattläuse tragen.
Wer ein paar Blüten stehen lässt, teilt die Ernte mit den Käfern und bekommt dafür Blattlausjäger.
Und wenn die Geduld beim Anlocken fehlt? Sind die Voraussetzungen erfüllt, sitzen also Blattläuse vor Ort und blühen die Lieblingspflanzen der Marienkäfer, lassen sich bei uns auch Marienkäferlarven oder Marienkäfer bestellen, und zwar einheimische Zweipunkt-Marienkäfer. Wie sie am besten ausgesetzt werden, zeigt das Video unter den häufigen Fragen.
Nach der Winterstarre brauchen die Käfer Pollen und erste Blattläuse als Futter.
Jetzt braucht es ein lückenloses Blütenangebot und Blattläuse als Futter für die Larven.
Die Käfer fressen sich Energiereserven an und suchen ein Winterquartier.
Die Käfer brauchen Kälte für die Winterstarre und Ruhe.
Jedes Jahr im Herbst dasselbe. Plötzlich sitzen Marienkäfer am Fensterrahmen, als hätten sie einen Mietvertrag unterschrieben. Dabei suchen sie nur ein Winterquartier und halten die Hausfassade für eine brauchbare Adresse. Drinnen geht das auf Dauer schief, denn ohne Kälte fällt der Käfer nicht in die Winterstarre, sein Stoffwechsel läuft weiter, und Nahrung gibt es im Wohnzimmer keine.
Wer einen Marienkäfer im Haus findet, trägt ihn am besten auf einem Blatt Papier nach draussen, ganz ohne Berührung. Als Umzugsziel eignet sich ein kühler, frostfreier Ort wie ein Laubhaufen, ein Holzstapel oder ein geschützter Winkel am Haus. Frost macht ihm in der Winterstarre nichts aus, Wärme dagegen schon.
Noch besser ist es, wenn die Käfer gar nicht erst im Haus nach einem Zimmer suchen müssen. Ein gutes Winterquartier lässt sich gezielt anbieten, mit engen Spalten in Rinde und Mauerwerk, Laub, dichten Grasbüscheln oder einem Marienkäfer- und Florfliegenhaus an einer trockenen, geschützten Stelle. Wer sie im Herbst gut einquartiert, hat sie im Frühling gleich wieder im Beet, hungrig und pünktlich zum ersten Blattlausbesuch.
Dass Marienkäfer Glück bringen, ist weniger Aberglaube als Arbeitsleistung. Ob mit zwei, sieben oder 22 Punkten, ob rot oder schwarz, sie räumen unter den Blattläusen auf, ihre Larven fressen sich durch ganze Kolonien, und im Winter schlummern sie dort, wo man sie lässt. Dafür verlangen sie erstaunlich wenig, nämlich etwas Pollen im Frühling, ein Versteck im Herbst, einen Garten, der nicht jede Blattlaus sofort bekämpft, und eine Ecke, die einfach mal tun darf, was sie will.
Wer das beherzigt, wird belohnt. Der nächste Rosentrieb übersteht den Frühling meist heil, und der Garten bekommt Besuch von Florfliegen, Schwebfliegen und Vögeln, die von denselben Blattläusen leben. Mehr braucht das Gartenglück mit Marienkäfern nicht als ein bisschen Gelassenheit, ein paar Blüten und Laub, das liegen bleiben darf.
BE WILD! Wir lieben naturnahe Gärten und Artenvielfalt. Helfen wir gemeinsam mit, unserer Natur wieder mehr Platz einzuräumen. Es macht uns viel Freude, die Informationen rund um die Biodiversität zusammenzustellen. Über Feedback freuen wir uns sehr – offene Fragen, eigene Marienkäfer-Beobachtungen, Fotos oder DIYs. Eine E-Mail an info(at)biogarten.ch genügt.
Nadine fasziniert fast alles, was kreucht und fleucht. Die Nützlinge im Garten mag sie besonders, da sie ihr viel Arbeit abnehmen und helfen, den Garten gesund zu halten.
Weil sich Blattläuse bei günstigen Bedingungen im Frühling rasend schnell vermehren, kommen die bereits im Garten ansässigen Marienkäfer oft nicht mehr hinterher mit Fressen. Jetzt hilft nur noch Verstärkung von aussen: Marienkäferlarven kann man gezielt auf Pflanzen mit Blattläusen aussetzen.
In geschlossenen Gewächshäusern und Wintergärten oder bei verstreutem Blattlausbefall im Garten können die mobileren adulten Käfer ausgesetzt werden. Aber Achtung: Diese fliegen gern weg, wenn es ihnen im Garten nicht gefällt.
Gegenüber herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln haben Nützlinge wie Marienkäfer und Marienkäferlarven entscheidende Vorteile zu bieten. Sie sind:
Quellen
Stand: Oktober 2026