Die hier präsentierten Pflanzen werden von uns gekürt, basierend auf Erfahrungen, Vorlieben und Begeisterung. Es sind Empfehlungen, die von Herzen kommen – quasi von Gärtner:in zu Gärtner:in. Ganz einfach und schnörkellos.
À propos: Wem eine Empfehlung in den Sinn kommt, die hier auch ausgesprochen werden sollte, dann her damit! Schreib an bewild(at)biogarten.ch und wir schauen ob's passt. Wichtig wäre nicht nur die Pflanzenempfehlung, sondern auch die Gründe, wieso die Pflanze so toll ist. Und wenn wir bereits bei den Extrawünschen angekommen sind: Gerne mit Pflanzenbild aus dem Garten ;-) Merci viumau.
| Blühzeit |
Juni - September |
| Überwinterung |
Winterhart bis -25 °C |
| Wuchshöhe |
15 - 100 cm, je nach Standort |
| Wuchsstärke |
Mittel |
| Wurzelwuchs |
Tiefwurzler mit Wurzelausläufern |
| Blüte |
Schalenförmig, goldgelb |
| Standort |
Sonnig bis halbschattig |
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Besonderes |
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Die Sonnenpflanze für Garten und Gemüt : Das Johanniskraut ist so etwas wie eingefangener Sonnenschein – und das nicht nur wegen seiner leuchtend gelben Blüten. Die Pflanze blüht rund um den Johannistag am 24. Juni, wenn die Sonne am höchsten steht, und galt seit jeher als Lichtbringer für dunkle Gemüter. Wer die Blüten zwischen den Fingern zerreibt, sieht den roten Saft austreten – das «Blut des Johannes», wie man früher sagte.
Doch die Geschichte des Johanniskrauts reicht weiter zurück als das Christentum und hat eine jahrtausendealte Geschichte als Heilpflanze. Bereits in der Antike war die Pflanze bekannt und geschätzt. Hippokrates – ein berühmter Arzt der Antike, nutzte das Johanniskraut bereits und durch Dioskurides, einen römischen Arzt, bekam das Kraut mit seiner gelben Blütenpracht einen Platz in der medizinischen Enzyklopädie «Materia medica». In Klostergärten hatte das Kraut seinen festen Platz – und der Satz «ein tauglich Kraut wider die schwarze Melancholie» wird in der Tradition häufig Hildegard von Bingen zugeschrieben. Sebastian Kneipp empfahl bei denselben Symptomen einen Johannisblütentee.
Die Gartenalchemie hat beim Johanniskraut Tradition: Aus frischen Blüten lässt sich das berühmte Rotöl herstellen. Dafür füllt man ein Glas locker mit Blüten, übergiesst sie mit gutem Bio-Olivenöl und stellt das Ganze an einen sonnigen Platz. Nach vier bis sechs Wochen hat sich das Öl tiefrot gefärbt – ein wunderschönes Öl, das traditionell als Hautöl genutzt wird bei kleinen Verletzungen, Verbrennungen oder Muskelverspannungen. Es sieht schön aus und eignet sich als Geschenk aus dem Garten. Aber aufgepasst: Weil Johanniskraut nicht nur romantisch, sondern auch wirksam ist, gehört ein kurzer Hinweis dazu: Es kann die Haut lichtempfindlicher machen und – bei innerlicher Anwendung – die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen. Wer Johanniskraut therapeutisch nutzen will, bespricht das am besten mit einer Fachperson.
Durch sein Wurzelsystem kommt das Johanniskraut mit Trockenheit bestens zurecht und liebt magere, durchlässige Böden in voller Sonne – eine echte Klimapflanze für heisse Sommer. Die leuchtend gelben Blüten sind ein Magnet für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Und nicht nur irgendwelche Schmetterlinge: Auch hochspezialisierte Nachtfalter wie die Johanniskrauteule sind auf Johanniskraut als Futterpflanze angewiesen, bevor sie sich verpuppen. Wenn die Blütenpracht langsam erlischt, lohnt es sich, die Samenstände stehen zu lassen: Sie geben Struktur, bieten kleinen Gartenbewohnern Winterplätze – und lassen den Garten in der kalten Jahreszeit lebendig wirken.
Wer übrigens genau hinschaut, entdeckt das Erkennungsmerkmal: Hält man ein Blatt gegen das Licht, sieht man kleine durchscheinende Punkte – die Öldrüsen, die der Pflanze den Beinamen «perforatum» (durchlöchert) gaben und sie unverwechselbar machen. Im naturnahen Schweizer Garten bereichert das Johanniskraut jeden Kräuterbereich. Und blüht zuverlässig zur Sommersonnenwende. Auch im Topf auf dem Balkon fühlt es sich wohl – solange es genug Sonne bekommt.
Viel Spass beim Entdecken des sonnigen Johanniskrauts, dem leuchtenden Blickfang im Sommergarten!