Die hier präsentierten Pflanzen werden von uns gekürt, basierend auf Erfahrungen, Vorlieben und Begeisterung. Es sind Empfehlungen, die von Herzen kommen – quasi von Gärtner:in zu Gärtner:in. Ganz einfach und schnörkellos.
À propos: Wem eine Empfehlung in den Sinn kommt, die hier auch ausgesprochen werden sollte, dann her damit! Schreib an bewild(at)biogarten.ch und wir schauen ob's passt. Wichtig wäre nicht nur die Pflanzenempfehlung, sondern auch die Gründe, wieso die Pflanze so toll ist. Und wenn wir bereits bei den Extrawünschen angekommen sind: Gerne mit Pflanzenbild aus dem Garten ;-) Merci viumau.
| Blühzeit |
März – Mai |
| Überwinterung |
Bedingt winterhart (etwas Winterschutz nötig) |
| Wuchshöhe |
50 – 200 cm hoch (je nach Sorte) |
| Wuchsstärke |
mässig |
| Wurzelwuchs |
Tiefwurzler |
| Blüte |
Lippenblütler, |
| Standort |
Vollsonnig, warm, geschützt |
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Besonderes |
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Wer an Rosmarin denkt, hat gleich diesen unverwechselbaren Duft in der Nase – eine Mischung aus Kiefernwald, Eukalyptus und einem Hauch Mittelmeer. Aber Rosmarin kann mehr als nur Bratkartoffeln und Focaccia aufpeppen. Er blickt auf eine jahrtausendalte Geschichte zurück, steckt voller heilkräftiger Inhaltsstoffe und verwandelt jeden Garten in ein duftendes Bienenparadies.
Der immergrüne Halbstrauch begleitet die Menschheit seit über 3000 Jahren: als Heilpflanze, Gewürz, Symbol für Liebe und Treue sowie als wertvolle Bienenweide. Seine nadelartigen, duftenden Blätter enthalten viele ätherische Öle. Das macht ihn zu einem Multitalent für Garten, Küche und Hausapotheke – und natürlich auch für die Gartenalchemie. Mit Rosmarin hat man eine pflegeleichte, trockenheitsresistente Pflanze, die Bestäuber anzieht und gut in Mischkulturen passt.
Bereits die alten Griechen flochten Rosmarinkränze ins Haar, um ihr Gedächtnis zu stärken. Die Römer nannten ihn «ros marinus», Tau des Meeres, weil er an salzigen Küstenklippen gedeiht und seine Blüten an Meeresgischt erinnern. Im Mittelalter avancierte er zum Star der Klostergärten: als Schutz gegen böse Geister und die Pest. Ob's half? Gut geduftet hat's auf jeden Fall.
In seinem Inneren stecken wertvolle ätherische Öle, Rosmarinsäure und Bitterstoffe. Diese Kombination regt den Kreislauf an, fördert die Verdauung und lindert Muskelverspannungen. Rosmarintee am Morgen macht sanft wach, ganz ohne Koffein. Auch nach einem anstrengenden Tag im Garten kann ein schönes Rosmarinbad pure Wellness mit Frischekick sein.
In der Küche entfaltet Rosmarin sein volles Aroma bei Hitze – für zahlreiche leckere Gerichte. Ein Tipp: Eine Flasche Olivenöl mit 2–3 frischen Zweigen füllen, zwei Wochen ziehen lassen und fertig ist ein aromatisches Geschenk aus der Gartenküche. Um Rosmarin langfristig haltbar zu machen, trocknet man ihn am besten. Durch die Trocknung intensiviert sich das Aroma und wird zur perfekten Grundlage für ein Kräutersalz – vielleicht noch mit ein paar Zitronenzesten dazu?
Wer mag, kann aus Rosmarin ein Hydrolat – ein Pflanzenwasser – herstellen. Dieses Pflanzenwasser eignet sich unter anderem wunderbar als Haarwasser: Es fördert die Durchblutung der Kopfhaut, stärkt die Haarwurzel und verleiht dunklem Haar einen schönen Glanz.
Seine intensiven Duftstoffe halten übrigens auch Schädlinge fern: Kohlweisslinge und Möhrenfliegen machen einen grossen Bogen um Beete, die nach Rosmarin duften. Im Kräuterbeet braucht er allerdings etwas Abstand zu Schnittlauch, Senf und Petersilie – die mögen es feuchter und nährstoffreicher, während Rosmarin bei zu viel Wasser und Dünger Probleme bekommt. Rosmarin mag es sonnig, warm und trocken – Staunässe ist sein grösster Feind.
Als Tiefwurzler kommt er mit Trockenperioden bestens zurecht und gilt daher als echte Klimapflanze: Während andere Gewächse bei Hitze schlapp machen, bleibt Rosmarin entspannt. Die perfekten Kräuterbeet-Kameraden von Rosmarin sind die sonnenhungrigen Mittelmeerkräuter wie Thymian, Salbei und Lavendel, die ebenfalls gerne trockene Füsse haben. Gemeinsam bilden sie ein herrliches Duft- und Blütenmeer und sind ein echter Insektenmagnet.
Im Schweizer Klima empfiehlt sich ein geschützter Standort vor einer Südmauer. Winterharte Sorten überstehen kurze Fröste und milde Winter, brauchen aber Schutz aus Tannenreisig oder Vlies.
Kein Garten? Kein Problem! Rosmarin ist ein dankbarer Topfbewohner und damit perfekt für Balkon oder Terrasse. Wichtig: Ein Topf mit Abzugsloch, durchlässiges Substrat und sparsam giessen. Im Winter den Topf gut einpacken und die Pflanze ebenfalls schützen. Zum Dank wird man im Frühling mit frischem Grün und ersten Blüten überrascht.
Viel Spass beim Entdecken des duftenden Rosmarins – ob in der Küche, im Garten oder der Gartenalchemie 😉