Die hier präsentierten Pflanzen werden von uns gekürt, basierend auf Erfahrungen, Vorlieben und Begeisterung. Es sind Empfehlungen, die von Herzen kommen – quasi von Gärtner:in zu Gärtner:in. Ganz einfach und schnörkellos.
À propos: Wem eine Empfehlung in den Sinn kommt, die hier auch ausgesprochen werden sollte, dann her damit! Schreib an bewild(at)biogarten.ch und wir schauen ob's passt. Wichtig wäre nicht nur die Pflanzenempfehlung, sondern auch die Gründe, wieso die Pflanze so toll ist. Und wenn wir bereits bei den Extrawünschen angekommen sind: Gerne mit Pflanzenbild aus dem Garten ;-) Merci viumau.
| Blühzeit |
August - Oktober |
| Überwinterung |
Winterhart |
| Wuchshöhe |
30 bis 60 cm |
| Wuchsstärke |
Mässig |
| Wurzelwuchs |
Flachwurzler |
| Blüte |
Rosa, Rot, Weiss |
| Standort |
Sonnig |
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Besonderes |
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Die unkomplizierte Bereicherung im Herbst. Wenn der Sommer sich verabschiedet und die meisten Blüten verblüht sind, legt die Fetthenne erst richtig los. In der Schweiz heisst sie liebevoll «Oktoberli» – und der Name ist Programm. Mit ihren rosa, roten oder weissen Blütenschirmen ist sie im Spätsommer ein wahrer Magnet für alles, was summt und flattert. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge wie Admiral, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs tanken hier noch einmal Energie für die kalte Jahreszeit.
Die Hohe Fetthenne gehört zu den Dickblattgewächsen und speichert Wasser wie ein kleines Kamel. Das macht sie zur perfekten Klimapflanze – Trockenheit, Hitze und magere Böden steckt sie locker weg. Giessen? Überbewertet. Düngen? Nicht nötig. Die Fetthenne ist die entspannteste Mitbewohnerin, die ein Garten haben kann.
Im Garten braucht sie volle Sonne und durchlässigen Boden – in zu fettem, feuchtem Boden fallen die Triebe auseinander. Wer dem vorbeugen will, greift Ende Mai zur Schere: Der «Chelsea Chop» kürzt die äusseren Triebe um ein Drittel. Das Resultat ist ein kompakterer Wuchs, stabilere Stängel und verlängerte Blütezeit. Die Fetthenne passt in Staudenbeete, Steingärten, auf Trockenmauern, in Kübel oder auf extensive Dachbegrünungen. Ein unkomplizierter Herbstblüher, der den Garten bis in den November lebendig hält und den einen oder anderen Schmetterling und Hummeln bis zum Wintereinbruch glücklich macht.
Tipp für den naturnahen Garten: Die verblühten Stängel im Herbst stehen lassen! Mit Raureif überzogen sehen sie wunderschön aus und bieten Insekten Überwinterungsplätze. Erst im Frühjahr bodennah abschneiden.
In der Volksmedizin hat die Fetthenne Tradition. Schon Hippokrates und Dioskurides schätzten ihre Wirkung. Die fleischigen Blätter wurden früher «Eisblätter» genannt: Aufgeschnitten und auf Verbrennungen gelegt, kühlen sie angenehm – ähnlich wie Hauswurz. Die Purpur-Fetthenne (Sedum telephium) ist sogar essbar: Junge Blätter schmecken nach Gurke und peppen Salate auf. Aber nicht in Massen geniessen, sonst rebelliert der Magen. Und Finger weg vom Scharfen Mauerpfeffer (Sedum acre) – der ist nicht bekömmlich.
Die Fetthenne ist ungiftig und für Haushalte mit Kindern und Haustieren unbedenklich.
Wer jetzt Lust aufs Oktoberli oder «Sedum» bekommen hat, braucht etwas Geduld, denn die Fans waren schneller als unser Porträt. Nächstes Jahr gibt es wieder frische Bio-Pflanzen, damit man sich im Herbst an den Blüten freuen kann und die Insekten vor dem Wintereinbruch noch einmal reich gedeckt finden.