Gartentipp – Pflanze des Monats

Die hier präsentierten Pflanzen werden von uns gekürt, basierend auf Erfahrungen, Vorlieben und Begeisterung. Es sind Empfehlungen, die von Herzen kommen – quasi von Gärtner:in zu Gärtner:in. Ganz einfach und schnörkellos.

 
À propos: Wem eine Empfehlung in den Sinn kommt, die hier auch ausgesprochen werden sollte, dann her damit! Schreib an bewild(at)biogarten.ch und wir schauen ob's passt. Wichtig wäre nicht nur die Pflanzenempfehlung, sondern auch die Gründe, wieso die Pflanze so toll ist. Und wenn wir bereits bei den Extrawünschen angekommen sind: Gerne mit Pflanzenbild aus dem Garten ;-) Merci viumau.

Monat für Monat Pflanzentipps zur Inspiration mit Pflanzen, welche einen Garten bereichern
Blühzeit Juni - August
Überwinterung

Winterhart

Wuchshöhe Max. 50 cm
Wuchsstärke Wuchsfreudig
Wurzelwuchs Flachwurzler
Blüte

Weiss

Standort

Sonne - Halbschatten

Besonderes
  • Superfood aus dem Gartenbeet
  • Gut bei der Mischkultur
  • mehrjähriges, «Ewiges Gemüse»

Winterheckenzwiebel – Allium fistulosum

Pflanze des Monats Mai 2024

Die Winterheckenzwiebel ist ein Geheimtipp für Küchengärten. Die mehrjährige, pflegeleichte und robuste «Ewige Zwiebel» überzeugt als Gemüse und Pflanze überhaupt. Die Gartenküche wird zuverlässig das ganze Jahr über mit frischem Grün versorgt. Die Blüten – welche fast wie überdimensionale Schnittlauchblüten in Crèmeweiss aussehen – sind ein beliebter «Place-to-bee». In Kombination mit anderen Pflanzen im Beet wie Karotten, Erdbeeren und Salaten ergänzt die Winterheckenzwiebel die Mischkultur optimal.

Die ewige Zwiebel macht sich auch gut im Kräuterbeet, auf der Baumscheibe zwischen Rosengewächsen, in einem Topf auf dem Balkon oder frech mitten im Staudenbeet. Ansprüche an den Standort stellt sie kaum: Sonne bis Halbschatten und ein durchlässiger, nährstoffreicher Boden reichen. Staunässe macht ihr den Garaus – das verträgt sie genauso schlecht wie die normalen Zwiebeln.

Den Weg in unsere Beete hat die Winterheckenzwiebel im Fernen Osten begonnen. Genauso wie andere Pflanzen, hat sie – dank des Handels über die Jahrhunderte – in unseren Gärten im wahrsten Sinne des Wortes Wurzeln geschlagen. Im Mittelalter wurde sie in Klostergärten angebaut und hielt rasch in bäuerlichen Gärten Einzug. Ihre Fähigkeit, fast das ganze Jahr über knackiges Grün zu liefern, machte sie besonders wertvoll in Zeiten, in denen frisches Gemüse rar war. 

In ihrem Inneren hortet sie wichtige Vitamine und Mineralien. Hinzu kommen die antibakterielle Wirkung und sekundäre Pflanzenstoffe. Da sie praktisch rund ums Jahr geerntet werden kann, ist es beinahe unnötig, sie zu konservieren. Mit ihren satten Blättern und dem feinen Zwiebelaroma verleiht sie durch die milde Schärfe jeder Gartenküche ihre eigene Note. Sie passt zu Salaten und Frischkäse und verleiht Essig und Öl Raffinesse. Auch in selbstgemachtem Kräutersalz oder in Kräuterbutter macht sie eine gute Figur. Sie reiht sich wunderbar in das Fest der Aromen aus dem Kräutergarten mit ein.

Sämtliche Teile der Winterheckenzwiebel sind essbar. Von den Blättern über die Schäfte bis hin zu den Blüten, die Samen und die Zwiebelknollen selbst. Ein richtiges Multitalent, welches zu vielen leckeren Koch- und Backexperimenten anregt. Wer mit der ewigen Zwiebel kocht, hat nicht nur eine gesunde Zutat für sich entdeckt, sondern auch ein «Gemüse», welches über Jahre hinweg in den Beeten gedeiht. Und – wenn man sie lässt – versamt und vermehrt sie sich überschaubar, sodass der Vorrat an leckerem Grün nie nachlässt.

Die Winterheckenzwiebel lässt sich aussäen oder auspflanzen. Sie passt zu jeder Gartengrösse, vom Topf auf dem Fensterbrett bis ins ausladende Gemüsebeet. 

Nur für eine kurze Zeit, wenn es frostig kalt wird, zieht sich die Winterheckenzwiebel zurück, um bei den ersten warmen Spätwintertagen wieder auszutreiben. Wer die Zwiebeln im Halbschatten hat, kann im selben Topf Bärlauch pflanzen. Dann profitiert man vom Grün des Bärlauchs, bis die Stängel der Winterheckenzwiebel wieder erntereif sind. 

Wer die Zwiebeln auf dem gedeckten Balkon etwas geschützt pflegt, könnte mit etwas Glück sogar durchernten. Die Winterernte ist eher bescheiden. Eine Pause für die Zwiebel zum Kräftesammeln für den Frühlingsaustrieb wäre gut. Daher ist eine Erntepause, selbst wenn etwas Grün verhalten treibt, im Winter empfehlenswert.

Draussen im ungeschützten Gemüsebeet schadet ein Winterschutz mit Reisig nicht – ist aber nicht zwingend notwendig. Mit etwas Schutz treiben die Winterheckenzwiebeln im Frühling schneller aus, sobald sich der Boden erwärmt.

Viel Spass beim Entdecken der gesunden und leckeren Winterheckenzwiebel!