Gartentipp – Pflanze des Monats

Die hier präsentierten Pflanzen werden von uns gekürt, basierend auf Erfahrungen, Vorlieben und Begeisterung. Es sind Empfehlungen, die von Herzen kommen – quasi von Gärtner:in zu Gärtner:in. Ganz einfach und schnörkellos.

 
À propos: Wem eine Empfehlung in den Sinn kommt, die hier auch ausgesprochen werden sollte, dann her damit! Schreib an bewild(at)biogarten.ch und wir schauen ob's passt. Wichtig wäre nicht nur die Pflanzenempfehlung, sondern auch die Gründe, wieso die Pflanze so toll ist. Und wenn wir bereits bei den Extrawünschen angekommen sind: Gerne mit Pflanzenbild aus dem Garten ;-) Merci viumau.

Monat für Monat Pflanzentipps zur Inspiration mit Pflanzen, welche einen Garten bereichern
BlühzeitFebruar- März
Überwinterung

Winterhart

WuchshöheVeredelt bis ca. 500 cm
Unveredelt bis ca. 600 cm
Wuchsstärke40 - 90 cm / Jahr
WurzelwuchsFlachwurzler
Blüte

Gelbe Kätzchen (männlich), unscheinbar bei den Knospen (weiblich)

Standort

Sonne - Halbschatten

Besonderes
  • Top 10 Pflanze für die Biodiversität
  • Sehr robust auch für das städtische Klima
  • Verkanntes kulinarisches Schatzkästchen


Die Hasel(-nuss) – Corylus avellana

Pflanze des Monats Februar 2024

Die Zeit, in denen «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» über die Fernsehbildschirme flimmerte, ist vorbei. Jetzt schlägt die Stunde für die Hasel selbst. Das einheimische Gehölz hat einiges zu bieten. 

Als Frühblüherin spendet sie mit ihren Kätzchen – die Katerchen heissen müssten, weil es männliche Blüten sind – vielen Insekten Starthilfe. Ihre Zweige und das dichte Blattwerk bieten Nistplätze und Schutz. Das herabfallende ist Laub Nistmaterial fürs Winterlager und die reifen Nüsse im Spätherbst sind bei den Gartenbewohnern als gesundes (Winter-)Futter beliebt.

Nicht nur der C-Falter schätzt die kulinarischen Vorzüge der Blätter. In der Gartenküche werden aus dem jungen Laub gefüllte Blattsäckchen gewickelt, bis die Weinblätter im Garten soweit sind. Die Haselkätzchen lassen sich in der Küche zu Leckereien verarbeiten. Es gibt viele Rezepte mit Blättern, Blüten und Haselnüssen zu entdecken. 

Die Hasel gilt als Pioniergewächs. Sie ist anspruchslos, windfest und ein Schatz für die Biodiversität. Man findet sie mit grüner und roter Belaubung. Als Selbstbefruchterin braucht es keine weiteren Haseln, um im Herbst Nüsse zu ernten. Man muss nur schneller sein als Vögel, Eichhörnchen und andere tierische Nussfans. Dazu bei jedem Gartenrundgang die Nüsse, welche nicht wurmstichig sind, sammeln und kühl und trocken lagern. Bei einer gewissen Menge kann man sie schälen und rösten. Das macht sie haltbarer für die leckere Gartenküche.

Ein weiterer Pluspunkt der Hasel sind ihre Zweige. Ihre biegsamen Ruten eignen sich nicht nur zum Basteln, sondern für zahlreiche kreative Gartenprojekte. Vom dekorativen Kranz, über Beeteinfassungen und Zäune bis hin zu Rankhilfen und Stützen für kleinere Pflanzen. Durch die Wuchsfreudigkeit der Haseluss ist Nachschub an Ruten Jahr für Jahr gesichert, sobald sie eine gewisse Grösse erreicht hat. Wenn, dann wird im Herbst geschnitten. Auf keinen Fall im Winter vor der Blütenbildung, denn Hummeln, Wildbienen & Co. sind auf den Frühjahrssnack angewiesen.

Als «wilder» Flachwurzler ist die Hasel auf Dauer nur bedingt für die «Topfkultur» geeignet. Wer die Hasel dennoch kultivieren will und Platz hat, kann sie in einem Trog, Kübel oder Topf pflanzen. In diesem Fall wird die Hasel nicht so üppig wachsen und nicht die Dimensionen annehmen wie im Freiland. Im Boden muss man die Haselnuss nur in der ersten Gartensaison giessen – im Topf regelmässig.

Summa Summarum: Wer mehr als 3 Nüsse haben will und auf Gartenmagie setzt, kommt um eine Hasel nicht herum. Mit ihr tanzt man zwar nicht auf einem Ball im glänzenden Kleid - aber ein Fest für die Sinne und ein kleiner Gartenschatz ist sie allemal ;-)